Volle Kontrolle: So erzielen Sie Länge und Präzision vom Tee
Rory McIlroy und Collin Morikawa gehören zu den besten Golfern ihrer Generation, mit dem Driver verfolgen sie jedoch durchaus unterschiedliche Strategien. Während McIlroys enorme Länge seit Jahren eine seiner größten Waffen ist, legt Morikawa besonderen Wert auf einen wiederholbaren Ballflug und Kontrolle. Vor der Kamera ihres Ausrüsters TaylorMade sprechen die beiden darüber, was einen guten Abschlag für sie ausmacht (s. unten). Für Sie bedeutet das: Lauschen Sie den beiden Weltklassespielern und finden Sie heraus, welche Aspekte Sie in Ihr Spiel übertragen können.
McIlroy: Länge als Stärke erhalten
McIlroy sieht den Drive als Fundament seines Spiels. Deshalb arbeitet er kontinuierlich daran, diese Stärke zu bewahren. Sein Antrieb: Mit den jüngeren Spielern auf der Tour mithalten zu können. Jahr für Jahr versucht er, etwas schneller zu schwingen und kräftiger zu werden. Doch mehr Geschwindigkeit bedeutet für ihn nicht automatisch, bei jedem Abschlag Vollgas zu geben. Muss McIlroy unbedingt ein Fairway treffen, schlägt er bewusst einen flacheren Ball. Dafür teet er den Ball etwas tiefer auf und reduziert die Flughöhe. Seine Überlegung: Der Ball kommt früher auf den Boden und hat dadurch weniger Gelegenheit, seitlich vom Ziel abzuweichen.
Auch beim Driver-Fitting sucht McIlroy nicht nach maximaler Länge um jeden Preis. Früher bevorzugte er Spinwerte um 2.100 bis 2.200 Umdrehungen pro Minute. Mit seiner gestiegenen Geschwindigkeit fühlt er sich inzwischen eher bei 2.400 bis 2.500 wohl. Der zusätzliche Spin hilft ihm, den Ball besser unter Kontrolle zu halten.
Verändertes Setup für zusätzliche Meter
Wenn zusätzliche Meter gefragt sind, verändert McIlroy sein Setup. Er legt den Ball noch weiter nach vorne, ungefähr auf Höhe des vorderen Fußes, und verbreitert seinen Stand leicht mit dem rechten Fuß. Dadurch kann er etwas mehr Neigung erzeugen und den Ball stärker in der Aufwärtsbewegung treffen. Die zusätzliche Geschwindigkeit versucht er nicht bereits im Rückschwung zu produzieren. Dort konzentriert er sich auf eine große, vollständige Drehung. Erst von oben beschleunigt er, mit Beginn des Abschwungs also. McIlroy beschreibt eine Bewegung, die er auch mit dem Medizinball trainiert: eine explosive Wurfbewegung, bei der die rechte Körperseite kraftvoll durch das Ziel arbeitet.
Den eigenen Ballflug kennenlernen
Morikawas Schlüssel zu mehr Präzision ist dagegen ein möglichst konstanter Schlag: sein Fade. Er richtet sich so aus, dass er die linke Seite des Fairways nutzen kann und der Ball anschließend nach rechts zurückdreht. Gleichzeitig konzentriert er sich trotz moderner, fehlerverzeihender Driver weiterhin darauf, die Mitte der Schlagfläche zu treffen. Interessant ist auch seine Einstellung zur Länge. Beim Fitting akzeptiert Morikawa bewusst ein wenig mehr Spin und damit hin und wieder ein paar Meter weniger, wenn dafür zwei zusätzliche Fairways pro Runde herausspringen.
So unterschiedlich McIlroys Power und Morikawas Präzision wirken mögen, am Ende landen beide bei einem ähnlichen Prinzip: Lernen Sie Ihren typischen Ballflug kennen und vor allem Ihre typischen Fehler. Wer einschätzen kann, welchen Schlag der eigene Schwung produziert, kann diese Information entsprechend nutzen.








