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Volles Vertrauen: Profis wie Stephan Jäger bleiben meistens auch vor schwierigen Pitches entspannt. | © Patrick Smith/Getty Images

Keine Angst vor schwierigen Pitches

Sie kennen diese Situation bestimmt: Zwischen Ihrem Ball und der Fahne liegen zwar nur noch 20 oder 30 Meter, dafür befindet sich aber ein tiefer Bunker im Weg. Hinter dem Loch wartet nicht besonders viel Grün. Der Ball muss also möglichst schnell in die Luft und vor allem darf er nicht weit rollen. Was machen viele Golfer intuitiv? Sie versuchen, mit dem Schläger unter den Ball zu gelangen und ihn regelrecht nach oben zu schaufeln.

 

Der Gedanke ist nachvollziehbar. Die Ausführung führt allerdings häufig zu genau jenen Fehlschlägen, die man in dieser Situation unbedingt vermeiden möchte. „Viele Spieler lassen den Schlägerkopf an den Händen vorbeiziehen und unter den Ball rutschen“, erklärt PGA Golf Pro Joe Plecker im Video des Ausrüsters Titleist (s.u.). „Sie wollen dem Ball Höhe geben – und genau darin liegt das Problem.“ Klar ist: Wer versucht, das Schlägerblatt im Treffmoment nach oben zeigen zu lassen, verlagert häufig auch den Oberkörper nach hinten. Der Schlägerkopf überholt die Hände, die Bewegung wird instabil. Dünn getroffene Bälle, fette Treffer oder ein hektisches Klappen der Hände können die Folge sein.

Diesen Fehler sollten Sie vermeiden

Plecker empfiehlt für solche kurzen Pitches eine Übung, die er „Cradle Drill“ nennt. Ausgangspunkt ist eine ungewöhnliche Position: Legen Sie das Schlägerblatt direkt an die Rückseite des Balls, sodass sich Ball und Schlagfläche berühren. Von dort soll der Ball zunächst nicht geschlagen werden. Versuchen Sie vielmehr, ihn mit einer kleinen Bewegung nach vorne zu „tragen“. Dabei wandert Druck auf den vorderen Fuß und der Brustkorb dreht in Richtung Ziel. Entscheidend ist, dass Schulter und Schlägerblatt gemeinsam nach vorne arbeiten.

 

„Stellen Sie sich vor, dass sich der Sweetspot des Schlägers und Ihre Schulter zusammen bewegen“, erklärt Plecker. „Ich gebe Druck auf den vorderen Fuß und versuche, den Ball mit meiner Schulter nach vorne aufs Grün zu tragen.“ Was dabei ausdrücklich nicht passieren soll: Die hintere Schulter sinkt ab, während der Schlägerkopf an den Händen vorbeizieht. Diese Bewegung würde den Schläger wieder unter den Ball befördern.

Die Position der Hände beim Pitch

Interessant ist auch der Weg der Hände. Von oben betrachtet beschreibt er laut Plecker ungefähr die Form des Buchstabens J. Nach dem Treffmoment bewegen sich die Hände also nicht einfach gerade in Richtung Ziel, sondern nach innen und um den Körper herum. Der Griff arbeitet nach oben und innen, während sich der Oberkörper weiterdreht. Dadurch reduziert sich der dynamische Loft etwas. Vor allem aber entsteht ein Treffmoment, bei dem nicht die Hände versuchen, den Ball in die Luft zu befördern.

 

Plecker richtet den Blick deshalb besonders auf die Schulter: Sie soll sich weiterdrehen, am vorderen Hüftbereich vorbeikommen und am Ende in Richtung Ziel zeigen. „Beenden Sie die Bewegung mit der Schulter zum Ziel“, sagt Plecker. „Damit haben Sie eine sehr gute Strategie für Schläge über solche unangenehmen Hindernisse.“

Erst üben, dann schlagen

Den Cradle Drill können Sie zunächst tatsächlich ohne richtigen Schlag ausprobieren. Stellen Sie das Schlägerblatt an den Ball und bewegen Sie ihn mithilfe der Körperrotation ein Stück nach vorne. Spüren Sie dabei, wie Brustkorb und Schulter arbeiten und die Hände um den Körper herumgeführt werden. Anschließend übertragen Sie dieses Gefühl auf kleine Pitchbewegungen und steigern nach und nach die Länge. Der entscheidende Gedanke bleibt dabei derselbe: Je höher der Ball fliegen soll, desto größer ist die Versuchung, ihm aktiv nach oben zu helfen. Widerstehen Sie ihm. Der Loft des Schlägers übernimmt diese Aufgabe. Ihr Job ist es, den Körper durch den Schlag weiterzudrehen und den Schläger sauber durch den Treffmoment zu führen.

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