Henseleit: „Der Solheim Cup war ein Traum“
Es sind noch keine zwei Wochen vergangen, seit Esther Henseleit mit Team Europe den Solheim Cup gewonnen hat. Im offiziellen DGV-Podcast „Lange Rede, kurzes Spiel“ spricht Deutschlands beste Golferin mit Host Kevin Werner, auch bekannt als KW Golf, über diesen emotionalen Triumph. „Es fühlt sich extrem gut an, dass wir den Solheim Cup zurück nach Europa holen konnten“, sagt Henseleit. Die Woche mit dem Team sei „einfach sensationell“ gewesen.
Besonders beeindruckt hat sie die Atmosphäre vor Ort. Bereits beim ersten Abschlag hätten rund 3.000 Zuschauer für eine Stimmung gesorgt, die sie in dieser Form noch nicht erlebt habe. „Es war fast wie in einem Stadion um das erste Tee herum“, erzählt sie. Die Unterstützung der europäischen Fans habe ihr zusätzliche Energie gegeben.
„Es ist eine andere Art von Feiern“
Für Henseleit machte auch das Teamgefühl den Solheim Cup besonders. Die unterschiedlichen Persönlichkeiten hätten sich während der Woche hervorragend ergänzt. „Wir haben uns alle die ganze Woche über richtig gut verstanden“, sagt die Deutsche. Als erfahrenere Spielerin habe sie vor allem den Rookies etwas Ruhe und Sicherheit geben wollen.
Die erste Champagnerdusche gab es schließlich unmittelbar nach dem letzten Match. Henseleit genoss die Feier mit dem Team, hielt sich persönlich aber etwas zurück. Entscheidend sei gewesen, den Erfolg gemeinsam zu erleben. Trotz des Erfolgs gab es für Henseleit auch einen persönlichen Rückschlag: Sie verlor ihr Einzel gegen Alison Lee, obwohl sie zwischenzeitlich in Führung gelegen hatte. Die Enttäuschung war groß, doch bereits wenige Minuten später stand sie wieder an der Seite ihrer Teamkolleginnen und feuerte Europa an.
Olympia-Silber bleibt besonders
Welchen Stellenwert hat der Triumph beim Solheim Cup in ihrer Karriere? Henseleit fällt die Einordnung nicht leicht. Der Sieg sei „auf jeden Fall ganz oben mit dabei“, doch die olympische Silbermedaille von Paris habe für sie weiterhin einen etwas höheren Stellenwert. Der Grund: Während der Solheim Cup als Teamwettbewerb deutlich emotionaler gewesen sei, habe sie die Medaille im Einzel erreicht.
Ihr persönliches Highlight der Woche war dennoch ein Team-Moment: Am Samstag drehte sie gemeinsam mit Leona Maguire ein Vierer-Match und holte auf den letzten Löchern den entscheidenden Punkt. „Das hat, glaube ich, das Momentum richtig in unsere europäische Richtung gedreht“, blickt sie zurück.
Nach dem Triumph geht es für Henseleit schnell weiter. Eine Besonderheit des Golfsports ist, dass Erfolge schon wenige Tage später wieder in den Hintergrund rücken. Ihr persönliches Rezept ist eine clevere Turnierplanung mit ausreichend Erholungsphasen. Zwei Wochen Pause nach zwei oder drei Turnierwochen seien für sie sinnvoller als kurze Unterbrechungen.
Im Podcast beantwortet Henseleit zudem zahlreiche Fragen aus der Golf-Community – von Matchplay und ihrer möglichen Wunschgegnerin Nelly Korda bis hin zur Bedeutung ihres Caddies und ihrer Sicht auf die Entwicklung des Golfsports in Deutschland.
Dabei ist für Henseleit auch die Nachwuchsförderung ein Thema. Mit ihrem eigenen „Junior Qualifier“ ermöglicht sie jungen Golferinnen den Sprung ins Teilnehmerfeld des Amundi German Masters. „Ich hätte mir als Mädchen gewünscht, dass ich so eine Chance bekommen hätte“, erklärt sie.









