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Thomas Dreßen ist zu Gast im DGV-Podcast „Lange Rede, kurzes Spiel”. | © DGV

Dreßen: „Als Sportler möchte man immer wieder Grenzen verschieben“

Sport lebt von ständiger Weiterentwicklung. „Als Sportler möchte man immer wieder Grenzen verschieben“, sagt Thomas Dreßen im Podcast „Lange Rede, kurzes Spiel – der offizielle DGV-Podcast“. Der ehemalige Skirennfahrer war beim Final Four im Münchener Golfclub Riedhof zu Gast und spricht über seine Karriere, seinen Weg zum Golf und die Parallelen zwischen diesen auf den ersten Blick sehr unterschiedlichen Sportarten.

 

Dreßen kam bereits als Jugendlicher mit Golf in Berührung. Anfang der 2000er Jahre verfolgte er die Auftritte von Tiger Woods im Fernsehen und im Internet. Mit 17 oder 18 Jahren begann er schließlich selbst zu spielen. Heute schafft er es trotz seiner Tätigkeit als Trainer und seiner Familie immerhin zwei- bis dreimal pro Woche auf den Golfplatz. Besonders schätzt er am Golf die mentale Komponente. Nach jedem Schlag muss man sich neu konzentrieren, die aktuelle Situation analysieren und den nächsten Schlag planen.

Zwischen Skirennsport und Golf

Für Dreßen verbindet gerade die Fähigkeit, nach Fehlern sofort wieder nach vorne zu schauen, seine beiden Sportarten. Zwar wird im Skirennsport jede Kurve im Vorfeld geplant, doch während des Rennens können jederzeit neue Situationen entstehen. Dann muss ein Athlet spontan reagieren und darf sich von einem Fehler nicht aus dem Konzept bringen lassen. Auch beim Golf fasziniert Dreßen die Vielzahl unterschiedlicher Situationen. Ein Schlag auf der Driving Range sei etwas völlig anderes als eine tatsächliche Runde. Auf dem Platz muss ein Spieler ständig auf die jeweilige Lage reagieren, beispielsweise wenn der Ball unter einem Baum liegt, ein Ast im Weg ist oder sich die Bedingungen verändern. Genau diese Anpassungsfähigkeit macht für ihn einen großen Teil des Reizes aus.

 

Seine eigene aktive Karriere im Skirennsport endete aufgrund von Verletzungen. Die Entscheidung zum Rücktritt fiel letztlich relativ schnell, nachdem er gemerkt hatte, dass sein Körper das Training und die Leistung auf dem gewohnten Niveau nicht mehr zuließ. Wer einmal ein bestimmtes Leistungsniveau erreicht hat, will sich schließlich nicht dauerhaft mit einem Platz im Mittelfeld zufriedengeben. Trotzdem blickt Dreßen ohne Reue zurück. Er habe sich während seiner Karriere bewusst voll auf den Sport konzentriert und könne deshalb heute sagen, dass er alles aus seiner aktiven Zeit herausgeholt habe. Die Verletzungen und die damit verbundenen Rehabilitationsphasen haben ihm zudem wichtige Erfahrungen und Begegnungen beschert, von denen er heute in seiner Arbeit profitiert.

Neue Motivation als Trainer

Nach seinem Karriereende musste Dreßen zunächst herausfinden, wie es für ihn weitergehen sollte. Im ersten Jahr probierte er verschiedene Dinge aus, blieb dabei aber stets eng mit dem Sport verbunden. Schließlich ergab sich die Möglichkeit, als Co-Trainer zur Europacup-Mannschaft des Deutschen Skiverbands zu stoßen. Seit Anfang Mai ist er dort für die Leitung der Mannschaft mitverantwortlich. Besonders viel Freude bereitet ihm dabei die individuelle Arbeit mit den Athleten. Es geht darum, Probleme zu analysieren, Lösungen zu finden und die unterschiedlichen Bedürfnisse jedes einzelnen Sportlers zu berücksichtigen. Sein Ansatz ist klar entwicklungsorientiert. Ergebnisse sind wichtig, doch im Mittelpunkt muss die kontinuierliche Weiterentwicklung stehen.

 

Dass auch im Skirennsport die mentale Komponente eine entscheidende Rolle spielt, weiß Dreßen aus eigener Erfahrung. Für ihn macht die mentale Verfassung einen enormen Anteil der Leistung aus. Alle Athleten am Start können Skifahren, entscheidend ist, wer im Rennen seine persönliche Bestleistung abrufen kann. Gleichzeitig müsse man im Training bewusst an die eigenen Grenzen gehen, um zu wissen, wo das persönliche Limit liegt. Genau darin sieht Dreßen ein grundlegendes Prinzip des Leistungssports: Wer sich nicht weiterentwickelt, fällt zurück, weil sich auch die Konkurrenz ständig verbessert. „Stillstand ist Rückschritt“, lautet seine Botschaft.

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Auch beim Thema Verletzungen setzt Dreßen auf eine konsequente Analyse. Nach einem Rückschlag müsse man herausfinden, was die Ursache war, ob es am Material, der Technik, den körperlichen Voraussetzungen oder der Ernährung lag. Nur so könne man aus einer Verletzung lernen und das Risiko für die Zukunft möglichst reduzieren. Auch auf dem Golfplatz verfolgt Dreßen derweil konkrete Ziele. Nachdem er sein Handicap im vergangenen Jahr von 26 auf 19 verbessert hat, möchte er langfristig die Marke von zehn erreichen. Dafür braucht es allerdings Zeit – und die ist als Trainer und Familienvater derzeit begrenzt.

 

Auch abseits des Sports spielt für Dreßen Authentizität eine wichtige Rolle. Als Markenbotschafter arbeitet er unter anderem mit Vredestein zusammen. Entscheidend sei dabei, dass eine Partnerschaft zu den eigenen Interessen und zur eigenen Persönlichkeit passt. Ein Produkt zu vertreten, mit dem er selbst nichts anfangen könne, sei für ihn keine Option. Der komplette Austausch mit Thomas Dreßen ist in der aktuellen Folge von „Lange Rede, kurzes Spiel – der offizielle DGV-Podcast“ zu hören.

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