Esterl: „Der Solheim Cup ist Emotion pur“
Für Elisabeth Esterl sind die Erinnerungen an ihren Einsatz beim Solheim Cup 2003 noch immer präsent. „Es ist wie gestern“, sagt die ehemalige Nationalspielerin im offiziellen DGV-Podcast „Lange Rede, kurzes Spiel“. Der Solheim Cup und der Ryder Cup seien für Golfer „das Beste, was man erleben kann“. Die Mischung aus sportlichem Druck, Emotionen und dem besonderen Teamgefühl mache das Event einzigartig.
„Es ist unglaublich, wie man in einer Woche zusammenwächst“
Eine Solheim-Cup-Woche besteht dabei längst nicht nur aus Golf. Neben den Matches gehören auch Fotoshootings, Pressekonferenzen und zahlreiche weitere Termine dazu. Gerade das Zusammenspiel als Team war für Esterl entscheidend. „Es ist unglaublich, wie man in einer Woche zusammenwächst“, erinnert sie sich.
Rund 30.000 Zuschauer sorgten damals für eine besondere Kulisse. Der Druck war enorm, schließlich wollte man nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Teamkolleginnen gewinnen. Eine ihrer schönsten Erinnerungen verbindet Esterl mit Sophie Gustafson, mit der sie ein Match bestritt. Ein spektakulärer Rettungsschlag der Schwedin half ihr damals, ihre Nervosität abzulegen. Am Ende gewannen die beiden ihren Punkt.
Für das aktuelle Duell sieht Esterl Europa keineswegs chancenlos. Der Heimvorteil und die Unterstützung der Fans könnten eine wichtige Rolle spielen. Zudem werde entscheidend sein, welches Team den Schwung auf seine Seite bekommt.
Große Bühne für Esther Henseleit
Esther Henseleit traut Esterl viel zu. Die Deutsche bringt inzwischen Solheim-Cup-Erfahrung mit und befindet sich in guter Form. Deshalb erwartet Esterl, dass Henseleit häufig zum Einsatz kommt und eine wichtige Rolle für Europa spielen kann. Generell hat sich das Frauen- und Amateur-Golf in den vergangenen Jahrzehnten stark verändert. Die Nachwuchsarbeit ist professioneller geworden und die Trainingsmöglichkeiten haben sich verbessert. Gleichzeitig ist es entscheidend, die eigene Motivation über eine lange Karriere aufrechtzuerhalten. Als Beispiel nennt Esterl Bernhard Langer: „Dass das Feuer so innerlich brennt, das beeindruckt mich am meisten.“
Auch für die Zukunft des Golfsports sieht Esterl großes Potenzial in großen Veranstaltungen. Sie könnten Aufmerksamkeit schaffen und den Sport auch für Menschen interessant machen, die selbst noch nicht golfen. Gerade das Matchplay mit seinen direkten Duellen sei leicht zugänglich. Gleichzeitig müsse sich Golf weiter öffnen, ohne seine Traditionen aufzugeben.
Heute widmet sich Esterl unter anderem ihrem eigenen Unternehmen für Golfbekleidung. Mit dem regelmäßigen Turniergolf hat sie zwar weitgehend abgeschlossen, doch die Teilnahme an der Senior Open weckte noch einmal ihr Wettkampfgefühl. Vielleicht wird sie auch den aktuellen Solheim Cup vor Ort verfolgen. Ihre Unterstützung für Team Europe ist jedenfalls eindeutig: „GO Europe!“







