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Sofia Maier-Borst vom GC St. Leon-Rot (li.) und Lena Geier vom GC Bad Griesbach haben sich durch gute Leistung für das europäische Team im PING Junior Solheim Cup qualifiziert und bekamen nun die Einladungen von Kapitänin Anne van Dam | © DGV/stebl

Geier und Maier-Borst für PING Junior Solheim Cup nominiert

Für das deutsche Nachwuchsgolf ist es eine besondere Konstellation: Gleich zwei Spielerinnen haben sich direkt über die zehn Qualifikationsturniere einen Platz im europäischen Team erspielt. Neben Geier und Maier-Borst stehen Anna Ludvová aus Tschechien, Adriana García Terol aus Spanien, Lauren Crump aus England und Lana Guyot aus der Schweiz als automatische Qualifikantinnen fest. Ludvova hatte die 84. German International Women´s Amateur Championship im G&CC Seddiner See gewonnen.
 

Die sechs weiteren Plätze vergab van Dam an Axelle Guillemard und Alice Kong aus Frankreich, die Spanierinnen Carlota López Minguela, Marta Muñoz und Carolina Pérez-Tasso sowie Annabel Peaford aus England. Damit ist die zwölfköpfige europäische Auswahl komplett.

Geier beendet Qualifikation mit Ausrufezeichen

Lena Geier machte ihren Startplatz mit einer starken Schlussphase der Qualifikation endgültig klar. Bei der R&A Girls’ Amateur Championship in Craigielaw gewann die 17-Jährige die Zählspielphase mit einem Gesamtergebnis von vier unter Par und sammelte damit noch einmal wichtige Punkte. Die Saison der Niederbayerin hatte schon zuvor mehrere sportliche Höhepunkte gebracht. Bei ihrem Debüt auf der LET Access Series in Dänemark spielte sich Geier bis ins Stechen um den Titel und belegte am Ende Rang zwei. Nun folgt mit dem PING Junior Solheim Cup eine weitere große internationale Bühne.
 

Von ihrer Berufung erfuhr Geier direkt von Kapitänin. Die Freude darüber war entsprechend groß: „Anne Van Dam persönlich hat mich angerufen und mir gesagt, dass ich aufgestellt bin. Ich war extrem glücklich! Ich meinte auch zu ihr, dass ich einfach gar nicht weiß, was ich sagen soll.“
 

Matchplay kennt die Spielerin des Junior Team Germany bisher vor allem aus Teamwettbewerben und von der R&A Girls Amateur Championship. Entsprechend groß ist die Vorfreude auf die Tage in den Niederlanden. Besonders macht die Woche für Geier auch, dass sie diese gemeinsam mit einer Teamkollegin aus Deutschland erlebt: „Ich finde es einfach mega toll, dass ich es auch noch mit Sofia Maier-Borst erleben darf!“

Maier-Borst erfüllt sich großes Ziel

Sofia Maier-Borst hatte sich im Verlauf der Qualifikation kontinuierlich in Position gebracht. Die Spielerin des GC St. Leon-Rot belegte beim ANNIKA Invitational Europe Rang zwei und war bereits wenige Wochen zuvor bei den German International Amateur Girls Open in Bad Saarow Zweite geworden. Damit sammelte Maier-Borst wichtige Punkte auf dem Weg in die europäische Auswahl. Auch bei der abschließenden R&A Girls’ Amateur Championship kamen weitere Zähler hinzu.
 

Die Teilnahme am PING Junior Solheim Cup hatte für die SLR-Athletin schon lange einen besonderen Stellenwert. Da sie 2026 letztmals die Altersvoraussetzungen erfüllt, war die Qualifikation eines ihrer großen Saisonziele. „Es gab ja schon ein paar Deutsche, die beim PING Junior Solheim Cup mitgespielt haben. Daher war für mich klar, dass ich da irgendwann auch mal mitspielen möchte. Deswegen bedeutet es mir wirklich die Welt“, kommentierte Maier-Borst den Moment, an dem sie die Einladung telefonisch erhielt.
 

Ganz neu ist für die Kurpfälzerin die Nominierung für eine europäische Mannschaft nicht. Bereits 2023 spielte sie bei der Junior Vagliano Trophy für den Kontinent und sammelte dabei internationale Matchplay-Erfahrung unter anspruchsvollen Bedingungen in Schottland. Nun wartet mit den USA ein Gegner, dessen Qualität Maier-Borst sehr bewusst ist. Die Vorfreude überwiegt dennoch deutlich: „Ich freue mich riesig drauf. Ich weiß, dass die Mädels aus den USA sehr stark spielen werden und auch gut vorbereitet sind.“

Bundestrainerin voller Stolz

Für Esther Poburski, Bundestrainerin Frauen Nachwuchs, kam die Nominierung der beiden Spielerinnen des Junior Team Germany zwar nicht völlig überraschend, aber die Freude ist dennoch sehr groß: „Ich freue mich wahnsinnig für Sofia, Lena und auch das Betreuer-Team um die beiden herum. Beide Spielerinnen haben sich auf unterschiedliche Weise ihre Nominierungen verdient und können stolz auf ihren Entwicklungsprozess sein. Teil des PJSC zu sein, bedeutet viele besondere Momente, Freundschaften und Erinnerungen zu schaffen, die sie ihr Leben lang begleiten werden. Dass gleich zwei Spielerinnen des JTG nominiert worden sind und Esther Henseleit im „großen“ Solheim Cup spielt, ist ein toller Erfolg. Ich bin sehr stolz und dankbar und werde Sofia und Lena vom Fairwayrand aus anfeuern. Let’s go Europe!“

Zwölf Namen für Europa

Anne van Dam hatte sich im Juni bei der European Girls Team Championship in Zürich selbst ein Bild von zahlreichen Kandidatinnen gemacht. Nach Abschluss der Auswahl sagte die Kapitänin: „Ich freue mich riesig, mein Team bekannt zu geben, und gratuliere allen Mädchen.“ Für die Niederländerin hat die Aufgabe auch persönlich einen besonderen Stellenwert. 2013 spielte sie selbst im europäischen Team des PING Junior Solheim Cups, damals unter anderem gemeinsam mit Georgia Hall, Emily Pedersen und ihrer heutigen Vize-Kapitänin Bronte Law. Sechs Jahre später gehörte van Dam auch beim Solheim Cup zur europäischen Mannschaft.
 

Nun führt sie erstmals selbst Europas Juniorinnen an, und das auch noch in ihrer Heimat: „Das Team in meinem Heimatland anzuführen, erfüllt mich mit großem Stolz, zumal wir Geschichte schreiben werden, indem wir zum ersten Mal auf demselben Platz wie beim Solheim Cup spielen.“

Zehn Turniere bis zum Ticket

Der Weg ins europäische Team begann Ende Januar bei der Portuguese International Ladies’ Amateur Championship. Insgesamt zählten zehn Turniere zur Qualifikationsserie. Dazu gehörten mehrere der wichtigsten Wettbewerbe im europäischen Amateurkalender, unter anderem die Women’s Amateur Championship, die European Ladies’ und European Girls’ Team Championship sowie die European Ladies’ Amateur Championship.  Auch die German International Girls’ Championship in Bad Saarow war Teil dieser Serie. Damit konnten die deutschen Talente bei einem Heimturnier Punkte für die europäische Rangliste sammeln.

Erstmals auf derselben Bühne

Die 14. Auflage des PING Junior Solheim Cups wird am 7. und 8. September auf Bernardus Golf ausgetragen. Erstmals spielen die Juniorinnen damit auf demselben Platz, auf dem wenige Tage später auch der Solheim Cup stattfindet. Bernardus Golf liegt nur rund 50 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Der von Kyle Phillips entworfene Meisterschaftsplatz ist von zahlreichen Bunkern und Wasserhindernissen geprägt.
 

Die Teams reisen am 4. September an. Nach den Vorbereitungstagen und der Opening Ceremony am 6. September beginnt am Montag der Wettkampf. Zum Auftakt werden sechs Klassische Vierer und sechs Vierball-Matches gespielt. Am Dienstag folgen zwölf Einzel, anschließend stehen Siegerehrung und Closing Ceremony auf dem Programm. Danach bleiben die Juniorinnen vor Ort und erleben auch den Solheim Cup, der am 11. September beginnt.

Deutsche Tradition

Seit Caroline Masson 2005 als erste Deutsche für Europa beim PING Junior Solheim Cup spielte, haben mehrere spätere Topspielerinnen diesen Weg genommen. Unter anderem waren Sophia Popov, Leonie Harm, Esther Henseleit, Paula Schulz-Hanßen und zuletzt Helen Briem Teil der europäischen Auswahl. Der Wettbewerb wurde 2002 ins Leben gerufen und bringt im Zweijahresrhythmus zwölf der besten europäischen Juniorinnen mit der Auswahl der USA zusammen. Zahlreiche spätere Solheim-Cup-Spielerinnen standen bereits als Jugendliche in diesem Wettbewerb für ihren Kontinent auf dem Platz.
 

Für Geier und Maier-Borst beginnt am 7. September auf Bernardus Golf nun das Duell mit der US-Auswahl. Nach 2007 und 2021 stehen erst zum dritten Mal zwei deutsche Spielerinnen gemeinsam im europäischen Team.

 

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