Deutschland im Flight A - Geier beste Spielerin
Die sommerlichen Bedingungen mit Temperaturen im hohen 20er-Bereich, die trockenen Fairways und zügigen Grüns sorgten für faire, aber anspruchsvolle Voraussetzungen - und nach zwei langen Zählspielrunden steht fest, welche acht Nationen im „Flight A“ um den Europameistertitel spielen. Spanien führt das Feld mit insgesamt 716 Schlägen (-4) an, Frankreich rutscht aus der Spitzenposition, folgt jedoch mit 720 Schlägen (Even Par) auf Rang zwei. England verbessert sich noch auf Platz drei und steht bei 722 Schlägen (+2).
Bae mit Pech im Finish
Mit insgesamt 724 Schlägen (+4) und zwei identischen Teamrunden à 362 Schlägen (+2) sichern sich die deutschen Mädchen klar das Ticket für den Titel-Flight und beenden die Zählspielphase auf einem starken vierten Platz - spielten dabei sogar lange um den Sieg in der Teamwertung mit. Doch Yoo-Jin Bae (GC St. Leon-Rot) wird sich dennoch ärgern. Die spät gestartete St. Leon-Roter Spielerin war auf Kurs zum zweitbesten Ergebnis des deutschen Teams an diesem Tag. Auf der Abschlussbahn musste sie jedoch ein Quadruple-Bogey hinnehmen (9; +4), nachdem sie einen falschen Ball gespielt hat.
Dies hatte nicht nur Einfluss auf ihren eigenen Score, der plötzlich nicht mehr bei 70 (-2), sondern bei 74 (+2) lag. Denn das Team musste noch zwei höhere Scores verdauen und nur eines davon konnte gestrichen werden. Das Ergebnis von Bae ging also in die Wertung ein. So fielen die deutschen Mädchen in der Schlussphase der Zählspielrunde noch von Platz zwei auf Platz vier. Doch von Nachteil muss dies nicht unbedingt sein - die Viertelfinal-Paarungen bringen gleich Licht ins Dunkel.
Hinter den Nachwuchs-Adlern komplettieren Tschechien (730/+10), Italien (735/+15), Gastgeber Schweiz (736/+16) und Schweden (744/+24) das Achterfeld der Titelanwärterinnen. Irland (751/+31) und Dänemark (753/+33) verpassen den Sprung in Flight A als Neunter und Zehnter mit ein paar Schlägen Rückstand und treten – wie alle weiteren Nationen – in Flight B bzw. Flight C an.
Einzelwertung: Geier führt, Hartmann rückt nach
In der Einzelwertung behauptet Lena Geier (GC Bad Griesbach) ihre Spitzenposition vor einem unfassbar starken Teilnehmerfeld. Nach der 68 (-4) zum Auftakt lässt sie eine 71er-Runde (-1) folgen. Dabei dreht die Spieler aus dem Rottal zum Ende ihrer Runde nochmal richtig auf und finished per Birdie-Eagle. Sie schließt die Zählspielphase mit insgesamt 139 Schlägen und fünf unter Par ab! Sie wird dicht gefolgt von der Französin Alice Kong und der Spanierin Amanda Revuelta mit jeweils 140 Schlägen (-4).
Luisa Hartmann (GC Aldruper Heide) schiebt sich mit einer starken 68 (-4) und insgesamt 141 Schlägen (-3) um 16 Positionen nach vorne und beendet die Zählspielphase auf dem geteilten vierten Platz. Die stärkste Runde des Tages spielte übrigens die Engländerin Annabel Peaford mit einer 66 (-6). Damit verbesserte sie sich im Ranking um ganze 52 Positionen auf T14.
Aus deutscher Sicht ergänzen Yoo-Jin Bae (GC St. Leon-Rot) mit 145 Schlägen (+1), Sofia Maier-Borst (GC St. Leon-Rot) mit 147 (+3), Laetitia Leisinger (GC St. Leon-Rot) mit 152 (+8) und Cecilie Volckens (GC St. Leon-Rot) mit 154 Schlägen (+10) das Bild eines Teams, das sich mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung durch die Zählspielphase gekämpft hat.

Moduswechsel: Matchplay bis zum Titel
Mit dem Ende des zweiten Turniertages ist die Zählspiel-Qualifikation abgeschlossen, ab hier übernimmt das Matchplay. Nur die acht bestplatzierten Teams – darunter Spanien, Frankreich, England und Deutschland – haben nun noch Titelchancen. Die Platzierungen nach 36 Löchern bilden die Setzliste für die Viertelfinalduelle im Flight A, in denen sich entscheidet, wer in den kommenden Tagen um Medaillen und den Europameistertitel spielen wird.
Da kommt es nun zu folgenden Paarungen: Spanien trifft als Erstplatzierter der Zählspielwertung auf Schweden, das als Achter gerade noch den Sprung in den Titel-Flight geschafft hat. Frankreich spielt als Zweiter gegen Gastgeber Schweiz, England bekommt es als Drittplatzierter mit Italien zu tun. Das Junior Team Germany, nach zwei Runden auf Rang vier geführt, trifft im vierten Viertelfinale auf die Tschechische Republik, die sich auf Platz fünf in die Spitzengruppe geschoben hat.
Bundestrainerin Esther Poburski resümiert den bisherigen Turnierverlauf: „Wir sind natürlich erst mal total happy, dass wir da vorne in Contention waren. Wir hatten uns als Ziel gesetzt, bei uns zu bleiben, unser Ding zu machen, uns nicht beeinflussen zu lassen, im Prozess zu bleiben, die Schläge gut zu planen und das zu beeinflussen, was wir beeinflussen können – das haben wir wirklich gut gemacht über die Tage“, sagt Bundestrainerin Esther Poburski.
Mit Blick auf das Viertelfinale gegen Tschechien erklärt sie: „Das wird sicherlich ein Brett, wie alle anderen Spiele auch. Natürlich wollen wir morgen gewinnen, aber die Tschechinnen haben heute ebenfalls sehr gut gespielt – es wird ein offener Schlagabtausch.“ Besonders wichtig ist ihr der Zusammenhalt im Team: „Ich habe hier eine tolle Truppe, ich bin sehr stolz auf die Mädchen. Klar, Lena führt die Einzelwertung an, aber das zeigt auch, wie viel Potenzial im ganzen Kader steckt. Wir haben das ganze Jahr über gut gespielt und sind sehr gut vorbereitet. Jetzt machen wir Day by Day und schauen, was am Ende rauskommt.“










