Geier gewinnt die Zählspielqualifikation
Aberlady/Schottland – Nach zwei Runden Zählspiel ist bei der R&A Girls’ Amateur Championship die erste Entscheidung gefallen. Von den 144 Spielerinnen, die in Schottland gestartet waren, bleiben 64 im Wettbewerb und ziehen in die Matchplays ein. Aus deutscher Sicht endete die Qualifikation mit einem starken Ergebnis. Sieben Spielerinnen stehen in der Runde der besten 64, drei davon beendeten die beiden Zählspielrunden unter Par. Nur neun Athletinnen im gesamten Feld gelang es, nach 36 Löchern einen Gesamtscore unter Par zu erreichen.
An der Spitze steht Lena Geier. Nach ihrer 67 (-4) zum Auftakt benötigte die Spielerin des GR Bad Griesbach am zweiten Tag 71 Schläge und sicherte sich damit den ersten Platz der Zählspielqualifikation.
Geier musste bei den anspruchsvolleren Bedingungen auf dem schottischen Links Course konzentriert bleiben. Mit ihrem zweiten Birdie der Runde auf dem 18. Grün stellte die 17-Jährige ihren Tagesscore wieder auf Even Par und beendete die beiden Qualifikationsrunden mit insgesamt vier unter Par.
Die 17-Jährige blieb auch nach diesem Erfolg bei ihrem bisherigen Ansatz: „Ich habe einfach wieder alles so gemacht wie bei den letzten Runden auch. Ich bin wieder extrem glücklich, im Zählspiel Erste sein zu können! Jetzt bin ich extrem auf das Matchplay gespannt!“
Volckens und Zimmermann auf Rang sechs
Hinter Geier beendeten zwei weitere Deutsche die Zählspielphase in der Top Ten. Cecilie Volckens vom GC St. Leon-Rot und Julia Zimmermann vom GC Mülheim an der Ruhr teilen sich mit jeweils gesamt -1 den sechsten Platz. Volckens war als Führende in den zweiten Tag gegangen. Nachdem am Auftakttag vor allem auf den Grüns sehr vieles zusammengepasst hatte, ließ die 16-Jährige diesmal Chancen ungenutzt. Dennoch brachte sie sich sicher durch die Qualifikation und geht mit einer starken Platzierung in die Matchplays.
Die Einordnung der SLR-Athletin fiel entsprechend sachlich aus: „Ich habe heute im Gegensatz zu gestern viele Schläge beim Putten liegen lassen und somit schlechter gescored als ich eigentlich gespielt habe. Trotzdem gehe ich entspannt morgen in die Matchplays. Natürlich freut es mich sehr, dass ich im Zählspiel gut performen konnte, im Endeffekt geht das Turnier aber jetzt erst wirklich los und die Karten werden neu gemischt.“
Auch Julia Zimmermann bestätigte ihre gute Ausgangsposition aus der ersten Runde und beendete die Qualifikation gemeinsam mit Volckens auf Rang sechs. Damit stehen gleich drei Deutsche unter den besten sechs Spielerinnen des Zählspiels.
Maier-Borst sicher qualifiziert
Sofia Maier-Borst beendete die beiden Qualifikationsrunden mit gesamt +1 auf dem geteilten 14. Platz. Die Spielerin des GC St. Leon-Rot empfand ihren Auftritt grundsätzlich als stabil, auch wenn ihr nicht alles gelang. Besonders ein Ausflug in einen der für Linksplätze charakteristischen Topfbunker kostete Schläge.
Die 18-Jährige ordnete die Situation anschließend gelassen ein: „Das Zählspiel war auf jeden Fall relativ solide. Ich habe mich in meinem Spiel sehr gut gefühlt. In beiden Runden ist in meinem Spiel zwar nicht alles richtig zusammengekommen, aber ich weiß ganz genau, dass ich auch deutlich tiefer hätte gehen können. Auf meiner Back Nine habe ich heute einen Topfbunker erwischt, war dann zu gierig und habe dafür meine Strafe bekommen. Aber so ist das nun mal hier auf diesem Links Course. Das nehme ich mir nicht allzu sehr zu Herzen.“
Sieben Deutsche im Matchplay
Neben Geier, Volckens, Zimmermann und Maier-Borst schafften drei weitere deutsche Spielerinnen den Sprung in die Matchplays.
Luise Jung vom GC St. Leon-Rot beendete die Zählspielqualifikation mit gesamt +3 auf dem geteilten 25. Platz. YooNa Bae folgte mit +4 auf Rang 30, Yoo Jin Bae kam mit insgesamt fünf Schlägen über Par auf den geteilten 34. Platz.
Yoo Jin Bae musste sich am zweiten Tag vor allem mit einer Runde arrangieren, in der sie wenige echte Birdiechancen kreieren konnte. Dennoch hielt sie ihr Ergebnis zusammen und brachte sich sicher über die Cutlinie.
„Heute war eine sehr durchwachsene Runde. Ich bin nicht richtig an die Fahnen rangekommen und hatte dementsprechend auch wenige Birdiechancen. Trotzdem konnte ich meinen Score zusammenhalten und ein brauchbares Ergebnis reinbringen“, fasste Bae ihren Tag zusammen.
Damit gehören sieben Deutsche zu den 64 Spielerinnen, die nach zwei Tagen weiterhin im Wettbewerb stehen.
Knapp außerhalb dieser Gruppe landeten Laetitia Leisinger und Cosima Feßmann. Beide beendeten die Qualifikation mit gesamt acht über Par auf dem geteilten 65. Platz. Damit fehlte jeweils nur ein Schlag zum Einzug in die Matchplays.
Anspruchsvolle Bedingungen
Der zweite Wettkampftag stellte die Spielerinnen auf dem Links Course von Craigielaw vor andere Aufgaben als der Auftakt. Vor allem der Wind machte den ohnehin taktisch anspruchsvollen Platz schwieriger. Auch die stark ondulierten Grüns verlangten präzise Annäherungen.
Bundestrainerin Esther Poburski verwies nach Abschluss der Zählspielphase darauf, dass sich das deutsche Team mit nur einer Proberunde auf diese Bedingungen einstellen musste.
Ihr Gesamtbild nach den beiden ersten Wettkampftagen blieb positiv: „Ich bin im Großen und Ganzen ganz zufrieden. Gestern haben wir uns ganz, ganz toll präsentiert. Mit Lena und Cecilie ganz vorne, dazu noch Sofia kurz hinter der Top Ten auf Tuchfühlung mit der Spitze.“
Die Bedingungen hätten sich dabei durchaus verändert: „Der Golfplatz spielt sich mit dem Wind nicht so einfach. Wir hatten hier nur eine Proberunde. Die Grüns sind wahnsinnig onduliert und dadurch auch schwer anzuspielen. Gestern war der Wind nicht so stark. Das hat uns ein bisschen in die Karten gespielt. Aber wir haben es auch wirklich sehr gut gemacht. Heute war ein bisschen durchwachsen. Nach so einem Tag und Zwischenstand wie gestern, hätte man gerne noch ein oder zwei Spielerinnen mehr in den Matchplays gesehen.“
Neues Format, neue Ausgangslage
Mit dem Ende der Zählspielqualifikation verändert sich der Charakter der R&A Girls’ Amateur Championship grundlegend. Die Ergebnisse der ersten beiden Tage bestimmen das Tableau für die Matchplays, danach entscheiden aber nur noch die direkten Duelle über das Weiterkommen.
Poburski brachte den Übergang vom Zählspiel zum Lochspiel auf eine einfache Formel: „Bisher haben wir die Pflicht gespielt, ab morgen beginnt die Kür. Jetzt geht das Turnier erst richtig los und wir freuen uns auf die Matchplays.“
Matchplay Draw Runde der besten 64
08:00 Uhr Lena Geier vs. Marie Lussand (Norwegen)
08:27 Uhr Sofia Maier-Borst vs. Liliya Favre (Schweiz)
08:54 Uhr Cecilie Volckens vs. Martina Benazzo (Italien)
10:02 Uhr Luise Jung vs. Romane Tresnard (Frankreich)
11:05 Uhr Julia Zimmermann vs. Lily Hawes (England)
11:14 Uhr Yoo Jin Bae vs. Maria Albini (Italien)
11:55 Uhr YooNa Bae vs. Ella Cantwell (Irland)







