Neues Matchplay-Finale angekündigt
Die PGA Tour verpasst ihrem Saisonabschluss ab 2028 ein neues Gesicht. Das bisherige Modell der FedExCup-Playoffs mit drei Turnieren und stetig kleiner werdenden Teilnehmerfeldern wird durch eine dreiteilige Schlussphase ersetzt. Höhepunkt ist ein zweiwöchiges Matchplay-Turnier mit den 32 besten Spielern der Saison. Den Auftakt bildet das neu geschaffene Finale der PGA Tour Championship Series. Dabei treten die 90 bestplatzierten Spieler der Saisonwertung über 72 Löcher im klassischen Zählspiel gegeneinander an. Das Turnier hat gleich mehrere Bedeutungen: Einerseits wird ein Turniersieger ermittelt, andererseits wird nach Abschluss der Saisonwertung der Spieler mit den meisten Punkten als Saisonbester ausgezeichnet. Zudem behalten die Top 90 ihre Spielberechtigung für die folgende Saison.
Für die anschließende Tour Championship ist jedoch nur die endgültige Rangliste entscheidend. Die besten 32 Spieler qualifizieren sich für das neue Saisonfinale.
Erst Gruppenphase, dann K.-o.-Runden
Die Tour Championship selbst wird über zwei Wochen und auf zwei verschiedenen Plätzen ausgetragen. In der ersten Woche werden die 32 Teilnehmer in acht Vierergruppen aufgeteilt. Jeder Spieler tritt gegen die drei Konkurrenten seiner Gruppe an. Die beiden Besten jeder Gruppe ziehen in die zweite Woche ein. Bei Gleichstand entscheidet ein Playoff über das Weiterkommen. Damit bleiben 16 Spieler übrig. Für sie geht es in der zweiten Woche an einen anderen Austragungsort. Dort wird im direkten Matchplay über vier Tage der Tour-Champion ermittelt. Wer seine Duelle gewinnt, kommt weiter, bis schließlich das finale Match um den Titel ausgetragen wird. Die individuellen Matchplay-Ergebnisse fließen zudem in die abschließende Platzierung der Tour Championship ein.
Das Format erinnert damit bewusst an große internationale Sportturniere: Auf eine Gruppenphase folgt eine K.-o.-Phase. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass ein Topspieler nach nur einer Niederlage sofort aus dem Wettbewerb ausscheidet.
Eine Besonderheit des neuen Systems ist, dass der Spieler, der die Saisonwertung gewinnt, nicht zwangsläufig auch Tour-Champion wird. Die Jahreswertung wird bereits nach dem 72-Loch-Finale entschieden und soll die Konstanz über die gesamte Saison hinweg belohnen. Im Anschluss beginnt mit der Tour Championship ein eigenständiger Wettbewerb, in dem die 32 besten Spieler um den prestigeträchtigen Titel kämpfen. Ein Spieler kann somit die Saisonwertung anführen und anschließend im Matchplay-Wettbewerb früh ausscheiden.
Genau diese Trennung soll nach Vorstellung der PGA Tour für eine klarere Dramaturgie sorgen: Die Saisonleistung wird unabhängig vom anschließenden Showdown gewürdigt, während die Tour Championship ein eigenständiges, spektakuläres Finale bildet.
East Lake verliert sein Saisonfinale
Mit der Reform endet auch die langjährige Tradition von East Lake in Atlanta als Austragungsort der Tour Championship. Die beiden Matchplay-Wochen sollen künftig auf unterschiedlichen, renommierten Plätzen stattfinden. Die Austragungsorte werden dabei rotieren. Dabei möchte die PGA Tour auch Anlagen einbinden, die bislang nicht oder nur selten Schauplatz von Tour-Events waren.
Welche beiden Plätze 2028 den Auftakt machen, ist noch offen. Die PGA Tour will den vollständigen Kalender der neuen Championship Series einschließlich der Austragungsorte der Tour Championship am 22. Februar 2027 bekannt geben.
Matchplay kehrt auf die PGA Tour zurück
Auch für das Matchplay bedeutet die Reform ein Comeback. Das Format wurde zuletzt 2023 beim WGC-Dell Technologies Match Play auf der PGA Tour gespielt. Bei der Tour Championship kommt es nun erstmals zum Einsatz. PGA-Tour-Chef Brian Rolapp begründet die Änderung mit dem Wunsch nach einem leichter verständlichen und sportlich bedeutsameren Saisonabschluss. Das Finale soll stärker auf der gesamten Saison aufbauen und zugleich ein Format bieten, das sich deutlich vom gewöhnlichen 72-Loch-Zählspiel unterscheidet. Auch Rory McIlroy begrüßte die Pläne und bezeichnete den Ansatz als großen Schritt in eine neue Richtung.
Das neue Modell ist Teil eines noch größeren Umbaus der PGA Tour. Ab 2028 soll der US-Circuit unter anderem mit einer Championship Series und einer darunter angesiedelten Challenger Series in ein neues Zwei-Ebenen-System starten. Das Matchplay-Finale bildet somit den spektakulären Schlusspunkt einer grundlegend veränderten PGA-Tour-Saison.







