Weichen gestellt: Zwei-Serien-Modell ab 2028
Die PGA Tour steht vor einem der größten Umbrüche ihrer Geschichte. Ab der Saison 2028 wird ein neues Wettbewerbsmodell eingeführt, das die Turnierserie in die beiden Ebenen Championship Series und Challenger Series aufteilt. Das Ziel besteht darin, mehr Klarheit, eine höhere sportliche Relevanz und einen konsequent leistungsorientierten Wettbewerb zu schaffen. „Das Ergebnis ist ein neues Wettbewerbsmodell, das auf Leistung basiert – mit klareren Wegen, höheren Einsätzen und mehr Konstanz“, erklärte CEO Brian Rolapp.
Im Zentrum des neuen Systems steht die Championship Series, in der die besten Spieler der Welt künftig antreten werden. Sie umfasst pro Saison rund 23 bis 24 Turniere, darunter die Major Championships, die Players Championship sowie internationale Teamwettbewerbe wie der Ryder Cup und der Presidents Cup. Die Saison soll von Februar bis August dauern und jedes Event wird mit mindestens 20 Millionen US-Dollar dotiert sein.
Die Teilnehmerfelder umfassen jeweils etwa 120 Spieler. Startberechtigt sind die Top 90 der Jahresrangliste sowie mindestens 20 Aufsteiger aus der Challenger Series. Gespielt wird klassisch über 72 Löcher mit Cut nach zwei Runden (Top 65 und Gleichstand). Auffällig ist, dass es künftig keine Sponsoreneinladungen mehr geben wird.
Parallel dazu findet die Challenger Series als zweite Ebene mit mindestens 20 Turnieren und Preisgeldern von jeweils mindestens vier Millionen US-Dollar statt. Hier kämpfen aufstrebende Profis um den Aufstieg. Die Felder sind mit bis zu 144 Spielern größer, das Format bleibt das klassische Zählspiel mit Cut.
Auf- und Abstieg als zentrales Element
Der Kern des neuen Modells ist ein klar strukturiertes Auf- und Abstiegssystem. Die besten Spieler der Challenger Series – das sind mindestens die Top 20 der Saisonwertung – steigen direkt in die Championship Series auf. Umgekehrt verlieren Spieler, die sich nicht unter den besten 90 der Championship Series platzieren, ihren Status.
Zusätzlich wird im Herbst eine „Last-Chance-Serie“ eingeführt. In vier bis sechs Turnieren haben Spieler die Möglichkeit, ihren Status zu retten oder sich noch für die Championship Series zu qualifizieren. Auch während der Saison sind Aufstiege möglich: Wer zwei Challenger-Turniere gewinnt oder sogar ein Major für sich entscheidet, erhält sofort die Spielberechtigung für die höchste Serie.
Neues Punktesystem und klarere Struktur
Beide Serien verfügen über eigene, einheitliche Punktesysteme. Punkte können ausschließlich innerhalb der jeweiligen Serie gesammelt werden. Das Ziel besteht darin, das System für Spieler und Fans transparenter zu gestalten und gleichzeitig den sportlichen Wert von Top-Platzierungen zu erhöhen.
Zudem arbeitet die Tour an einem neuen Saisonfinale, das möglicherweise auch Matchplay-Elemente enthalten wird. Details dazu stehen noch aus.
Die Reformen gehen maßgeblich auf die Arbeit des von Tiger Woods geleiteten Future Competition Committee zurück. Gemeinsam mit weiteren Spielern und Beratern hat das Gremium die neue Struktur entwickelt. Bei der Vorstellung betonte Woods: „Es ging nie um einzelne Spieler, sondern darum, das Beste für unseren Sport zu schaffen und ihn für kommende Generationen weiterzuentwickeln.“
Bis zur Einführung im Jahr 2028 sollen weitere Details, wie etwa konkrete Turnierkalender oder Feinjustierungen im Aufstiegssystem, folgen. Klar ist jedoch schon jetzt: Die PGA Tour wird künftig noch stärker als bisher auf Leistung, Durchlässigkeit und ein klar strukturiertes Wettbewerbssystem setzen.







