Final Stage: Deutsche mit Aufstiegsträumen, Siem niedergeschlagen
Während sich die Besten des Jahres im Nahen Osten bei den Playoff-Turnieren messen und um Millionen spielen, geht es für viele andere beim Finale der Q-School zur DP World Tour um ihre Spielberechtigung für das kommende Jahr. Seit August läuft der Qualifikationsmarathon. Einige Spieler werden am kommenden Mittwoch nach sechs Tagen Abschlussprüfung insgesamt bis zu 252 Löcher über drei Stufen absolviert haben, um sich eine Kategorie für die große Bühne zu erspielen. Bei der Final Stage treffen diese Akteure auf den beiden Plätzen des Infinitum Golf an der Costa Daurada auf Spieler, die sich über ihre Leistungen auf der DP World Tour oder HotelPlanner Tour direkt für das Finale qualifiziert haben.
Zum 50-jährigen Bestehen der Q-School wurden die Hürden noch einmal erhöht. Nur noch die besten 15 Spieler und Schlaggleichen statt wie bisher 20 erhalten nach dem Turnier die begehrte Kategorie 18 auf der DP World Tour. Dabei bestimmt die Platzierung innerhalb der Kategorie die Startreihenfolge und damit auch, wie viele Turniere ein Spieler bestreiten kann. Kategorie 18 ist zwar keine Garantie für Starts bei den besonders lukrativen Turnieren der DP World Tour, bietet aber durchaus attraktive Spielmöglichkeiten. Im vergangenen Jahr kamen die Absolventen der Q-School auf 15 bis 24 Startgelegenheiten. Zudem können Spieler ihren Status durch gute Ergebnisse bei sogenannten Re-Rankings verbessern.
Doch auch für diejenigen, die den Aufstieg verpassen, kann das Turnier ein wichtiger Schritt nach vorne sein. Wer nach sechs Runden außerhalb der Aufstiegszone auf den Plätzen 16 bis 40 (einschließlich Schlaggleicher) landet, sichert sich immerhin Kategorie 9 auf der HotelPlanner Tour.
„Mit meiner aktuellen Kategorie bekomme ich wahrscheinlich ungefähr 15 Starts. Dann kommen vielleicht noch ein paar Wildcards dazu und du bist ungefähr bei 20 Turnieren“, erklärt Final-Stage-Teilnehmer Philipp Macionga, einer von fünf Pro-Golf-Tour-Aufsteigern auf die HotelPlanner Tour. „Das ist okay. Aber du kannst es bei der Q-School eben noch einmal deutlich besser machen. Gerade am Anfang der Saison kann es wichtig sein, weil die Felder teilweise reduziert sind. Vielleicht auch ganz am Ende der Saison, wenn weniger Tageslicht da ist und kleinere Felder gespielt werden. Mit einer besseren Kategorie kannst du einfach besser planen und dir eher aussuchen, welche Turniere du spielen möchtest.“
Macionga gehört zu den größten deutschen Aufstiegshoffnungen. Der 21-jährige Augsburger aus dem National Team Germany meisterte nach starker Saison die Second Stage souverän. Nun träumt er an der Costa Daurada vom direkten Durchmarsch aus der dritten in die erste Liga.
Siem fehlt, elf Deutsche hoffen

Absagen musste hingegen Marcel Siem. Der sechsmalige Tour-Sieger, der in diesem Jahr nicht über Rang 137 im Race to Dubai hinauskam, kämpft seit längerer Zeit mit Rückenproblemen. „Es war eine der härtesten Entscheidungen seit Langem, aber ich habe meinen Start zurückgezogen“, erklärte er auf Instagram. Es sei keine leichte Entscheidung gewesen, wohl aber die richtige. Der Routinier wolle seinem Rücken nun endlich die nötige Ruhe, Behandlung und Zeit geben. Anschließend soll eine gezielte Rehabilitation folgen. Siem ist zuversichtlich, danach wieder voll angreifen zu können.
Überraschend schaffte es hingegen Yannik Paul noch ins Feld. Der Hesse rückte nach einem Stechen am Montag als Nachrücker in die Final Stage auf, nachdem er in der Second Stage um einen Schlag an der direkten Qualifikation gescheitert war. Nach dem Verlust seiner vollen Tourkarte war der 32-Jährige in dieser Saison sowohl auf der DP World Tour als auch auf der HotelPlanner Tour aktiv.
Jannik de Bruyn spielte 2025 auf der DP World Tour und will sich nun erneut für höhere Aufgaben empfehlen. Auf der HotelPlanner Tour gelangen ihm in diesem Jahr einige gute Ergebnisse, für die Qualifikation zum Saisonfinale auf Mallorca reichte es allerdings nicht ganz.
Hurly Long reist mit ordentlich Rückenwind an die spanische Küste. Der Heidelberger hatte gerade das Saisonfinale der HotelPlanner Tour auf dem geteilten fünften Platz beendet und damit sein seit Monaten anhaltendes Formhoch bestätigt. Nach zehn verpassten Cuts in Folge zu Beginn der Saison gelangen Long seit Juli fünf Top-Ten-Ergebnisse.
Auch Dominic Foos und Anton Albers versuchen ihr Glück im Aufstiegskampf. Das Duo hatte in diesem Jahr mit Siegen in Tschechien (Albers) und Finnland (Foos) für deutsche Erfolge auf der HotelPlanner Tour gesorgt. Beide waren in der Saisonwertung lange vorne dabei, verpassten am Ende jedoch den direkten Aufstieg.
Weitere Aufstiegsträume
Thomas Schmidt vom GC Hösel ist erst in diesem Jahr ins Profilager gewechselt und durfte bei der BMW International Open bereits Erstligaluft schnuppern. Der ehemalige College-Golfer der Arkansas State University sicherte sich seinen Platz im Feld durch gute Leistungen in der First und Second Stage.
Gleiches gilt für Martin Obtmeier, der ebenfalls beide Qualifikationsstufen meisterte. Der Straubinger war in dieser Spielzeit auf der Pro Golf Tour aktiv und beendete die Saison auf Rang 24 der Gesamtwertung. 2025 hatte er in Ägypten seinen ersten Sieg auf der Tour gefeiert.
17 Starts, sechs geschaffte Cuts, eine Top-20-Platzierung – so die Bilanz von Philipp Katich in seiner mittlerweile dritten vollen Saison auf der HotelPlanner Tour. Für den 25-Jährigen vom GC St. Leon-Rot, der zum National Team Germany gehört, ist es bereits die fünfte Teilnahme an der Final Stage.
Michael Hirmer hatte sich 2025 über die Pro Golf Tour für die HotelPlanner Tour qualifiziert und zeigte 2026 unter anderem mit Rang drei bei der Estonian Challenge sein Können. Im vergangenen Jahr reichte es bei der Final Stage nicht für den Sprung über die Cut-Linie.
Max Schmitt hat in seiner Vita bereits einige Top-Ergebnisse in der ersten und zweiten Liga stehen. In diesem Jahr musste der 28-Jährige auf der Pro Golf Tour antreten, um sich erneut für höhere Aufgaben zu empfehlen – und schaffte dort als Fünfter der Jahreswertung den Aufstieg auf die HotelPlanner Tour. Nun bietet sich ihm sogar die Chance auf die direkte Rückkehr in die DP World Tour.
Die Konkurrenz ist dabei prominent. Im Feld stehen 20 Turniersieger der DP World Tour, darunter Thomas Pieters, Pablo Larrazabal, Byeong Hun An und Ross Fisher. Für die elf Deutschen wird der Weg zu einer der begehrten Tourkarten damit alles andere als einfach.
Zahlen & Fakten zur Final Stage 2026
- Austragungsort: Infinitum Golf bei Tarragona, Spanien
- Golfplätze: Lakes Course (Par 71) und Hills Course (Par 72)
- Teilnehmer: 156 Spieler im ursprünglich angekündigten Feld
- Deutsche Teilnehmer: elf
- Format: sechs Runden über insgesamt 108 Löcher
- Cut: nach vier Runden (72 Löchern) auf die besten 60 Spieler und Schlaggleichen
- Aufstieg: Die besten 15 Spieler und Schlaggleichen erhalten Kategorie 18 auf der DP World Tour sowie Kategorie 5 auf der HotelPlanner Tour, weitere Spielberechtigungen:Kategorie 9 auf der HotelPlanner Tour für die übrigen Spieler bis einschließlich Rang 40 und Schlaggleiche







