Hochspannung vor der Finalrunde
Halle/Westfalen – An einem weitgehend sonnigen Tag mit fast keinem Niederschlag lebte der Wind etwas auf und machte es den Athletinnen und Athleten auf dem anspruchsvollen Par-72-Kurs nicht leicht, die nötige Kontrolle zu halten. Nach drei Runden liegen nur noch Moritz Küls, Vivienne Bühle und Leonie Breutigam im Gesamtscore unter Par.
Gleichzeitig fielen die Entscheidungen um den Einzug in die Finalrunde. Bei den Frauen reichte +13 für den Cut der besten 24 und Schlaggleichen, bei den Männern lag die Grenze für die besten 36 und Schlaggleichen bei +12.
Küls klettert an die Spitze
Bei den Männern rückte die Spitze noch enger zusammen. Lauri Diener war mit zwei Schlägen Vorsprung auf Dario Rückwarth vom Münchener GC in den Tag gegangen, startete allerdings mit einem Bogey und musste auf Loch 7 ein Triplebogey notieren. Rückwarth hatte zwar keine einzelne hohe Zahl auf der Karte, sammelte dafür aber etliche Bogeys und konnte daraus keinen Profit ziehen.
Von den Spielern im Vorderfeld blieben an diesem Tag nur Moritz Küls vom GC Neuhof und Luca Scheublein vom GC Olching unter Par. Küls übernahm damit die alleinige Führung und geht mit gesamt -1 als einziger Mann unter Par in die vierte Runde.
Einen Schlag dahinter folgt Diener bei Even Par. Max Brückner vom Hamburger GC, Scheublein und Arthur Akpinar vom G&LC Berlin-Wannsee teilen sich mit +1 den dritten Platz. Rückwarth liegt bei +2 auf Rang sechs, Lukas Lange vom Frankfurter GC folgt mit +3 auf Platz sieben. Timo Ißler vom Münchener GC steht bei +4 auf Rang acht, Moritz Dietz und Jonah Lawrenz teilen sich mit +5 Platz neun.
Damit liegen vor der Schlussrunde neun Spieler innerhalb von nur sechs Schlägen.
Vieluf spielt 67
Den tiefsten Score des Männerfeldes brachte Lars Vieluf vom GC Hamburg-Ahrensburg ins Recording. Der 21-Jährige hatte an den beiden ersten Tagen 79 und 77 Schläge benötigt. Seine persönliche Bestleistung lag bislang bei 68 (-4). Am Samstag fiel diese Marke. Vieluf spielte sechs Birdies bei nur einem Bogey und kam mit 67 (-5) Schlägen vom Platz. Damit schaffte der Hanseat noch souverän den Sprung in den Cut. Für ihn ist es gleichzeitig das Debüt bei einer DM AK offen. In seiner Jugend hatte Vieluf nie die Qualifikation für den Vorausscheid zur Deutschen Meisterschaft geschafft.
Vor allem die Annäherungen und der Putter machten für ihn am dritten Tag den Unterschied: „Vom Tee lief es die gesamte Woche schon ganz gut, heute habe ich mir mit besseren Approaches viele Birdie-Chancen erspielt und sie auch genutzt. Anders als die letzten Tage konnte ich große Fehler vermeiden und mit etwas Glück das Momentum beibehalten, besonders ein guter Putter hat den Unterschied gemacht.“ Auch die Bedingungen auf der Anlage des GC Teutoburger Wald fordern den Norddeutschen. Die Hanglagen und Höhenunterschiede seien für ihn ungewohnt, außerdem verlange der Platz bei jedem Schlag Konzentration.
Böckstiegel im Finale
Lokalmatador Hannes Böckstiegel vom gastgebenden GC Teutoburger Wald lag ebenfalls lange gut im Rennen. Nach drei Birdies in Serie tauchte der 24-Jährige im Livescoring plötzlich mit einem Tagesscore unter Par auf. Ein Triplebogey auf Loch 5, seiner 14. gespielten Bahn, bremste den Lauf. Nach Runden mit 76, 75 und erneut 75 Schlägen steht Böckstiegel auf Rang 22 und zieht damit souverän in die Finalrunde ein.
Breutigam kommt zurück
Bei den Frauen verteidigte Vivienne Bühle ihre Führung, geht aber mit nur noch einem Schlag Vorsprung in den Finaltag. Die Spielerin des Stuttgarter GC Solitude hatte nach zwei Runden vier Zähler Abstand zwischen sich und die ersten Verfolgerinnen gebracht. Mit einer 74 (+2) büßte sie davon drei Schläge ein und steht nun bei gesamt -3.
Erste Verfolgerin ist Leonie Breutigam. Die 21-Jährige vom Hamburger GC hatte auf der Front Nine zunächst zu kämpfen und lag nach acht Löchern bei vier über Par.
Danach drehte sich ihre Runde vollständig. Innerhalb der folgenden sieben Bahnen spielte Breutigam fünf Birdies und drückte ihren Tagesscore noch unter Par. Mit 71 (-1) Schlägen rückte sie bei gesamt -2 bis auf Rang zwei vor. „Ein solches Comeback ist mir vorher noch nie gelungen, es fühlt sich aber sehr gut an“, sagte Breutigam, die nach den ersten Löchern mutiger agierte und sich dadurch deutlich mehr Birdiechancen erspielte.
Hinter dem Führungsduo folgt Luisa Hartmann vom GC Aldruper Heide. Nach einer 75 (+3) steht sie bei gesamt +2 und hat fünf Schläge Rückstand auf Bühle.
Sophia Matthiessen vom Hamburger GC und Emily Krause vom G&LC Berlin-Wannsee teilen sich bei +3 Rang vier. Catharina Lohoff vom Wannsee liegt mit +4 auf Platz sechs. Yoo Jin Bae und Talisia Ruff vom GC St. Leon-Rot sowie Theresa Fecke vom GC Paderborner Land stehen mit +5 gemeinsam auf Rang sieben. Josephine Lohmann vom GC Hamburg Wendlohe komplettiert bei +6 die Top Ten.
Lohmann wieder früh tief
Lohmann erwischte erneut einen sehr guten Start. Wie schon an den beiden ersten Tagen ging ihr Score früh nach unten. Auf den ersten sechs Löchern spielte die 27-Jährige drei Birdies. Wie an den Vortagen konnte die Wendloherin dieses Niveau nicht über die kompletten 18 Bahnen halten. Nach 75 und 74 Schlägen an den ersten beiden Tagen folgte diesmal eine 73 (+1), mit der Lohmann bis auf Rang zehn kletterte.
15 Schläge besser
Alena Oppenheimer vom Stuttgarter GC Solitude verbesserte sich gegenüber dem Vortag um 15 Schläge. Nach 82 und 84 Schlägen spielte die routinierteste Teilnehmerin des Turniers am Samstag eine 69 (-3) und damit den tiefsten Score des Tages bei den Frauen. Für den Cut der besten 24 reichte es dennoch nicht mehr.
Oppenheimer traf 17 Grüns in Regulation und erspielte sich dabei zahlreiche Birdiechancen. Nach den für sie beruflich anstrengenden vergangenen Wochen habe sich die Kombination aus anspruchsvollem Job und Spitzenamateur-Golf zuletzt bemerkbar gemacht. „Heute habe ich mich sehr viel erholter gefühlt, was sich auch gleich in meinem Spiel widergespiegelt hat. Die Runde heute war daher ein versöhnlicher Abschluss für dieses Turnier“, war Oppenheimer am Abend mit Score und Leistung mehr als einverstanden.
Am Sonntag wird ab 8.00 Uhr erneut von Tee 1 und Tee 10 gestartet. Der Leaderflight der Frauen geht um 9.40 Uhr in die vierte Wettkampfrunde, die drei besten Männer folgen um 9.55 Uhr.








