Fünf Deutsche stehen in der Runde der besten 32
Aberlady/Schottland – Von sieben deutschen Spielerinnen, die nach der Zählspielqualifikation in die Matchplays eingezogen waren, sind nach der Runde der besten 64 noch fünf im Wettbewerb. Die deutlichsten Siege gelangen Sofia Maier-Borst und Luise Jung, beide vom GC St. Leon-Rot. Besonders lange musste YooNa Bae arbeiten: Ihr Match gegen Ella Cantwell aus Irland entschied sich erst am zweiten Extraloch.
Maier-Borst ohne Lochverlust
Sofia Maier-Borst setzte sich gegen Liliya Favre aus der Schweiz mit 5&4 durch. Die 18-Jährige ging mit einem Birdie auf Loch 2 in Führung und erspielte sich anschließend weitere Chancen. Auf der 9 erhöhte sie mit einem weiteren Birdie auf 3auf.
Auch auf der Back Nine blieb Maier-Borst ohne Lochverlust. Die Löcher 11 und 13 gingen ebenfalls an die Spielerin des GC St. Leon-Rot, sodass das Match bereits auf dem 14. Grün beendet war. Zu diesem Zeitpunkt lag Maier-Borst für ihre Runde vier unter Par.
„Ich habe auch probiert, einfach den Platz normal runterzuspielen, mich gar nicht so sehr auf Liliya zu fokussieren, weil am Ende des Tages kann ich es ja dann auch eh nicht kontrollieren“, war das Mindset der in Madrid geborenen Spielerin des Junior Team Germany perfekt.
In der Runde der besten 32 trifft Maier-Borst um 7.39 Uhr auf Olivia Andersson aus Schweden, die gegen Celeste Bobo Lloret beim 3&1-Sieg überzeugen konnte.
YooNa Bae gewinnt am zweiten Extraloch
Deutlich länger dauerte das Match von YooNa Bae gegen die Irin Ella Cantwell. Bae begann mit zwei Dreiputts, spielte sich anschließend aber mit zwei langen gelochten Putts auf den nächsten beiden Bahnen wieder zurück ins Match.
Danach wechselten sich die Lochgewinne ab. Nach 15 Bahnen stand das Match all square. Bae gewann die 16 mit einem Birdie und ging mit 1auf auf die beiden letzten regulären Löcher. Cantwell rettete auf der 17 mit einem Up-and-down das Par und glich auf der 18 mit einem Birdie wieder aus. Ein Stechen musste die Entscheidung bringen. Auf dem ersten Extraloch, einem Par 4, legte Bae den Ball vom Tee pinhigh knapp neben das Grün, konnte das Match mit dem anschließenden Up-and-down aber noch nicht beenden. Beide teilten das Loch mit Par. Die Entscheidung fiel auf dem zweiten Extraloch. Auf dem Par 5 nutzte Bae ihre nächste Möglichkeit und gewann mit einem Up-and-down zum Birdie.
„Generell fand das Match ziemlich auf Augenhöhe statt und ich bin glücklich, dass ich letztendlich als Siegerin des Playoffs zurück zum Hotel fahren konnte“, so YooNa Bae.
In der Runde der besten 32 spielt Bae am vierten Wettkampftag ab 9.18 Uhr gegen Luna Valencia aus Spanien.
Jung macht auf der 15 Schluss
Luise Jung gewann ihr Match gegen Romane Tresnard aus Frankreich mit 4&3. Die Spielerin des GC St. Leon-Rot holte sich das erste Loch, nachdem sie mit ihrem Drive das Vorgrün erreicht hatte.
Auf Loch 3 fiel ein Birdieputt aus rund zwölf Metern zum nächsten Lochgewinn, auf der 8 lochte Jung aus etwa sechs Metern erneut zum Birdie ein. Ein Shortside-Up-and-down über den Bunker brachte ihr Loch 12, anschließend gewann sie auch die 13 und lag damit 4auf.
Auf der 14 sorgte Tresnard noch einmal für einen besonderen Moment und lochte aus rund 120 Metern zum Eagle ein. Einen weiteren Lochgewinn benötigte die Französin anschließend aber, um das Match zu verlängern. Auf der 15 teilten beide mit Par, damit stand Jungs 4&3-Sieg fest.
„Ingesamt ist es mir heute gut gelungen bei mir selbst zubleiben und meine Aufgaben konsequent umzusetzen“, freute sich die Deutsche, die in der nächsten Runde auf die Tschechin Anna Ludvova trifft. Ludvova hat in diesem Jahr bei der German International Ladies Amateur Championship im G&CC Seddiner See den Titel gewonnen und konnte anschließend beim Amundi German Masters powered by VcG Profiluft auf der LET schnuppern.
Eagle auf der 18
Julia Zimmermann vom GC Mülheim an der Ruhr entschied ihr Match gegen Lily Hawes aus England mit 2auf für sich. Das Talent aus der Ruhrstadt erwischte den besseren Start und lag bereits nach drei Löchern 2auf. Anschließend teilten beide Spielerinnen lange Loch um Loch.
Mit ihrer Führung ging die Deutsche auf die 16. Dort lochte Hawes ihren Chip zum Birdie ein, Zimmermann hielt mit einem eigenen Birdie dagegen und teilte das Loch. Auf der 17 verkürzte die Engländerin noch einmal auf 1down.
Die Entscheidung fiel auf der 18. Zimmermann hatte einen Eagleputt aus rund zweieinhalb Metern und lochte diesen zum Matchgewinn.
„Das war heute echt ein spannendes Match“, war Zimmermann nach dem Sieg sichtlich erleichtert.
Am Donnerstag trifft Zimmermann um 9.00 Uhr auf Maria Albini aus Italien.
Volckens dreht das Match spät
Auch Cecilie Volckens vom GC St. Leon-Rot musste gegen Martina Benazzo aus Italien lange arbeiten. Anfangs ging es hin und her. Volckens verlor die 1, gewann die 2 und 3 und gab anschließend die Löcher 4 und 5 wieder ab. Danach stabilisierte sich das Duell. Auf der 8 teilten beide mit Birdie, Volckens gewann die 9 und stellte zur Halbzeit auf all square. Benazzo holte sich die 10, auf der 11 teilten beide erneut mit Birdie.
Die Wende kam auf den Löchern 13 und 14. Volckens gewann beide mit Par und lag erstmals seit der Anfangsphase wieder vorne. Auf der 17 lochte sie erneut zum Par und beendete das Match mit 2&1.
„Ich habe die ganze Zeit versucht, entspannt zu bleiben, weil im Endeffekt beginnt ein Match, wenn es so eng ist, erst auf den letzten Löchern richtig“, beherzigte Volckens einen Hinweis von Bundestrainerin Esther Poburski.
Athletik-Coach Cedric Otten sah bei Volckens noch Reserven, insbesondere auf den Grüns. In der ersten Matchplayrunde reichte die Leistung dennoch zum Einzug in die nächste Runde. Dort wartet am Donnerstag um 7.57 Uhr Barbara Vinkler aus Tschechien.
Geier scheidet nach engem Match aus
Für Lena Geier endete das Turnier dagegen in der Runde der besten 64. Die Siegerin der Zählspielqualifikation unterlag Marie Lussand aus Norwegen nach einem großen Match mit 1down.
Lussand erwischte einen sehr guten Start und lag nach zehn Löchern bei vier unter Par, Geier zu diesem Zeitpunkt bei zwei unter Par. Das erste Bogey des gesamten Matches fiel erst auf der 13. Bahn. Nach zehn Löchern lag die Norwegerin 2auf. Geier glich mit Birdies auf der 11 und 12 aus, geriet anschließend aber wieder mit zwei Löchern in Rückstand. Auf der 16 verkürzte die 17-Jährige auf 1down, die 17 wurde geteilt.
Damit hatte Geier auf der 18 noch die Chance, das Match zu verlängern. Ihr Putt aus rund zwei Metern zum Lochgewinn fiel jedoch nicht. Das Par reichte Lussand zum 1up-Sieg.
„Es ist okay, weil Marie wirklich stark gespielt hat und wir beide insgesamt unter Par waren“, war Lena Geier trotz des Ausscheidens nicht arg betrübt.
Helen Kreuzer, die als Co-Trainerin von Esther Poburski in Schottland dabei ist, verwies darauf, dass Geier auch in ihrem dritten Turnierauftritt in Craigielaw unter Par geblieben war. Diesmal reichte es im direkten Duell dennoch nicht zum Weiterkommen.
Albini stoppt Yoo Jin Bae
Auch für Yoo Jin Bae ist die R&A Girls’ Amateur Championship beendet. Die Spielerin des GC St. Leon-Rot verlor ihr Match gegen Maria Albini aus Italien mit 4&3.
Bae begann auf dem ersten Grün mit einem Dreiputt und fand danach nach eigener Einschätzung nicht in den Rhythmus des Matches. Albini nutzte ihre Möglichkeiten und beendete das Duell auf der 15.
„Ich hab trotzdem noch alles gegeben, aber am Ende hat's dann nicht hingehauen“, bilanzierte Yoo Jin Bae die Niederlage.
Damit stehen am Donnerstag fünf Deutsche in der Runde der besten 32. Maier-Borst und Volckens starten bereits vor 8.00 Uhr, danach folgen Jung, Zimmermann und Bae. Wer sein erstes Match des Tages gewinnt, spielt noch am Donnerstag in der Runde der besten 16 weiter.
Matches Runde der besten 32 am Donnerstag
07.39 Uhr Sofia Maier-Borst vs. Olivia Andersson (Schweden)
07:57 Uhr Cecilie Volckens vs. Barbara Vinkler (Tschechien)
08:24 Uhr Luise Jung vs. Anna Ludvova (Tschechien)
09:00 Uhr Julia Zimmermann vs. Maria Albini (Italien)
09:18 Uhr YooNa Bae vs. Luna Valencia (Spanien)








