Partner des DGV

Die St. Leon-Roter Frauen holen den Titel mit einem überzeugenden Start-Ziel-Sieg. | © Langer Sport Marketing

St. Leon-Rot marschiert zur Mannschaftsmeisterschaft

Wer nach der Zählspielqualifikation vorne liegt, führt nicht automatisch bis ins Ziel – das hatte der Vorjahressieger GC Hünxerwald eindrucksvoll bewiesen. Beim GC St. Leon-Rot war es in diesem Jahr genau umgekehrt: Das Team um Kapitänin Ulrika Schreier führte nach der Qualifikation, blieb im gesamten Lochspiel-Wochenende ungeschlagen und krönte sich am Sonntag im Baden Hills Golf und Curling Club zum Deutschen Mannschaftsmeister der Frauen AK 65.
 

Sonniges Finale in Baden Hills

Nach zwei verregneten und wechselhaften Tagen zeigte sich der Finaltag von seiner freundlichsten Seite: Sonne und lockere Quellwolken, Temperaturen um 24 bis 28 Grad, dazu ein nur schwacher Wind. Beste Bedingungen also für den Showdown auf dem von Les Furber gestalteten Meisterschaftsplatz.

 

Im Finale über 18 Löcher traf St. Leon-Rot auf den GC Neuhof, der sich aus Rang sechs der Qualifikation kommend bis ins Endspiel durchgekämpft hatte – ein Lauf, der stark an den historischen Titelgewinn des GC Hünxerwald im Vorjahr erinnerte. Diesmal aber hatten die Hessinnen keine Antwort auf die Konstanz der St. Leon-Roter Matchplay-Maschine. Tatjana Reiert (GC St. Leon-Rot) ließ Elke Zollweg (GC Neuhof) beim deutlichen 4&3 keine Chance. Sigrid Amtsberg, die beste Spielerin der Zählspielqualifikation, lag spät in ihrem Duell gegen Rosika Oberhofer (GC Neuhof) zurück - konnte sich jedoch vom 2 down zu einem 1 up zurückkämpfen. 

 

Eva Ackermann (GC St. Leon-Rot) gewann gegen Heike Thomas (GC Neuhof) ebenfalls 1 up. Beim nun bereits feststehenden Sieg der Kurpfälzerinnen, teilten Ingrid Schätzle (GC St. Leon-Rot) und Marion Kaufmann (GC Neuhof), die Kapitänin der Neuhoferinnen, ihren Punkt. Am Ende steht ein klares 3,5:1,5. Kapitänin Ulrika Schreier (GC St. Leon-Rot) führte ihr Team – an dem auch die Ersatzspielerinnen und Caddies ihren starken Anteil haben – zum ersten nationalen Meistertitel.
 

Freiburg holt Bronze

Im Spiel um Bronze setzte sich der Freiburger GC mit 2,5:1,5 gegen den GC Hamburg-Ahrensburg durch. Auch dieses Duell wurde über bis zu 18 Löcher ausgetragen, allerdings wurde jedes Match, in dem es eine Entscheidung gab, vorzeitig beendet. Besondere Genugtuung dürfte dabei Kapitänin Daniela Haas-Klohé (Freiburger GC) empfunden haben: Sie war es, die tags zuvor im Vier-Loch-Stechen des Viertelfinales gegen Titelverteidiger GC Hünxerwald den entscheidenden Punkt geholt und ihr Team damit erst ins Halbfinale gebracht hatte. Platz fünf ging an den GC Leverkusen, der sich 2,5:1,5 gegen den GC Münster-Tinnen behauptete.
 

Die bittersten Zeilen des Wochenendes gehören dem GC Hünxerwald. Der Titelverteidiger, der bis zu seiner Sensation gerade erst mehrfach aufgestiegen und ganz frisch im Oberhaus der Seniorinnen angekommen war, schied in diesem Jahr bereits im Viertelfinale aus und musste sich am Sonntag im Spiel um Platz sieben dem Wittelsbacher GC mit 0,5:3,5 deutlich beugen. Ursula Paula Mielke-Salzmann (GC Hünxerwald), die tags zuvor das dramatische Stechen bestritten hatte, verlor gegen Ulrike Willgerodt (Wittelsbacher GC) 4&2. Damit steht am Ende Rang acht – der letzte Platz innerhalb der besten acht Mannschaften und ein deutlicher Fall vom Thron.

 

In Gruppe B, die aufgrund der reduzierten Teamzahl im Jeder-gegen-Jeden-Modus ausgespielt wurde, sicherte sich der GC Hamburg-Wendlohe mit einem klaren 4:0 gegen den GC Emstal am Schlusstag Rang neun. Angeführt von Birgit Weber-Zellweger (GC Hamburg-Wendlohe) gewannen alle vier Einzel der Wendloherinnen. Der Erste GC Westpfalz komplettierte mit einem 3,5:0,5 gegen den Golfpark Jena die Top Ten.

Endstand:1. GC St. Leon-Rot

2. GC Neuhof

3. Freiburger GC

4. GC Hamburg-Ahrensburg

5. GC Leverkusen

6. GC Münster-Tinnen

7. Wittelsbacher GC

8. GC Hünxerwald

9. GC Hamburg-Wendlohe

10. Erster GC Westpfalz

11. Golfpark Jena

12. GC Emstal

 

Golfglück in der Kurpfalz

Kaum war der letzte Punkt gegen Neuhof gesichert, brach bei den Frauen des GC St. Leon-Rot der pure Jubel aus – und mit ihm kommt die Geschichte einer Mannschaft, die sich ihren Erfolg über Jahre hinweg erarbeitet hat. Kapitänin Ulrika Schreier (GC St. Leon-Rot) erzählt sie mit leuchtenden Augen: „Wir wurden letztes Jahr Dritter, haben Verstärkung erhalten und wollten dieses Jahr die Zählspielqualifikation gut überstehen – dass wir da dann Erste wurden, war toll." Die eigentliche Prüfung begann jedoch erst im Lochspiel: „Am zweiten Tag wollten wir unter die ersten vier. Und wir haben gekämpft wie die Löwinnen."
 

Für den entscheidenden Moment selbst fehlten ihr fast die Worte: „Unglaublich. Unfassbar toll. Wir sind alle auf Golfwolke sieben." Einen Favoritenstatus hatte sich das Team dabei nie selbst zugeschrieben: „Wir sind als Mannschaft gekommen, aber nicht als Favoriten – gerade im Lochspiel ist ja viel möglich", relativiert Schreier bescheiden, wohl wissend, wie knapp es im Halbfinale gegen den Freiburger GC wurde: „Der Zufall spielt im Neun-Loch-Lochspiel eine große Rolle. Freiburg kennen wir als Mannschaft, und das geht mal so und mal so aus – wir sind sehr happy mit dem Ergebnis."
 

Im Finale dann kein Nervenflattern, sondern Nervenstärke bis zur letzten Fahne: „Fast jede Spielerin musste heute bis zur 18 gehen, die Beständigkeit hat bei uns den Ausschlag gebracht. Ich war im letzten Flight Caddie", schildert Schreier den entscheidenden Tag. Diesen über Jahre gewachsenen Zusammenhalt beschreibt sie als Fundament des Erfolgs: „Es ist eine sehr harmonische Mannschaft." Ein schlichter Satz für diesen so bedeutenden Erfolg ihres Teams.
 

Mit dem Titelgewinn des GC St. Leon-Rot endet jedenfalls ein Turnier, das von der ersten bis zur letzten Runde für Geschichten sorgte: vom dominanten Auftritt der neuen Meisterinnen bis zum jähen Absturz der Titelverteidigerinnen aus Hünxerwald. Der Baden Hills Golf und Curling Club, schon im Vorjahr Schauplatz der Turnierpremiere, hat damit erneut ein würdiges Kapitel in der noch jungen Geschichte der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft der Frauen AK 65 geschrieben.

Weiteres zum Thema

Tipps der Redaktion