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Archivbild: Ursula Paula Mielke-Salzmann führt die Titelverteidigerinnen vom GC Hünxerwald an und spielte das zweitbeste Zählspielergebnis des Feldes. | © DGV/ Tiess

Rückkehr zur Wiege der Meisterschaft

Der Baden Hills Golf und Curling Club blickt auf eine ungewöhnliche Geschichte zurück. Seinen Ursprung nahm der Platz bereits 1962, als Angehörige der in der Region stationierten Royal Canadian Air Force sich in der Oberrheinebene bei Rheinmünster erste Bahnen anlegten. Erst 1982 allerdings wurde daraus, unter der Initiative von Gerd Brandenburger und dem Kanadier Harry Tingley, offiziell ein Verein, der bis zum Abzug der kanadischen Streitkräfte 1993 deutsch-kanadisch geprägt blieb. Bis heute erinnert die zweite Vereinssäule, ein eigener Curlingclub mit Eisarena, an diese Wurzeln – eine golferische Rarität in Deutschland.
 

Sportlich geprägt wird die Anlage seit 1998 vom Werk des kanadischen Golfplatzarchitekten Les Furber, einem Schüler des legendären Robert Trent Jones, der die heute 36 Löcher umfassende Anlage grundlegend modernisierte. Eingebettet im Städtedreieck Baden-Baden, Rastatt und Bühl, bietet der Meisterschaftsplatz parkähnlichen Baumbestand, weite Ginsterflächen und Panoramablicke auf den Nordschwarzwald sowie die auf dem nahen Rhein vorbeiziehenden Schiffe. Der sandige Boden erlaubt ganzjähriges Golfen auf Sommergreens – beste Voraussetzungen für dieses Championat, das schon im Vorjahr an gleicher Stelle seine Geschichte schrieb.
 

Rennen um die Top Acht

Für den Auftakt hatte der Wettergott wenig Nachsicht: Über der Region zogen am Freitag Regenschauer und vereinzelte Gewitter durch, die Temperaturen bewegten sich bei stark bewölktem Himmel zwischen rund 14 und 24 Grad. Dazu wehte ein böiger, zunächst südlicher und im Tagesverlauf auf Nordwest drehender Wind – Bedingungen, die den Spielerinnen auf dem offenen Gelände einiges an Konzentration abverlangten.
 

Der erste Spieltag stand, ganz der jungen Turniertradition folgend, im Zeichen der Zählspielqualifikation: Jedes Team ging mit bis zu vier Spielerinnen über 18 Löcher an den Start, gewertet wurden die drei besten Ergebnisse je Mannschaft. Die Platzierung nach diesem Tag entscheidet über die Gruppeneinteilung fürs Lochspiel-Wochenende: Die Plätze eins bis acht bilden Gruppe A und kämpfen um die Meisterschaft, die übrigen Teams spielen in Gruppe B um die Platzierungen ab Rang neun.
 

An der Spitze setzte sich der GC St. Leon-Rot durch, angeführt von Sigrid Amtsberg, die mit einer herausragenden 79 (+7) die mit Abstand beste Einzelrunde des gesamten Feldes ablieferte. Zusammen mit Ingrid Schätzle (+16) und Tatjana Reiert (+19) kam das Team auf +42 und liegt vier Schläge vor dem GC Hamburg-Ahrensburg (+46) um Catharina Noritz. Rang drei sichert sich der Wittelsbacher GC (+47) mit Uschi Herrle an der Spitze.
 

Titelverteidigerinnen mit Reminiszenz

Titelverteidiger GC Hünxerwald reiht sich mit +50 Schlägen nur auf den geteilten vierten Platz ein – schlaggleich mit dem Freiburger GC, der im Vorjahr das Spiel um Bronze verloren hatte. Für die Hünxerwalderinnen bedeutet das dennoch die sichere Teilnahme an Gruppe A und damit die Chance, ihren historischen Titel zu verteidigen. Bereits am ersten Tag zeigte Ursula Paula Mielke-Salzmann (GC Hünxerwald) mit 82 Schlägen (+10) die zweitbeste Einzelleistung des gesamten Feldes – ein Fingerzeig, dass die Mannschaft, die sich im Vorjahr aus Rang sechs der Qualifikation heraus bis zum Titel durchmarschierte, erneut zu Höherem fähig sein könnte. 
 

Dahinter reihen sich der GC Neuhof (+53), GC Leverkusen (+59), GC Münster-Tinnen (+60) ein. Der GC Hamburg Wendlohe (+61), GC Emstal (+64), Golf Jena (+68) und der Erste GC Westpfalz (+77) bilden das Feld für Gruppe B, in dem es ab dem zweiten Turniertag um die Platzierungen 9 bis 12 geht.
 

PlatzTeam+/- zu ParGesamt
1GC St. Leon-Rot+42258
2GC Hamburg-Ahrensburg+46262
3Wittelsbacher GC+47263
4Freiburger GC+50266
5GC Hünxerwald+50266
6GC Neuhof+53269
7GC Leverkusen+59275
8GC Münster-Tinnen+60276
9GC Hamburg Wendlohe+61277
10GC Emstal+64280
11Golf Jena+68284
12Erster GC Westpfalz+77293


 

Die Viertelfinal-Paarungen:

Ab Samstagmorgen wird in Rheinmünster allerdings nicht mehr gezählt, zumindest was den Turniermodus angeht: Die Zählspielqualifikation hat ihre Aufgabe erfüllt und die Weichen für ein Wochenende voller Lochspiel-Dramatik gestellt, in dem sich zeigen wird, ob St. Leon-Rot seine Führung verteidigen kann – oder ob der Titelverteidiger aus Hünxerwald erneut aus der zweiten Reihe zuschlägt.
 

GC St. Leon-Rot – GC Münster-Tinnen

GC Hamburg-Ahrensburg – GC Leverkusen

Wittelsbacher GC Rohrenfeld-Neuburg – GC Neuhof

Freiburger GC – GC Hünxerwald

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