Neue Meister in der AK 50: Harsch dominiert - Rehm dreht zum Heimsieg auf
Start-Ziel-Sieg für Harsch
Manon Harsch hat sich bei den Deutschen Meisterschaften der AK 50 im GC Feldafing souverän den Titel bei den Frauen gesichert. Mit Runden von 75, 76 und 79 Schlägen kam die Spielerin des Baden Hills G&CC auf insgesamt 230 Schläge (+17) und verteidigte damit ihre Führung, die sie bereits im Laufe des ersten Turniertages übernommen hatte. Auf dem anspruchsvollen, langen Kurs mit seinen kleinen, ondulierten Grüns bewies Harsch vor allem Konstanz und ein starkes kurzes Spiel – genau die Qualitäten, die der Platz dem vollen Teilnehmerfeld über drei Tage abverlangte.
Hinter der neuen Deutschen Meisterin entwickelte sich am Schlusstag ein enger Kampf um die weiteren Podestplätze, der schließlich in einer dreifach geteilten Vizemeisterschaft endete. Mit jeweils 239 Schlägen (+26) reihten sich Silvia Wilms (Münchener GC), Kristina Eich (GC Gut Lärchenhof) und Sibylle Gabler (G&LC Berlin-Wannsee) hinter Harsch ein. Besonders bemerkenswert: Die amtierende Meisterin Silvia Wilms zeigte nach einem schwierigen zweiten Tag (83; +12) großen Kampfgeist und meldete sich am Finaltag mit einer starken 77er Runde eindrucksvoll zurück. Ihr Finish unterstreicht nochmals, was gerade Wilms niemandem mehr beweisen muss: sie gehört zur absoluten Leistungsspitze in dieser Altersklasse.
Kristina Eich, die nach zwei Runden noch gemeinsam mit Harsch in Führung gelegen hatte, fiel am Schlusstag mit einer 88er Runde (+17) zurück, blieb aber dank ihrer starken vorangegangenen Leistungen in der Spitzengruppe. Ebenfalls im geteilten zweiten Rang: Sibylle Gabler, die mit Runden von 80, 78 und 81 Schlägen drei weitgehend stabile Tage spielte und sich so ihren Platz auf dem Podium sicherte. Knapp dahinter, mit jeweils 240 Schlägen (+27), folgen Petra Fleischmann (GC Eschenried) und Alexandra Kölker (GC Bergisch Land) auf dem geteilten fünften Platz – beide stets in Schlagdistanz zum Podium, aber ohne den nötigen Ausreißer nach oben.
Heimsieg für Rehm
Bei den AK-50-Männern hat Maximilian Rehm jun. seinen Heimvorteil im GC Feldafing perfekt genutzt und sich mit einer beeindruckend kontrollierten Finalrunde den Titel gesichert. Mit Runden von 75, 73 und 72 Schlägen kam der Spieler des gastgebenden Golf-Clubs auf insgesamt 220 Schläge (+7) und zog damit am bisherigen Führenden Felix Banzhaf vorbei. Seine Aufholjagd war kein spektakuläres Birdie-Feuerwerk, sondern die vielleicht schwierigste Disziplin in Feldafing: drei Tage lang weitgehend fehlerfreies, geduldiges Golf auf einem Platz, der für jede Unachtsamkeit sofort zur Kasse bittet. Rehm, der Lokalmatador, beschert seinem Heimatclub in dessen großen Jubiläumsjahr quasi das perfekte Geschenk.
Felix Banzhaf (Frankfurter GC) hatte nach zwei Runden noch geführt und beendet das Turnier mit 222 Schlägen (+9) auf Rang zwei. Nach 72 und 74 Schlägen an den ersten beiden Tagen brachte er am Schlusstag eine 76 ins Clubhaus – solide, aber nicht genug, um den konstant starken Rehm noch hinter sich zu halten. Nach der starken Front Nine (zwei Schläge unter Par) zeigte sich insbesondere die Back Nine von ihrer bitteren Seite: sieben wertvolle Schläge ließ der Hesse hier liegen. Dennoch unterstreicht sein Gesamtpaket, dass er zu den prägenden Spielern dieser Meisterschaft und der Altersklasse gehört.
Der als Titelverteidiger gestartete Marc Mazur (GSV Düsseldorf) bestätigte einmal mehr seinen Status als Mann für die große Bühne. Nach dem missglückten Start mit einer 77 (+6) und dem daraus resultierenden geteilten 16. Platz, drehte er mit Runden von 74 und 73 Schlägen mächtig auf und arbeitete sich noch bis auf den alleinigen Rang drei nach vorne. Mit insgesamt 224 Schlägen (+11) zeigte er eine starke Reaktion auf seinen Auftakt und bewies erneut, dass er auch aus der Verfolgerrolle heraus jederzeit in der Lage ist, eine Meisterschaft entscheidend zu beeinflussen.
Auf Platz vier landete Thomas Biermann (Frankfurter GC) mit 226 Schlägen (+13) nach konstanten Runden von 75, 76 und 75, gefolgt von Matthias Nath (GC München Valley), der mit 76, 77 und 76 Schlägen und insgesamt 229 Schlägen (+16) Platz fünf belegte. Dahinter sorgte ein besonders bekanntes Gesicht für ein weiteres Ausrufezeichen: Altmeister Christian Domin (Hamburger GC), längst in der AK 65 zuhause, zeigte mit Runden von 77, 78 und 76 Schlägen und einem Gesamtscore von 231 Schlägen (+18), dass er auch in der deutlich jüngeren AK 50 noch immer voll konkurrenzfähig ist. Gemeinsam mit Stefan Sachs (GC Kassel-Wilhelmshöhe), der ebenfalls bei 18 Schlägen über Par ins Ziel kam, rundete er die Spitzengruppe ab.

Eine Meisterschaft für die Erinnerung
Insgesamt bot das Männerfeld ein Finale, das exemplarisch für die Anforderungen des GC Feldafing steht: Wer hier um den Titel mitspielen will, braucht weniger die ganz tiefen Runden als vielmehr die Fähigkeit, über drei Tage hinweg Fehler zu vermeiden – so wie es Maximilian Rehm vor heimischem Publikum eindrucksvoll gelungen ist. Beide Wettbewerbe - Frauen und Männer - haben eindrucksvoll das Niveau in der AK 50 gezeigt – und wie konsequent der GC Feldafing als Meisterschaftsplatz die Spreu vom Weizen trennt.
Auf einem langen, baumgesäumten Platz mit kleinen, ondulierten Grüns setzten sich am Ende genau jene Spielerinnen und Spieler durch, die über drei Tage hinweg die wenigsten Fehler machten, ihr Kurzspiel im Griff behielten und mental stabil blieben. Titelgewinn für Manon Harsch, Titel und Heimsieg für Maximilian Rehm, starke Comebacks der Vorjahresmeister Silvia Wilms und Marc Mazur sowie ein Altmeister wie Christian Domin, der noch immer vorne mitmischt – all das fügt sich zu einem Meisterschaftswochenende, das sowohl sportlich als auch atmosphärisch in Erinnerung bleiben dürfte.
Die Statements der neuen Meister
Manon Harsch zeigte sich nach ihrem Titelgewinn gelöst, aber reflektiert: „Es war heute sehr aufregend, aber im Grunde war es genau die Runde, die ich mir für den Schlusstag vorgenommen hatte. Ich habe nicht erwartet, noch einmal +4 oder +5 zu spielen, sondern wollte einfach mein Spiel durchziehen und, wenn nötig, auf den letzten Bahnen in eine Art Lochspielmodus gehen. Als Kristina Eich auf den ersten Löchern gleich Schläge verloren hat und auch Sibylle Gabler ein paar Fehler gemacht hat, wurde es für mich früh überraschend ruhig.
Nach fünf, sechs Bahnen war ich dann die Ruhe in Person. Nach acht Bahnen habe ich - entgegen der Empfehlung meines Trainers - doch einmal ins Livescoring geschaut und gesehen, dass es ganz gut aussieht. Der Schlüsselmoment war für mich das Birdie an Bahn 3, einem Par 5 – ich mache Birdie, meine beiden Mitspielerinnen Bogey bzw. auf der dann folgenden Bahn ein Doppelbogey, das war für mich eine kleine Vorentscheidung. Die 8 Schläge an Bahn 12 waren dann natürlich ein Tiefschlag, aber nicht entscheidend, weil auch die anderen dort Schläge gelassen haben.“
Und Harsch ergänzt mit Blick auf die Bedeutung des Sieges: „Dieser Titel ist für mich das absolute Highlight. Ich war ja schon zweimal in der Nationalmannschaft und das Ziel, dort noch einmal hineinzukommen, liegt im Moment ganz gut in der Luft. Aus dieser Woche nehme ich vor allem eines mit: genau das, was ich mit meinem Trainer besprochen habe. Ich bin keine Longhitterin, also soll ich mich auf mein kurzes Spiel konzentrieren und die ganz langen Drives sein lassen. Es gibt so unterschiedliche Arten, Golf zu spielen – und ich werde weiter mein Spiel spielen, egal was die anderen machen.“
Auch Maximilian Rehm ordnete seinen Erfolg sehr klar ein: „Ich war den ganzen Tag über sehr entspannt und habe einfach drauflosgespielt. Ab Bahn 12 hatte ich dann das Gefühl, dass vielleicht noch etwas gehen könnte, sicher war ich mir aber nicht – Felix und Marc sind so gute Spieler, da weiß man nie, wer als Nächster ein Birdiefeuerwerk zündet. Ich wusste die ganze Zeit, wie es steht, das Leaderboard hatte ich immer im Blick. Aber das hat mich eher motiviert, als dass es mich nervös gemacht hat. Der Titel macht mich unheimlich stolz. Es gibt so viele tolle Spieler in unserer Altersgruppe, und nach so einem gelungenen Turnierwochenende ganz oben zu stehen, ist einfach der Wahnsinn.“








