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(Archivbild) Heimspiel mit Vorzügen: Andreas Stamm und sein GK Braunschweig haben in der Qualifikationsrunde Platz eins belegt. | © DGV/ Tiess

Jubilar mit Heimvorteil: Braunschweig legt vor

Wiesbaden. 100 Jahre Klubgeschichte, eine Deutsche Mannschaftsmeisterschaft auf dem eigenen Platz und der Titel des Vorjahres im Gepäck: Für den Golf-Klub Braunschweig ist die DMM AK 50 der Männer in diesem Jahr kein gewöhnliches Turnier. Umso wichtiger war es für die Gastgeber, am Eröffnungstag nicht an der eigenen Erwartung zu scheitern. Das ist gelungen. Mit 374 Schlägen (+19) führen die Braunschweiger nach der Zählspielqualifikation, und die Grundlage dafür war vor allem Geschlossenheit. Hans-Immo Müller (GK Braunschweig) spielte eine 72 und damit nur einen Schlag über Par. Kai Hilz folgte mit 73 (+2), Johannes Buchler mit 75 (+4), Frank Müller und Götz Straßburg kamen jeweils auf 77 (+6). Selbst die Streichrunde von Andreas Stamm, eine 78 (+7), hätte in vielen anderen Teams gezählt.
 

Ein Ruhekissen ist die Führung allerdings nicht. Der Stuttgarter GC Solitude liegt mit 376 Schlägen (+21) nur zwei Schläge zurück, angeführt von Steven Kelbrick (72; +1) und Jörg Peter Paulus (73; +2). Auf Rang drei folgt mit 378 Schlägen (+23) der Marienburger GC, der die ausgeglichenste Mannschaftsleistung des Tages zeigte: Gregor Biernath, Michael Maletz, Andreas Lynen und Philipp Lampe spielten alle zwischen 74 und 75. Der Hamburger GC, der Vorjahresfinalist, kam auf 379 Schläge (+24). Der Bochumer GC mit 382 (+27), der Frankfurter GC mit 385 (+30), der GC Pleiskirchen mit 386 (+31) und der Düsseldorfer GC mit 387 (+32) komplettieren das Feld der acht Teams, die um den Titel spielen. 
 

Die beste Einzelrunde des Tages gelang allerdings einem Spieler, der nicht in der Titelgruppe steht. Thomas Himmel (Münchener GC) blieb mit 70 Schlägen als Einziger unter Par. Sein Team verpasste Flight A mit 391 Schlägen (+36) als Zehnter um vier Schläge. Noch knapper erwischte es den GC Sylt, dem mit 390 Schlägen (+35) als Neuntem drei Schläge fehlten. Glück und Nerven aus Stahlseilen hatten dabei die Senioren des Bochumer GC. Denn die Altmeister dieses Turniers lagen doch einige Zeit unterhalb des Cuts - erst spät in der Zählspielrunde konnten sie sich unter den Top-Acht festsetzen.
 

Zwei Jubilare, zwei Welten

Und wenn wir über den gastgebenden Tabellenführer schreiben, dann auch hierüber: Am anderen Ende der Tabelle steht ein Klub mit der gleichen Geschichte, aber einem ganz anderen Tag. Auch der GC Feldafing feiert 2026 sein 100-jähriges Bestehen, und mit Maximilian Rehm (GC Feldafing) hat er den amtierenden Deutschen Meister der AK 50 in seinen Reihen. Rehm wurde seiner Rolle gerecht: Mit 74 Schlägen (+3) war er mit Abstand der Beste seines Teams. Hinter ihm lief es jedoch nicht, die nächstbeste Feldafinger Runde war eine 81. Mit 416 Schlägen (+61) schließen die Süddeutschen den Eröffnungstag als Sechzehnte ab. Für die Oberbayern geht es an den kommenden beiden Tagen nur noch maximal um Platz 9.
 

Ein Platz auf historischem Boden

Wie wenige Anlagen in Deutschland erzählt der Platz des Golf-Klub Braunschweig Zeitgeschichte. Gegründet wurde der Klub am 21. Dezember 1926 von 25 Mitgliedern. Im Juni 1929 wurde der Platz auf einem ehemaligen Exerzierplatz der herzoglichen und kaiserlichen Truppen eingeweiht, nur wenige Minuten vom Stadtzentrum entfernt. Danach geriet er mehrfach in Gefahr. Ab 1938 entnahm die Reichsbahn Sand auf dem Gelände, 1940 waren nur noch sieben Grüns bespielbar, 1944 kam der Spielbetrieb ganz zum Erliegen. Den Krieg überstand der Platz schwer beschädigt, danach wurde er den britischen Besatzungsmächten übergeben. Ab 1946 wurde er unter Mitwirkung von Bernhard von Limburger saniert, 1948 wurde der deutsch-britische „Anglo-German-Golf-Club“ gegründet. 1952 kehrte der Klub zu seinem ursprünglichen Namen zurück.

 

Bis 1982 wuchs der Platz von neun auf 18 Löcher, viele Spielbahnen und Grüns gehen auf Pläne von Limburger zurück. Heute ist er ein Parklandplatz mit Par 71, geprägt von hohem, altem Baumbestand und schmalen Fairways, die viel Präzision verlangen. Mit einer Fläche von nur 36 Hektar gehört er zu den kleinsten 18-Loch-Anlagen Deutschlands. Was ihm an Weite fehlt, macht er durch Enge wett. Und die gespielten Scores dieses ersten Turniertages haben eindrucksvoll gezeigt: dieser Meisterschaftsplatz kann sich wehren.

 

Die Spielbedingungen an diesem Eröffnungstag waren gut. Bei teils sonnigem Himmel stiegen die Temperaturen von morgens rund acht Grad auf bis zu 18 Grad, der Westwind blieb schwach und hatte praktisch keinen Einfluss auf das Spiel. Regen gab es nicht.
 

Final-Neuauflage schon im Halbfinale möglich

Am 2. Turniertag spielt Braunschweig im Viertelfinale gegen den Düsseldorfer GC. Stuttgart trifft auf Pleiskirchen, Marienburg auf Frankfurt und der Hamburger GC auf Bochum. Gewinnen Braunschweig und Hamburg ihre Viertelfinals, kommt es bereits im Halbfinale zu einer Neuauflage des Vorjahresfinales. Damals setzte sich Braunschweig nach einem 2,5:2,5 erst im Stechen durch.

 

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