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Maria Anetseder (GC Starnberg) und Frederik Strünker (GC Hubbelrath) sind die neuen Deutschen Meister AK 30. | © C&V Sport Promotion

Anetseder und Strünker mit Start-Ziel-Sieg

Die Deutschen Meisterschaften der Jungsenioren sind entschieden. Nachdem die Spielbedingungen an den beiden ersten Spieltagen vor allem windig waren, gesellte sich heute ein nerviger Sprühregen hinzu. Dieser setzte dann zwar kurz aus, kehrte zum Stechen der Herren dann als ausgewachsener Regenstrom zurück. Selbst die Siegerehrung des Turniers musste im Clubhaus des gastgebenden GC Hubbelrath stattfinden.
 

Bei den Damen sichert sich Maria Anetseder vom GC Starnberg sich mit einer starken Schlussrunde und einem Gesamtergebnis von 224 Schlägen (+8) letztendlich souverän den Titel. Nach konstanten Leistungen an allen drei Turniertagen (73, 77, 74) steht sie zum Abschluss mit fünf Schlägen Vorsprung an der Spitze des Feldes. 
 

Dabei sah es nicht immer so deutlich aus. Denn über die längste Zeit des Turniers war ihr Lisa-Kathrin Rübenkamp Hoff (Düsseldorfer GC) dicht auf den Fersen und startete mit lediglich einem Schlag Rückstand in die Schlussrunde. Und wie schon in Runde zwei musste Anetseder gleich zu Beginn der Runde einen Doppelbogey verzeichnen - dieses Mal an Bahn zwei. In diesem Moment gingRübenkamp Hoff, die den Meisterschaftsplatz des GC Hubbelrath gut kennt, sogar in Führung. 
 

Doch Anetseder blieb in ihrer Routine und glich den selbstverabreichten Tiefschlag mit einem Birdie an Bahn sieben wieder aus. Da hatte sich Rübenkamp Hoff übrigens schon selbst per Triplebogey ein Bein gestellt und fiel in das Feld der Verfolgerinnen zurück. Anetseder spielte hingegen konstant und gönnte sich lediglich ein weiteres Bogey - ansonsten blieb die Scorekarte sauber. 

Spannender Kampf um die Medaillen

Als stärkste Verfolgerin belegte die dreifache Jungsenioren-Meisterin Rachel de Heuvel (GC Olching) den zweiten Platz. Mt einer 75er-Schlussrunde verbesserte sie sich im Gesamtklassement nochmal und steht zum Abschluss bei insgesamt 229 Schlägen (+13). Die numerisch stärkste Spielerin im Feld - Alena Oppenheimer vom Stuttgarter GC Solitude - komplettierte das Podest mit 230 Schlägen (+14) nach zwei konstanten 76er-Runden zum Abschluss. 
 

Gerade dieses Spiel um Platz zwei und drei war spannend bis zum Schluss - insbesondere auf den Back Nine der Finalrunde gab es noch einige Verschiebungen im Klassement und es liegen insgesamt nur zwei Schläge Differenz zwischen der Vizemeisterschaft und dem berühmten Blumentopf. Der ging letztendlich an die schon erwähnte Lisa-Kathrin Rübenkamp Hoff (Düsseldorfer GC). Mit ihrer 80 (+8) am Finaltag fiel sie auf Rang vier zurück (231 Schläge, +15). 
 

Lokalmatadorin Clara Schwabe (GC Hubbelrath) beendete das Turnier auf Platz fünf mit 234 Schlägen (+18). Maria Anetseder zeigte ihrerseits über alle drei Runden hinweg eine konstant starke Leistung und ist damit verdiente Deutscher Meister der Damen AK 30 - ein Titel, den sie erstmalig erspielt hat. Die frisch gebackene Meisterin sagt: „Mein Ziel ist es bei einer Einzelmeisterschaft ja schon, vorne dabei zu sein. Ob es reicht, ist was anderes, denn die Anderen spielen auch auf einem hohen Niveau. 

 

Aber man will schon vorne mitmachen und hat einen gesunden Ehrgeiz. Der Sieg jetzt ist allerdings schon ein echt tolles Gefühl und ich muss sagen, es fühlt sich ein bisschen surreal an. Ich hatte ja auch heute wieder einen etwas holperigen Start - das hatte allerdings keinen echten Effekt auf mich, denn zu dem Zeitpunkt hatte ich noch viele Löcher vor mir und meine Devise ist es ohnehin, Spaß zu haben - egal was passiert. 

 

Ich habe auch tatsächlich erst nach dem Abschlag auf Bahn 18 erstmalig auf das Live Scoring geguckt - am Ende war ich doch etwas neugierig. Aber als ich dann sah, dass ich sechs Schläge vorne war, war es entspannt, die 18 zu spielen.“ (Anm. d.Red: Zu jenem Zeitpunkt war die Ergebnisdarstellung für Rachel de Heuvel nicht korrekt, sodass die Schlagdifferenz bei sechs Schlägen lag). 

Spannung bei den Herren

Im Feld der Herren endeten die Deutschen Midamateur-Meisterschaften mit einem Showdown im Stechen: Nach den drei regulären Runden lagen Philipp Schweyer (GC Augsburg) und der als Führende gestartete Frederik Strünker (GC Hubbelrath) mit jeweils 216 Schlägen (Even Par) gleichauf an der Spitze. Große Bedeutung hatte dabei Bahn 16. Schweyer hatte sich mit Birdies an Bahn 15 und Bahn 16 an Strünker herangearbeitet. Strünker, der eine Spielgruppe hinter Schweyer spielte, musste an Bahn 16 hingegen dank eines ziemlich überflüssigen Dreiputts ein Doppelbogey hinnehmen - und urplötzlich hatten sich die Führung von vier Schlägen komplett aufgelöst.
 

Der als Titelverteidiger gestartete Stefan Wiedergrün (Frankfurter GC) spielte neben Strünker und lag nach der schicksalhaften Bahn 16 schlaggleich mit Strünker und Schweyer in Führung. Allerdings kam dem Hessen dann an Bahn 17 ein Triplebogey in die Quere und nahm ihn aus dem Titelrennen. Die beiden anderen Herren blieben für den Rest der regulären Distanz fehlerfrei, wobei das Ganze zumindest aus der Sicht des späteren Siegers nicht so eindeutig war. 
 

Strünker beschreibt die Situation: „Nach acht gespielten Bahnen lag ich fünf Schläge vorne. Da dachte ich kurz: das wird ein Spaziergang. Aber dann kam Stefan Wiedergrün, packt die Krallen aus und es wurde ungemütlich. Da hat der einfach mal einen Bunkerschlag an Bahn 10 gelocht - und das war nicht der einzige Wunderschlag. Der Atem war auf jeden Fall zu spüren und Stefan ist eben ein sehr gefährlicher Spieler. Aber ich muss sagen: die Stimmung im Flight war echt gut und sehr sportlich. 

 

Zum Ende hin waren mein Caddy Martin und ich dann kurz verwirrt. Ich dachte, ich liege bei eins über Par und Schweyer bei eins unter Par. Tatsächlich lagen wir aber beide Even Par. Dann haben wir gesehen, dass Schweyer die 18 mit Par spielt. Das hab ich dann auch gemacht und wir konnten ins Stechen.“

Schweyer ohne Glück

Ausgespielt wurde das Playoff auf Bahn 18, wo die Zuschauer einen tribünenartigen Blick auf das Grün haben. Die Vorentscheidung fiel dann bereits direkt am Abschlag, denn der Drive von Schweyer ging links raus ins Unterholz. Auch der Schlag danach bekam Kontakt mit einem Ast. Strünker konnte nun defensiv spielen und das tat er auch. Mit Bogey gegen Triplebogey setzte er sich direkt am ersten Extraloch durch und krönt sich zum Deutschen Meister. 
 

Ein glücklicher Abschluss für den talentierten Strünker, der mit einer herausragenden 66 (-6) in das Turnier gestartet war, an den Folgetagen allerdings mit zwei 75er-Runden kämpfte, wodurch letztendlich verschiedene Verfolger - darunter auch mehrfach Schweyer - aufschließen konnten. Strünker, der seit vielen Jahren für die Hubbelrather Mannschaft aufteet, erkämpft vor eigenem Publikum einen umjubelten Sieg - für die Gastgeber des GC Hubbelrath ein tolles Ergebnis. 
 

Den dritten Platz belegt Stefan Wiedergrün mit 219 Schlägen (+3). Auf dem geteilten vierten Platz landen Nicolai Albrecht (GK Braunschweig), Max Eichmeier (Stuttgarter GC Solitude) und Alexander Lauer (Burgdorfer GC), die jeweils 222 Schläge (+6) benötigten. Julian Schinnenburg (Stuttgarter GC Solitude) und Tom Barzen (GC Neuhof) teilten sich mit 223 Schlägen (+7) den siebten Rang. Das Feld blieb über die gesamte Meisterschaft hinweg eng beisammen, ein weiterer Beleg für die hohe sportliche Leistungsdichte und der Garant für Spannung bis zum Schluss.

 

Und der neue Midamateur-Meister Frederik Strünker resümiert: „Ich muss sagen, ich war doch angespannt und habe mir viel Druck gemacht. Gerade nach der ersten Runde war mein Gedanke: Das kann ich nur noch selbst verhauen. Unsere ganze Familie hat diese Spannung über die Tage hinweg gefühlt. Denn meine Zielstellung war schon, die Meisterschaft zu gewinnen. Aber jetzt - das fühlt sich gerade richtig gut an, muss ich sagen.“

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