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Besser vorausschauen: Wer sich bewusst mit dem Platz beschäftigt, hat oft taktische Vorteile. | © golfsupport.nl/Julian Avram/ism

Taktik statt Tempo: So spielen Sie wirklich clever

Wenn Marcus Bruns über Taktik und Strategie auf der Runde spricht, geht es für ihn nicht um ein Bauchgefühl – sondern um einen klaren und durchdachten Plan. Der PGA Golf Professional nimmt Sie mit auf Loch zwei des Schlosskurses am Fleesensee – für ihn eine der taktisch anspruchsvollsten Bahnen des Platzes. Was er demonstrieren will: wie Sie mit klugem Spiel und realistischen Erwartungen bessere Ergebnisse erzielen können. 

Analysieren Sie die Bahn

„Ich mag es, auf einen Golfplatz zu kommen, auf dem man denken muss“, sagt Bruns in seinem Video (s.u.). Für ihn vor jedem Abschlag wichtig: analysieren, was vor ihm liegt. Während er sich auf dem Abschlag positioniert, erklärt er, warum die Bahn tückischer ist, als sie auf den ersten Blick scheint: Die Ausrichtung der Abschlagsmarkierungen führt optisch in die Irre, rechts lauern Wasserhindernisse und Aus-Grenzen, links ein unangenehmer Bunker. „Die Klötzchen zeigen beide rechts raus – dahin, wo die große Gefahr lauert“, warnt Bruns. Das Par vier weist ein Handicap von drei aus, die Länge bis zum Loch beträgt von den gelben Markierungen 385 Meter. 

Kontrolle als Priorität

Mit einem Laser misst er Distanzen zu den Bunkern, analysiert die Windrichtung und entscheidet sich bewusst gegen seinen Driver: „Ich möchte meinen Abschlag sicher platzieren“, erklärt er. Stattdessen wählt er ein Driving Eisen mit 18 Grad Loft – für mehr Kontrolle. Beim Abschlag achtet er auf Ausrichtung, Wind und Mähkanten, und sein Ball landet letztlich genau dort, wo Bruns ihn haben will. „Der Bunker ist 220 Meter entfernt, mein Ball ist kurz davor – gut geschätzt, Glück gehabt“, kommentiert er.

Kluge Entscheidungen treffen

Auf dem Weg zum zweiten Schlag folgt die nächste taktische Überlegung: Aus 185 Metern Entfernung, bei Gegenwind und schwieriger Lage, entscheidet sich Bruns gegen den Versuch, das Grün direkt anzugreifen. Stattdessen spielt er gezielt in Richtung eines rechts gelegenen Grünbunkers, „weil da alles offen ist und ich einen guten Winkel aufs Grün habe.“ Der Schlag gelingt – fast zu gut. Der Ball springt weiter als geplant, bleibt aber vor dem Bunker liegen. „Das war ein gutes Eisen 7, aber jetzt muss ich akzeptieren, was ist.“ Genau das, betont Bruns, unterscheide erfolgreiche Golfer von vielen Amateuren: die Fähigkeit, Situationen anzunehmen und daraus kluge Entscheidungen für den nächsten Schlag abzuleiten.

Fokus aufs kurze Spiel

Seinen dritten Schlag spielt er aus 25 Metern Entfernung mit einem Sandwedge – und platziert den Ball sicher auf dem Grün. Den Putt aus vier Metern verfehlt Bruns knapp, doch das Bogey ist für ihn ein Erfolg. „Die Erwartungshaltung sollte nicht zu hoch sein“, sagt er.

 

Bruns‘ Fazit ist eindeutig: Wer auf dem Platz erfolgreich sein will, braucht mehr als nur einen guten Schwung. Sein Rat: Trainieren Sie das kurze Spiel – und agieren Sie vor allem clever!

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