McIlroy verrät sein Drive-Geheimnis – und Woods analysiert
Man lernt bekanntlich am meisten von den Besten. Ein persönliches Training mit Tiger Woods und Rory McIlroy wird für die Normalsterblichen immer ein Traum bleiben – zumindest aber virtuell wird daraus Realität. In einem gemeinsamen Video für ihren Ausrüster besprechen die Superstars eines der faszinierendsten Themen im Golf: den Drive. McIlroy, bekannt als einer der besten Driver seiner Generation, erklärt im Gespräch mit Woods, woran er aktuell arbeitet – und welche Anpassungen ihn konstanter und variabler zugleich gemacht haben. Der Amerikaner analysiert derweil den Schwung seines Kollegen.
McIlroys neutrale Schwungbahn
Früher habe McIlroy seinen Driver mit einem deutlichen Inside-Out-Schwung geschlagen, was ihm lange den typisch hohen Draw brachte. „Ich war gut darin, das zu timen. Aber wenn es nicht passte, konnte der Ball in beide Richtungen weggehen“, sagt McIlroy. Deshalb versuche er mittlerweile, neutraler zu schlagen – sowohl in Bezug auf die Schwungbahn als auch die Schlagfläche. Sein aktuelles Gefühl: linker Arm und Schlägerschaft bilden eine Linie. „Ich rotiere den Körper und halte das Schlägerblatt stabil, indem ich weniger stoße, sondern mehr aus dem Boden arbeite.“
Der kontrollierte Fade
Woods bestätigt: McIlroys verbesserte Kraft, vor allem in der linken Hüfte, ermöglicht ihm mehr Stabilität. Das Resultat: eine neutralere Schwungbahn, stabilere Schlagflächenposition – und weniger Streuung. Besonders unter Druck sei das entscheidend. Neben seinem klassischen Power-Draw hat McIlroy nun auch einen kontrollierten Fade ins Repertoire aufgenommen. Dafür teet er den Ball niedriger auf, richtet sich aufrechter aus und lässt die rechte Seite im Treffmoment bewusst hoch. Das Ergebnis: ein sicherer Schlag ins Fairway, selbst bei schwierigen Bedingungen. Woods lobt: „Ein super Schlag unter Druck, wenn man einfach nur das Fairway treffen muss.“
So erzielt McIlroy maximale Weite
Für maximale Weite – etwa 300 bis 320 Meter – teet McIlroy den Ball höher auf, verlagert sein Gewicht weiter nach vorne und weitet den Stand. „Ich mache im Gym eine Übung mit dem Medizinball – eine Art Kugelstoß. Genau dieses Gefühl versuche ich im Schwung zu erzeugen“, erklärt er. Wichtig sei dabei, dass der Körper den Schwung antreibt. „Wenn ich den Ball maximal schlagen will, geht’s mir nur um Geschwindigkeit – nicht um Positionen.“
Hoher Speed, geringe Streuung
Interessant: Trotz der aggressiven Schläge bleibt die Ballgeschwindigkeit hoch und die Streuung gering. „Früher war der Unterschied bei Fehlern größer, jetzt bleibt alles neutraler“, sagt McIlroy. Woods hebt zudem McIlroys Schlagflächenstellung beim Ansprechen hervor. „Wenn ich ein gutes Gefühl im Schlägerblatt habe, zwingt es mich zur Rotation“, sagt McIlroy. Eine offene Schlagfläche führe hingegen schnell zu unsauberem Armschwingen – ein Muster, das er vermeiden will.
Viele Fortschritte der letzten Jahre
Auch im Hinblick auf die Kompatibilität von Driver- und Eisenschwung sieht McIlroy Fortschritte: „Früher mussten sich die beiden unterschiedlich anfühlen. Jetzt habe ich einen Weg gefunden, dass sie sich ähnlich anfühlen.“ Am Ende steht für McIlroy eine entscheidende Entwicklung: Er sei heute in der Lage, auf jedem Golfplatz der Welt konkurrenzfähig zu sein. „Früher musste ich Kurse wählen, die zu mir passen. Heute weiß ich: Ich kann überall gewinnen.“ Der Drive ist eine Grundlage für dieses Selbstvertrauen.









