Henseleit überzeugt und Koepka stichelt wieder
Es war eine Fehde, die eigentlich ruhte. Bryson DeChambeau versus Brooks Koepka. Über Jahre hatten sich die beiden Amerikaner immer wieder öffentliche Sticheleien geliefert, ehe es nach ihrem gemeinsamen Wechsel zu LIV Golf ruhiger wurde. Doch nun hat Koepka erneut gegen seinen alten Rivalen ausgeteilt. Der Auslöser: ausgerechnet Rory McIlroy. Der hatte beim Masters 2025 während der Finalrunde kaum ein Wort mit seinem Spielpartner DeChambeau gewechselt, was dieser anschließend öffentlich kritisierte. Im Gespräch mit Dan Rapaport wurde Koepka nun darauf angesprochen – und konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen. „Er hätte auch nicht mit ihm reden sollen“, sagte der fünfmalige Major-Sieger über McIlroy. DeChambeau „lebe in seiner eigenen Welt“, legte Koepka nach. Und dann wurde er noch deutlicher: „Ich glaube ohnehin nicht, dass viele Leute mit ihm reden wollen.“
Während DeChambeau und Koepka aktuell pausieren, ist auf der PGA Tour die Herbstserie in vollem Gange. Bei der Mexico Open konnte Andrew Novak seinen ersten Einzelsieg feiern – und das mit einem neuen Turnierrekord. Eng war das Rennen um den Titel nicht wirklich: Der 31-jährige Amerikaner hatte sich mit Runden von 61 und 62 Schlägen am Freitag und Samstag vom restlichen Feld abgesetzt und gewann schließlich mit insgesamt 25 unter Par und fünf Schlägen Vorsprung. Durch den Erfolg verbesserte er sich in der FedExCup-Fall-Wertung auf Rang 53 und hat damit gute Chancen, sich für die ersten beiden Signature Events der kommenden Saison zu qualifizieren.
„Ich bin zufrieden damit, wie ich heute gespielt habe”, erklärte der Sieger. „Ich denke, ich habe mich da ziemlich gut durchgebissen.“ Grund zum Feiern gibt es gleich doppelt, nicht nur den Titel: Kommende Woche wird Töchterchen Laney 1 Jahr alt.
Highlight-Clip: Novak feiert Titelpremiere
Für eine kuriose Szene beim Mexiko-Gastspiel der PGA Tour sorgten Tom Kim und Titelverteidiger Brian Campbell. Die beiden PGA-Tour-Sieger spielten zum Abschluss ihrer zweiten Runde auf Loch neun versehentlich jeweils den Ball des anderen – und das aus demselben Grünbunker. Der ungewöhnliche Fehler hatte für beide zwei Strafschläge zur Folge. Immerhin: Den Cut überstanden beide dennoch.
Die LPGA Tour war in dieser Woche in Malaysia zu Gast. Und einmal mehr ging der Titel an eine Spielerin aus Asien. Dabei ist Miyu Yamashita eine Wiederholungstäterin. Bei der Maybank Championship in Kuala Lumpur konnte sie ihren Titel erfolgreich verteidigen. Die 25-jährige Japanerin setzte sich nach Runden von 65, 66, 67 und 68 Schlägen mit zwei Schlägen Vorsprung auf die Chinesin Yan Liu durch. Für die Siegerin der Womens Open 2025 war es bereits der zweite Erfolg in dieser Saison. Somit gingen die Siege bei den vergangenen 13 Turnieren auf der LPGA Tour allesamt an Spielerinnen aus Asien.
Henseleit top, Mack reist nach Japan
Erfolgreich verlief der Besuch in der malaysischen Metropole auch für Esther Henseleit. Und das vor allem am Wochenende. Nach Runden von 70 und 71 Schlägen zum Auftakt drehte die Deutsche am Samstag und Sonntag mit zwei 67er-Runden (jeweils −5) noch einmal richtig auf. Besonders beeindruckend: Bei 28 Abschlägen auf Par-4- und Par-5-Löchern verfehlte die 27-Jährige am Wochenende nur ein einziges Fairway. Mit insgesamt 13 unter Par belegte Henseleit den geteilten neunten Rang und freute sich damit bereits über ihr fünftes Top-10-Ergebnis der Saison.
Während Henseleit nach drei Turnieren in Serie zurück in die USA reist, hat Polly Mack ihre Koffer gepackt und will bei der Toto Japan Classic ihre bislang starke Saison fortsetzen. Die 27-jährige Berlinerin spielt das erfolgreichste Jahr ihrer LPGA-Karriere – obwohl sie zwischenzeitlich eine schwierige Phase durchlebte, die sie vor allem mental an ihre Grenzen brachte. Im ausführlichen Interview mit Golf.de spricht Mack über ihr Tief auf den Grüns, das Geheimnis ihrer enormen Schlagweite und die technischen Veränderungen, mit denen sie den nächsten Schritt machen möchte.
Alexander siegt doppelt
Ohne deutsches Top-Ergebnis endete die Wistron Ladies Open in Taiwan. Dafür sorgte Casandra Alexander für klare Verhältnisse – und das gleich in doppelter Hinsicht. Die 27-jährige Südafrikanerin gewann das Turnier der Ladies European Tour mit drei Schlägen Vorsprung und sicherte sich damit vorzeitig den Gesamtsieg in der Order of Merit. Zwei Turniere vor Saisonende ist Alexander an der Spitze der Jahreswertung nicht mehr einzuholen. Für die Südafrikanerin war es bereits der dritte Titel bei ihren vergangenen fünf Starts. Patricia Isabel Schmidt und Leonie Harm kamen als beste Deutsche auf dem geteilten 20. Platz ins Ziel.
Die Form ist aktuell wirklich beeindruckend. Alex Cejka dreht im Endspurt der Saison auf der PGA Tour Champions auf und erspielt sich das vierte Top-15-Ergebnis in Folge. Für den 55-Jährigen endete die Simmons Bank Championship nach einer 67 am Sonntag auf dem geteilten siebten Rang. Nach dem siebten Top-Zehn-Ergebnis der laufenden Saison geht er von Position zwölf in das anstehende Saisonfinale. Den Sieg in Arkansas holte Darren Fichardt aus Südafrika.
Einen starken Saisonabschluss feierte Hurly Long beim Grand Final der HotelPlanner Tour auf Mallorca. Der 31-jährige Heidelberger blieb am gesamten Wochenende ohne Bogey und arbeitete sich mit Runden von 66 und 67 Schlägen noch auf den geteilten fünften Platz (−15) nach vorne. Damit verbesserte sich Long in der Jahreswertung der Road to Mallorca von Rang 44 auf 24. Für eine der 15 vollen Tourkarten der DP World Tour reichte es zwar nicht, dank Kategorie 20 darf er aber nach aktuellem Stand zumindest mit einigen Starts in Liga eins im kommenden Jahr rechnen.
Die letzte Möglichkeit, sich einen Status für die DP World Tour zu erspielen, bietet in dieser Woche die Final Stage der Q-School. Vom 6. bis 11. November geht es bei Infinitum Golf südlich von Barcelona über sechs Runden um die begehrten Spielberechtigungen für die kommende Saison. Mit dabei sind mindestens sieben Deutsche, die sich am vergangenen Wochenende erfolgreich durch die Second Stage gespielt haben. Besonders stark präsentierten sich Max Schmitt, der mit einer abschließenden 63 auf Rang zwei stürmte, und Jannik de Bruyn, der am selben Spielort Dritter wurde. Auch Philipp Macionga, Michael Hirmer, Thomas Schmidt, Martin Obtmeier und Philipp Katich lösten ihre Tickets für das Finale. Für andere platzte der Traum dagegen bereits in der vorletzten Qualifikationsrunde. Unter anderem verpassten mit Maximilian Kieffer und Yannik Paul zwei ehemalige Sieger auf der DP World Tour den Sprung ins Finale.
Ausblick: So geht es bei MagentaSport weiter
Weiter geht es mit Golf bei MagentaSport am Donnerstag: Ab 08.00 Uhr steht die Abu Dhabi Championship auf der DP World Tour und ab 21.00 Uhr die World Wide Technology Championship auf der PGA Tour auf dem Programm.










