Haremza siegt am Birkhof
Er kam, sah, und siegte: Ein Jahr lang hatte Marcel Haremza keine Turnierrunde mehr gespielt, und dennoch holte sich der 48-Jährige letztlich souverän den Siegerpokal der German PGA Teachers Championship powered by Garmin. Mit Runden von 71, 68 und 68 Schlägen (-12) verbuchte der ehemalige Tour-Spieler den insgesamt neunten Titel seiner PGA-Karriere – es ist sein bis dato größter Einzelerfolg.
In der Finalrunde lieferte sich der Teaching Professional des Dortmunder Golfclubs auf dem Meisterschaftsplatz des Golfpark Rittergut Birkhof über weite Strecken ein spannendes Duell mit Mark Steckmann, der mit 8 unter Par (68+70) als Führender in die Schlussrunde gegangen war. Haremza lag nach 71 und 68 Schlägen einen Zähler zurück, doch nach 13 Löchern standen beide gleichauf bei 12 unter Par. Dann kassierte der Mann aus Hannover an Bahn 14, einem 133 Meter langen Par 3 mit malerischem Inselgrün, unglücklich ein Doppelbogey und machte damit den Weg vorzeitig frei für Haremza, der den Vorsprung nicht mehr hergab. Nach einem Bogey zum Abschluss an Bahn 18 belegte Steckmann mit gesamt -9 Platz zwei; Bronze geht an Michael Dunwoodie (-5), der mit einer 67 die beste Runde des gesamten Turniers spielte.
Marcel Haremza kam zur Meisterschaft der Teaching Professionals der PGA of Germany, nachdem seine letzte Turnierrunde ein Jahr zurücklag – im September 2025 in Schottland. Intensives Training zuvor? Fehlanzeige. „Ich habe am Sonntag ein paar Bälle gehauen, das war meine Vorbereitung zu Hause“, erzählte Haremza nach seinem Sieg und lachte. Drei Tage später stand er als Deutscher Golflehrermeister 2026 fest. Auf dem Par-73-Meisterschaftsplatz des Golfpark Rittergut Birkhof, erstmals Austragungsort der German PGA Teachers Championship, profitierte er von seiner Vergangenheit als Tour-Player. Vor rund 25 Jahren hatte er den Platz mehrfach im Rahmen des damaligen Galeria-Kaufhof-Pokals und sammelte reichlich Runden auf der Anlage.
„Ich habe so ein bisschen auf Erinnerungsmodus gespielt – es hat sich ja nicht viel verändert; ich wusste, wo es langgeht. Und Golfspielen verlernt man ja auch nicht.“ Vor allem eine seiner großen Stärken ist unverändert vorhanden: Schnurgerade Drives an die 300-Meter-Marke. „Ja, die Länge ist noch da“, bestätigt Haremza. Dazu stimmten in dieser Woche auch der Rhythmus und das kurze Spiel, was in einer sehr niedrigen Fehlerquote resultierte: Nur vier Bogeys unterliefen Haremza im gesamten Turnier, in der Finalrunde blieb er fehlerfrei, spielte fünf Birdies. „Mein Ziel war, keine blöden Fehler sowie an den Par-5-Löchern Birdies zu machen – beides hat geklappt.“
Trotz der starken Leistung und des mit 4675 Euro Preisgeld verbundenen sportlichen Erfolgs: Eine Rückkehr ins Turniergeschehen plant der neue Deutsche Golflehrermeister nicht. Seine Priorität liegt weiterhin bei der Arbeit als Teaching Professional sowie bei seinen Mannschaften und Nachwuchsspielern. Mit den Frauen des Dortmunder GC hatte Haremza in der Saison 2026 der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf den Titel in der Regionalliga West 2 sowie den damit verbundenen Aufstieg in die 2. Bundesliga gefeiert.
Bereits am Tag nach dem Sieg am Birkhof stand um 8:30 Uhr wieder Unterricht in Dortmund auf dem Programm. Haremza: „Ich verspüre keinen großen Drang, wieder mehr Turniere zu spielen, aber es freut mich schon ein wenig, dass ich zeigen konnte, dass ich noch ein bisschen Golf spielen kann.“ Auch die Deutsche Golflehrermeisterschaft 2027 wird im Golfpark Rittergut Birkhof ausgespielt – mit besonderer Aufmerksamkeit auf das Jubiläumsjahr der PGA of Germany, die 2027 ihren 100. Geburtstag feiert. Spätestens dann greift vielleicht auch Marcel Haremza wieder mal zum Golfschläger, nach voraussichtlich einem Jahr schöpferischer Pause zumindest in Sachen Turniergolf.








