Diener steht im Viertelfinale
Irvine/Schottland – Drei Deutsche waren am Morgen noch in der Runde der besten 32 vertreten, am Abend ist mit Lauri Diener noch einer im Wettbewerb. Der 17-Jährige trifft am Freitag um 8.30 Uhr im Viertelfinale auf Carlo Roman aus Italien. Der Sieger spielt am Nachmittag um den Einzug ins Finale.
Franck gewinnt deutsches Duell
Dass sich das deutsche Aufgebot schon am Vormittag mindestens um einen Spieler reduzieren würde, stand aufgrund der Setzliste fest. Max Franck vom GC Bayreuth und Colin Bärmann vom GC Hubbelrath trafen direkt aufeinander. Franck ging zunächst 1auf, Bärmann drehte das Match anschließend und übernahm auf Loch 8 selbst die Führung. Auf der 10 ließ der Hubbelrather eine Birdiechance aus kurzer Distanz ungenutzt, direkt danach folgte ein Dreiputt. Damit war das Match wieder all square.
Franck nutzte diese Phase und gewann anschließend drei Löcher in Serie mit Birdies. Bei 3down blieb Bärmann aber im Match. Auf der 15 spielte er seinen Ball auf rund fünf Meter an die Fahne und lochte zum Birdie. Danach folgte auf der 16 eine noch bessere Annäherung auf etwa einen Meter. Francks Birdieputt fiel nicht, Bärmann verkürzte mit seinem eigenen Birdie auf 1down. Die 17 teilten beide. Auf dem letzten Loch geriet Bärmanns Abschlag links in die Heide, während Franck das Fairway traf. Bärmann brachte seinen Ball noch neben das Grün, hätte von dort aber einchippen müssen, um das Loch zu gewinnen. Das gelang nicht. Franck entschied das Match dadurch mit 1auf für sich.
„Es war sehr unangenehm, gegen einen Freund zu spielen“, sagte Franck nach dem Match.
Auch Bärmann hatte mit der Konstellation seine Schwierigkeiten: „Wir sind sehr eng befreundet. Deswegen war es schon komisch, gegeneinander zu spielen. Man hofft natürlich das Beste für den Freund, aber man will natürlich gewinnen.“ Nach seinem Ausscheiden überwog beim Hubbelrather dennoch der Blick auf die eigene Woche. „Ich habe diese Woche echt einiges geleistet und bin daher auch stolz auf mich. Als es darauf ankam, habe ich gut performt. Das macht mich extrem stolz, glücklich und zufrieden. Ich habe im Vergleich zu den Turnieren davor viele Sachen deutlich besser gemacht.“
Self beendet Francks Turnier
Für Max Franck ging es wenig später im Achtelfinale gegen Cole Self aus England weiter. Der Engländer bestimmte das Match mit herausragend guten Schlägen und starken Putts. Nach 14 Löchern lag Self bei sieben unter Par. Der Bayreuther bekam zwar mehrfach Möglichkeiten, den Verlauf noch einmal enger zu gestalten. Self antwortete in diesen Situationen jedoch jeweils mit perfekten Schlägen und verhinderte damit eine Wende.
„Er hat einfach besser gespielt und unendlich gut geputtet. Immer, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, das Match zu drehen, hat er einen Hero Shot gemacht“, beschrieb Franck das Duell. Auf dem 15. Grün war das Match mit 4&3 beendet. Damit endet die R&A Boys’ Amateur Championship für Franck auf dem geteilten neunten Platz.
Diener gewinnt mit 2&1
Lauri Diener bekam es in seiner ersten Runde des Tages mit Gonzalo Baños Ramos zu tun. Der Hamburger kontrollierte das Match über weite Strecken und schuf sich mit seinem Long Game immer wieder gute Möglichkeiten. Auf den Löchern 15 und 16 ließ Diener zwei kurze Putts aus und gab seinem Gegner damit noch einmal die Gelegenheit, das Match länger offen zu halten. Auf der 17 sorgte der Deutsche dann für die Entscheidung. Diener haute seinen Drive auf das Grün und beendete das Duell mit 2&1.
„Am Morgen verlief das Match ganz ordentlich. Ich habe gutes Golf gespielt, bin geduldig geblieben und habe solide gewonnen“, fasste Diener die erste Runde des Tages zusammen.
Bundestrainer Pascal Proske hatte vor allem das lange Spiel des Hamburgers im Blick: „Das Long Game von Lauri war stark. Er hat einige Grüns auf den Par 4 gedrived.“
Damit ging es für Diener am Nachmittag gegen Simon Lignereux aus Frankreich um den Einzug ins Viertelfinale.
Entscheidung auf dem Extraloch
Auch in dieses Match fand Diener schnell hinein. Nach acht Löchern lag der Deutsche bereits 4auf. Anschließend änderte sich der Verlauf. Diener hatte während der gesamten Woche mit Rückenschmerzen zu tun. Am Nachmittag verstärkten sich die Beschwerden. Der Hamburger traf den Ball zeitweise schlechter, Lignereux arbeitete sich zurück in das Match und glich aus.
Auf der 17 zeigte Diener noch einmal sein Long Game und legte schon den Drive aufs Grün. Lignereux antwortete mit einem guten Pitch und spielte ebenfalls Birdie. Auch die 18 brachte keine Entscheidung, sodass das Match auf Loch 1 weiter ging. Das erste Extraloch war ein Par 4. Diener nahm erneut den direkten Weg und schlug seinen Drive auf das Grün. Zwei Putts später stand das Birdie und damit der Sieg.
Nach dem Match beschäftigte sich der Hamburger zunächst mit seinem Rücken, dehnte und mobilisierte: „Heute habe ich gut gespielt. Ich bin glücklich, freue mich jetzt auf alles, was noch kommt, bleibe weiterhin geduldig und spiele Golf gegen den Platz. Dann schauen wir mal, was am Ende rauskommt.“
Roman wartet im Viertelfinale
Pascal Proske hatte am Abend zwei Matches über die regulären 18 Löcher und unterschiedliche deutsche Spielverläufe gesehen. Das direkte Duell zwischen Franck und Bärmann verlief lange offen, Self setzte sich anschließend gegen Franck durch. Diener gewann dagegen beide Matches und bleibt damit im Turnier. „Das war wirklich heute ein richtig spannender Tag und ich habe gute Leistungen gesehen“, bilanzierte der Bundestrainer.
Für Lauri Diener geht die R&A Boys’ Amateur Championship am Freitagmorgen weiter. Um 8.30 Uhr trifft er im Viertelfinale auf Carlo Roman aus Italien. Der Sieger spielt am Nachmittag im Halbfinale um den Einzug ins Endspiel.











