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Esther Henseleit, Stephan Jäger, Helen Briem und Thoms Rosenmüller
Esther Henseleit, Stephan Jäger, Helen Briem und Thoms Rosenmüller | © LET/Getty

Die deutschen Asse im Statistik-Check

Moderne Statistiken zeigen, in welchen Bereichen die Profis tatsächlich Schläge auf ihre Konkurrenz gutmachen – und wo noch Luft nach oben besteht. Wir haben uns die aktuellen Zahlen der deutschen Spielerinnen und Spieler auf den großen Touren genauer angesehen. Dabei stechen einige Werte besonders heraus.

 

Zum Beispiel die Präzision aus dem Grünbunker von Stephan Jäger. Es ist ein Wert, von dem nicht nur wir Amateurgolfer träumen können, sondern der selbst für viele Tour-Profis unerreichbar ist. Wenn der in Tennessee lebende Münchenerin der vergangenen Saison auf der PGA Tour in ein Sandhindernis ums Grün steigen musste, brachte er seinen Ball bei insgesamt 82 Versuchen im Schnitt auf 2,21 Meter an die Fahne heran. Nur ein Spieler – Alejandro Tosti – war aus dem Sand noch präziser als der Deutsche.

 

Was beim 37-Jährigen aus dem Elite Team Germany ebenfalls auffällt: Am Moving Day kann er regelmäßig glänzen. Mit durchschnittlich 68,15 Schlägen gehört er in der dritten Runde zur absoluten Elite der PGA Tour (Platz vier). Sonntags fällt seine Bilanz mit durchschnittlich 70,67 Schlägen (Platz 121) dagegen deutlich schwächer aus.

 

Esther Henseleit gehört in einem entscheidenden Teilbereich zur Elite der LPGA Tour: bei den Schlägen ins Grün. Im Schnitt macht sie bei den Annäherungen (Strokes Gained: Approach) 1,07 Schläge pro Runde auf das Feld gut. Nur fünf Spielerinnen sind besser.
 

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Briem beeindruckt bei den Annäherungen

Fast genauso stark mit den Eisen präsentiert sich Helen Briem. Mit 1,03 gewonnenen Schlägen bei den Annäherungen belegt sie Rang sieben der LPGA Tour und gehört damit zu lediglich sieben Spielerinnen mit einem Wert von mindestens +1,00.

 

Was die Leistungen auf den Grüns betrifft, sieht es für die deutschen Spielerinnen auf der LPGA Tour weniger überzeugend aus. Im Schnitt verlieren alle Spielerinnen aus dem Golf Team Germany in dieser Kategorie Schläge auf das Feld. Briem liegt mit -1,61 Strokes Gained: Putting pro Runde auf Rang 166.

 

Auch auf der Ladies European Tour verliert Briem mit dem Putter (-0,26 Strokes Gained: Putting) Schläge auf das Feld. Dass die Nürtingerin aus dem Elite Team Germany dennoch zu den besten Spielerinnen gehört, liegt vor allem an ihren herausragenden Annäherungen. Mit +2,17 Strokes Gained: Approach pro Runde weist sie in dieser Kategorie den besten Wert der gesamten Tour auf.

 

Alexandra Försterling glänzt auf der LET hingegen vor allem mit dem Putter. Mit +0,97 Strokes Gained: Putting pro Runde gehört sie in dieser Kategorie zu den besten Spielerinnen der Tour. Die formstarke Nummer fünf der Order of Merit aus dem National Team Germany zeigt zudem in diesem Jahr kaum Schwächen: In allen vier Strokes-Gained-Kategorien – vom Abschlag bis zum Putter – weist sie positive Werte auf.

Rosenmüllers Formstärke

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Thomas Rosenmüller hat im Vergleich nur wenige Runden auf der DP World Tour absolviert, dabei aber enorm überzeugt. Sein Rundenschnitt von 68,44 Schlägen bei 16 gespielten Runden ist aktuell der niedrigste auf der Tour.

 

Besonders überzeugend ist dabei das kurze Spiel des Müncheners, der vorwiegend in den USA spielt. Im Schnitt gewinnt der 29-Jährige aus dem Elite Team Germany bei Pitch, Chip und Co. (Strokes Gained: Around the Green) 0,85 Schläge pro Runde auf das Feld. Mit dem Putter sind es sogar 0,86 Schläge.

 

Die besten deutschen Werte vom Abschlag weist Freddy Schott auf. Der Düsseldorfer, der in diesem Jahr in Bahrain seinen ersten Titel auf der DP World Tour feierte, gewinnt in der Kategorie Strokes Gained: Off the Tee 0,48 Schläge pro Runde auf das Feld und belegt damit Rang 23.

 

Dabei ist vor allem seine enorme Länge ein wichtiger Faktor. Mit durchschnittlich 316,4 Yards gehört Schott zu den längsten Spielern der DP World Tour (T13 Driving Distance). Bei der Präzision bleibt dagegen Luft nach oben: Mit 56,44 Prozent getroffenen Fairways liegt er außerhalb der Top 100 (Rang 113).

Der perfekte deutsche Golfer

Und was passiert, wenn man sich aus all diesen Zahlen den statistisch perfekten deutschen Tour-Profi zusammenschustert? Vom Abschlag würden wir wohl Freddy Schott wählen: 316,4 Yards Länge und +0,48 Strokes Gained: Off the Tee sind gute Argumente – bei der Richtung drücken wir angesichts von 56,44 Prozent getroffenen Fairways mal ein Auge zu. Die Annäherungen nehmen wir von Esther Henseleit, die mit +1,07 Strokes Gained: Approach zur absoluten LPGA-Elite gehört – oder gleich von Helen Briem, die auf der LET mit +2,17 sogar den besten Approach-Wert der gesamten Tour aufweist. Rund ums Grün darf Thomas Rosenmüller ran, der hier 0,85 Schläge pro Runde auf das Feld gutmacht. Und landet doch einmal ein Ball im Grünbunker, ist Stephan Jäger gefragt. Den Putter übernimmt dagegen Alexandra Försterling: +0,97 Strokes Gained: Putting können sich sehen lassen. 

 

Fertig wäre der perfekte deutsche Tour-Profi. Zumindest auf dem Papier. 

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