Deutschlands Mid-Amateurinnen glänzen in Silber
Am frühen Samstagmorgen war an Golfspielen zunächst nicht zu denken. Ein Gewitter hatte die Anlage von Empordà Golf nahe Barcelona (Costa Brava) in ein Wasserbad verwandelt. Die Organisatoren entschieden sich dazu, nur die Matches um die Medaillen auszuspielen – und das in verkürzter Form. Heißt: Statt zwei Vierer gab es nur einen und statt drei Einzel nur zwei. So war jede Partie besonders wichtig und mit dreistündiger Verspätung konnten die Duelle um Gold (Deutschland gegen Frankreich) und Bronze (Irland gegen Italien) gestartet werden.
„Es waren dann doch für die Verhältnisse recht ordentliche Bedingungen. Mit Besserlegen um eine Schlägerlänge hat man eigentlich immer einen Spot finden, um seinen Ball weiterspielen zu können“, so Deutschlands Mid-Am-Kapitänin Rachel de Heuvel (GC Olching). Im Vierer, den für Team Germany Alena Oppenheimer (Stuttgart) und Maike Dickel (Hamburg) bildeten, hatten die Französinnen den klar besseren Start und führten nach den Front Nine klar. De Heuvel: „Die Mädels haben aber vorbildlich gekämpft, nie aufgegeben und bis zum Schluss alles gegeben.“
Tatsächlich machten es die deutschen Mid-Amateurinnen, die in einem Halbfinal-Krimi noch Italien ausgeschaltet hatten, doch nochmal spannend, verkürzten, mussten sich am Ende aber Clemence Cadeac und Pauline Stein 4&2 geschlagen geben. So kam es auf die Einzel an, in denen Annabelle Sapper (Münchener GC) und Maria Anetseder (GC Starnberg) für Schwarz-Rot-Gold aufliefen. Sapper, IAM-Siegerin 2025, hielt ihr Match gegen Morgane Bazin de Jessey bis zum Ende offen, teilte die Punkte und schaufelte immerhin einen halben Zähler aufs deutsche Konto.
Anetseder konnte in diesem Finale nicht ihr A-Game abrufen, lag schnell deutlich zurück und musste sich am Ende mit 5&4 ihrer Gegnerin Candice Mahe geschlagen geben. So stand das Endresultat in diesem wegen der starken Regenfälle verkürzten Endspiel fest; Frankreich, das sich an diesem Samstag frischer, konzentrierter und präziser präsentierte, holte Gold, Deutschland Silber, Im kleinen Finale setzte sich das Team aus Irland mit 2,5:0,5 gegen Italien durch.
„Klar sind wir im ersten Moment etwas enttäuscht. Wenn du in einem Finale stehst, willst du natürlich gewinnen. Aber hey, wir sind unter den zwei Top-Teams in Europa. Der Gegner war an diesem Tag einfach stärker. Das müssen wir anerkennen. Glückwunsch zum Titel. Aber wenn wir bei der Siegerehrung die Silbermedaille um den Hals gehängt bekommen, werden wir wahrscheinlich erst bewusst wahrnehmen, was wir hier erreicht haben“, so Deutschlands Captain de Heuvel.










