„Ich will auf die LPGA Tour“
Zuhause bei Familie Eisenbeiß im schleswig-holsteinischen Geesthacht bei Hamburg gibt es einen Kamin. Auf diesem steht der Pokal der amtierenden Deutschen Meisterin. „Ein schöner Ort so ein bisschen im Mittelpunkt. Das sieht ganz gut aus und ich freue mich jedes Mal, wenn ich dran vorbeigehe“, sagt Christin Eisenbeiß. 2025 hatte sie die Schale geholt. Die Zeiten als Top-Amateurin sind vorbei. 2026 wird die 24-Jährige aus dem Golf Team Germany in ihre erste Saison als Profi gehen und auf der Epson Tour abschlagen.
„Ich freue mich drauf“, sagt sie. Nach abgeschlossenem Studium an der Uni von North Florida habe es keinen Grund mehr gegeben, nicht Profi zu werden. Der Wunsch war da, die Erfolge auch und ihr Golfspiel hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten noch einmal verbessert. „Das hat mir gezeigt, dass ich gut genug bin und Potenzial habe. Das Ziel ist natürlich ganz klar die LPGA Tour, für die sich die Top 15 der Epson Tour qualifizieren.“
Golf war bei ihr nicht unbedingt Liebe auf den ersten Blick. „Meine ganze Familie spielt, aber am Anfang hat es mir eigentlich weniger Spaß gemacht, weil ich ein sehr ungeduldiger Mensch bin. Dank einer guten Freundin bin ich dann doch hängengeblieben, der Spaß kam doch“, sagt Christin Eisenbeiß, die in ihrer Jugend gerne getanzt hat. Ehrgeizig war sie schon immer und Idole wie Tiger Woods, Serena Williams oder US-Turnstar Simone Biles imponieren ihr. „Wie solche Sportler gegenüber anderen Profis nochmal so viel besser sein können, das ist schon beeindruckend.“
In jüngster Zeit hat sie intensiv an ihrem kurzen Spiel (Wedges) gearbeitet – und irgendwann Fortschritte erkannt. Aktuell ist vor allem der Putter ihr Freund, da sie sich an der Hand verletzt hat und das lange Spiel ein wenig warten muss. Da ist sie wieder, die Frage nach der Geduld. Und der richtigen Einstellung. Eisenbeiß: „Es ist wichtig, an sich zu glauben. Vor allem, wenn es mal nicht läuft. Wenn du ein Team um dich hast, das dich unterstützt und positiv bleibt, kommt der Spaß von ganz allein.“ Golf ist ein sehr mentaler Sport, daher sei es entscheidend, viele Erfahrungen zu machen. „So eine Deutsche Meisterschaft ist im ersten Jahr noch ganz aufregend, aber wenn man sie öfter gespielt hat, ist man ja ein alter Hase.“
Genau diese Erfahrungen will sie 2026 auf der Epson Tour sammeln. Um voll durchzustarten, muss man im Zirkus Golf hart arbeiten und alles geben. Genau das ist das Ziel der amtierenden Deutschen Meisterin. Eisenbeiß: „In drei Jahren will ich es auf die LPGA Tour geschafft haben. Das ist mein sportliches Ziel.“ Im März geht es los mit drei Events in Florida, ehe die Zubringer-Serie mit weiteren Turnieren quer durch die USA fortgesetzt wird.
Ihre Homebase hat Nationalspielerin Christin Eisenbeiß in Jacksonville. Dort hat sie studiert, College-Golf gespielt und kennt sich aus. Einen Kamin gibt es in ihrer Wohnung nicht. Also bleibt die DM-Schüssel zu Hause in Geesthacht, wo die Familie vorbeigehen und sich freuen kann. Aber wer weiß, vielleicht kommt ja schon in 2026 ein Pott fürs Appartement in Florida dazu.
Q&A mit Christin Eisenbeiß
- Matchplay oder Zählspiel? Matchplay
- Driver oder Putter? Driver macht mehr Spaß, Putter ist wichtiger
- Solheim Cup oder Olympia? Olympia
- Sushi oder Pasta? Mag ich beides gerne, aber Pasta gehen immer
- HSV oder Pauli? Eher HSV
- Insta oder Tiktok? Instagram, ich nutze Tiktok überhaupt nicht
- Gym oder Range? Gym, ich bin keine Range-Maus und setze mehr auf Qualität statt Quantität









