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Sofia Maier-Borst vom GC St. Leon-Rot freut sich riesig auf den PING Junior Solheim Cup in den Niederlanden, wo sie eine von zwei deutschen Nationalspielerinnen im Team Europa ist. | © Ross Parker/Getty Images

„Ein großer Traum geht in Erfüllung“

Sofia, Glückwunsch zur Nominierung für Team Europa beim Junior Solheim Cup. Wie hast du es von wem erfahren und was bedeutet die Teilnahme für dich persönlich?

Ich habe es von Anne Van Adam (Kapitänin Team Europa, Anm.d.Red.) erfahren. Sie hat mich angerufen, als ich gerade zu Hause war, ein Tag nachdem ich von den British Girls nach Hause gekommen bin. Es war ein ganz besonderer Moment, da ich mir einen so großen Traum, den ich über Jahre hatte, erfüllen konnte. Ich wusste genau, dass diese Saison für mich quasi die letzte Chance ist, habe mir wirklich schon im frühen Winter dieses hohe Ziel gesetzt und durch alle Höhen und Tiefen der Saison verfolgt. Ich bin wirklich sehr stolz und dankbar dafür.

 

Wie ist dein Reise- bzw. Zeitplan, worauf freust du dich am meisten und bleibt das Junior Team, um die Frauen kurz darauf beim großen SC zu unterstützen?

Also ich fahre am 4. September mit meinen Eltern in die Niederlande, darauf folgen zwei Übungstage vor Ort mit einer Proberunde und einiges an Programm drum herum. Ich glaube, ich freue mich am meisten auf das Team und den ersten Abschlag. Ich kenne fast alle Mädels ziemlich gut und bin mir sicher, dass wir eine ganz tolle Stimmung dort haben werden. Natürlich freue ich mich auch riesig, diese Erfahrung mit Lena (Geier, zweite Deutsche im Team, Anm.d.Red.) machen zu dürfen, da wir sehr eng sind und uns auch schon ewig kennen. Wir bleiben natürlich vor Ort, um die Profis dann beim Solheim Cup anzufeuern. Ich freue mich auch schon enorm, alle mal persönlich zu treffen.

 

Kennst du den Platz von Bernardus Golf? Worauf wird es beim Matchplay auf diesem Kurs ankommen und wie schätzt du die Chancen für Team Europa ein?

Ich kenne den Platz noch nicht. Aus den Bildern im Internet und den Zahlen aus der Scorekarte, die wir vorab bekommen haben, würde ich sagen, dass es im Prinzip wie so oft im Matchplay darauf ankommen wird, sich mit guten Scoring Clubs und wenigen Putts so viele Birdie-Chancen wie möglich zu erarbeiten. Der Platz wird in einem Top-Zustand sein und wir werden ihn auch nicht extrem lang spielen. Ich habe sehr viel Respekt vor den Mädels aus den USA, aber trotzdem weiß ich, dass wir ein sehr starkes europäisches Team haben und sehr gut dagegenhalten werden.

Mit Lena Geier ist eine zweite Deutsche beim JSC am Start. Wie gut kennt ihr euch und sehen wir vielleicht im Vierer ein rein deutsches Team am Tee?

Wir kennen uns sehr gut und sind uns auch schon in sehr jungen Jahren über den Weg gelaufen. Ich bin sehr dankbar, dass ich diese einmalige Erfahrung mit ihr teilen darf. Am Ende des Tages werden die Kapitäne die Aufstellung entscheiden, aber wir haben als Vierer schon sehr gute Matches gespielt. Daher glaube ich, dass wir als Partner auf jeden Fall in Frage kommen.

 

Du hast zuletzt starke Ergebnisse national und international erzielt, warst Zweite bei der IAM und beim Annika Invitational. Woran machst du deine jüngste Steigerung fest?

Ich glaube, es gibt nicht die eine Sache für mich die auf einmal alles verändert hat. Ich habe mich im Winter schon sehr stark gefühlt und konnte das Jahr mit einer guten Portuguese starten. Ich habe auch im Winter/ Frühjahr mich deutlich intensiver mit meinem Putten beschäftigt und konnte in dem Bereich große Fortschritte machen. Zwischendrin sind aus verschiedenen Gründen die Dinge einfach nicht für mich gelaufen, aber so ist es manchmal einfach. Ich habe einfach weiterhin die Dinge getan, die mich besser machen und vor allem nach ein paar Enttäuschungen probiert, die Ergebnisse erst mal außen vor zu lassen und mich mehr auf den Moment fokussiert.

 

2025 warst du Deutsche Matchplay-Meisterin. Ist dieses Format eine deiner Stärken? Wo siehst du allgemein deine Stärken und deine Bereiche, in denen du noch Potenzial herausarbeiten kannst?

Ich glaube auf jeden Fall, dass ich im Matchplay sehr stark bin und es macht auch wirklich extrem Spaß, ein gutes Match zu spielen. In Europa und in Deutschland gibt es eben auch viele Turniere, bei denen man im Matchplay gut sein muss, wenn man vorne mitspielen will. Grundsätzlich liegen meine Stärken hauptsächlich im Spiel aus der Teebox und inzwischen auch im Short-Game. Ich kann meistens noch bei meinen Approaches viel rausholen und arbeite weiterhin intensiv an meinem Putten.

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Du spielst für den GC St. Leon-Rot in der 1. Bundesliga. Was macht diesen Club so besonders?

Es gibt vieles, was den GC SLR so besonders macht. Zum einen natürlich die einzigartige Unterstützung, die wir alle als Athleten erhalten. Wir haben ein unglaubliches Trainerteam und trainieren mit einer so hohen Qualität. Was ich auch sehr besonders finde ist, dass wir eine so hohe Leistungsdichte in den Mannschaften haben. Es gibt immer einen guten Konkurrenzkampf und es gibt so viele, die sowohl national als auch international sehr erfolgreich sind. Ich hatte und habe immer Vorbilder im nahen Umfeld, zu denen ich aufblicken kann.

 

Im Final Four 2026 hat es mit der Titelverteidigung nicht geklappt. Woran hat es gelegen und warum ist die Deutsche Golf Liga ein willkommene Abwechslung zu den Einzelturnieren?

Dass es dieses Jahr im Final Four nicht für den Titel gereicht hat, ist selbstverständlich schade, aber wir hatten im Grunde genommen mit Berlin starke Gegnerinnen, die es einfach wirklich gut gemacht haben. Am Ende kann man es natürlich immer auf Zahlen und einzelne Spielbereiche runterbrechen, aber es hat knapp nicht gereicht und so ist das im Sport manchmal. Die DGL ist zurzeit eine wirklich stark besetzte Liga, und es macht immer wieder Spaß als Team anzutreten und sich mit den Besten in Deutschland zu messen.

 

Wie sehen deine Pläne für die kommenden Jahre aus? Wann bist du mit der Schule fertig und wie geht es danach weiter?

Ich besuche die Leistungssportklasse des Löwenrot-Gymnasiums in St. Leon Rot und mache dort 2027 mein Abitur. Letzten Herbst habe ich bei der Arizona State University zugesagt und werde dann nach dem Abitur dort College-Golf spielen. Danach habe ich neue Ziele im Profigolf.

 

Was macht Sofia Maier-Borst, wenn sie gerade nicht trainiert, ein Turnier spielt oder lernt?

So super viel Zeit bleibt gar nicht übrig, aber am liebsten verbringe ich meinen Nachmittag mit Familie oder Freunden in Heidelberg.

 

Vielen Dank und viel Erfolg beim PING Junior Solheim Cup in den Niederlanden! 

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