Lena Geier: „Freue mich riesig auf den Junior Solheim Cup“
Lena, Glückwunsch zur Nominierung für den PING Junior Solheim Cup. Wie hast du es von wem erfahren und was bedeutet die Teilnahme für dich?
Mich hat am Samstag unsere Kapitänin Anne van Dam angerufen und mir persönlich gesagt, dass ich für den Junior Solheim Cup aufgestellt bin. Sie meinte auch, dass sie sich schon extrem auf unser Team freut und dass ich zu den sechs Spielerinnen gehöre, die sich über das Ranking qualifiziert haben. Ich habe mich natürlich riesig gefreut. Am Anfang der Saison war mir ehrlich gesagt noch gar nicht bewusst, dass ich überhaupt die Chance haben könnte, dabei zu sein. Umso besonderer ist es jetzt, tatsächlich für Team Europe spielen zu dürfen. Ich bin extrem gespannt auf die Woche, weil wir wirklich ein richtig cooles Team haben. Und dass ich diese Erfahrung auch noch gemeinsam mit Sofia (Maier-Borst, ebenfalls Junior Team Germany, Anm.d.Red.) machen und teilen kann, macht das Ganze für mich doppelt schön.
Wie ist der Reiseplan? Wann genau geht es los?
Am 4. September ist Anreise. Am 5. September dürfen wir noch nicht auf den Platz, bevor wir dann am 6. September unsere Einspielrunde spielen. Am 7. und 8. September finden die Matchplay-Matches statt. Danach bleiben wir noch mit dem Team vor Ort und schauen uns gemeinsam den großen Solheim Cup an. Darauf freue ich mich natürlich auch extrem, weil es bestimmt nochmal etwas ganz Besonderes ist, nach unserem eigenen Wettbewerb gemeinsam als Team dabei zu sein.
Du hast 2026 mit einigen starken Ergebnissen auf dich aufmerksam gemacht und zu Hause in Bad Griesbach den Schweinsteiger Cup gewonnen. Wie ist das so, mit einem Fußball-Weltmeister zu golfen?
Basti hat das Golfen nicht übertrieben ernst genommen, aber genau das hat es auch so lustig gemacht. Mit ihm im Flight zu spielen, war richtig cool und hat extrem viel Spaß gemacht. Auch als Mensch ist er total sympathisch und überhaupt nicht abgehoben. Man konnte ganz normal mit ihm reden und wir hatten wirklich eine richtig gute Zeit auf der Runde.

Bei deinem LETAS-Debüt in Dänemark warst du starke Zweite. Wie ordnest du dieses Ergebnis ein und wie hast du deine Premiere auf der Tour selbst erlebt?
Ich bin eigentlich ohne große Erwartungen in das Turnier gegangen, wollte einfach frei spielen und mir bewusst kein bestimmtes Ergebnis als Ziel setzen, weil ich überhaupt nicht einschätzen konnte, welche Chancen ich haben würde. Selbst am letzten Loch dachte ich nur: Jetzt ganz entspannt den Zwei-Putt zum Par machen, dann reicht es vielleicht für die Top Ten. Als ich dann vom Grün kam, meinte mein Vater plötzlich, dass ich zu diesem Zeitpunkt geteilte Erste bin. Kurz darauf kamen auch noch ein paar Referees zu mir und sagten, dass es wahrscheinlich ins Stechen gehen würde. Im Playoff habe ich dann versucht, genauso weiterzuspielen wie vorher, mir möglichst wenig Druck zu machen und den Moment einfach zu genießen. Allein nach drei Runden bei meinem LETAS-Debüt geteilt an der Spitze zu liegen, war für mich schon etwas richtig Besonderes. Am Ende ist das Stechen zwar nicht ganz so ausgegangen, wie ich es mir vielleicht gewünscht hätte, aber ich war überhaupt nicht enttäuscht. Der zweite Platz und vor allem die ganze Erfahrung haben mich einfach extrem gefreut.
Woran machst du deine Leistungssteigerung 2026 fest bzw. was hast du verändert?
Ich habe vor allem im mentalen Bereich ein paar Dinge verändert. Als ich das dann bei einem der ersten Turniere bewusst umsetzen konnte, habe ich direkt gemerkt, dass es mir auf dem Platz hilft. Dadurch habe ich immer mehr Vertrauen darin aufgebaut und konnte es auch in den nächsten Turnieren immer besser anwenden. Ich glaube, dass daraus dann auch nach und nach die guten Ergebnisse entstanden sind.
Woran arbeitest du im Moment? Wo siehst du deine Stärken und Bereiche, in denen du noch Potenzial herausarbeiten kannst?
Im Moment arbeite ich technisch eigentlich an nichts konkret, weil mein Spiel insgesamt ziemlich gut funktioniert. Während der Turnierrunden versuche ich mich vor allem, auf den mentalen Bereich und meine Abläufe zu konzentrieren. Natürlich gibt es trotzdem immer Dinge, die man verbessern kann. Bei mir sehe ich vor allem im kurzen Spiel und beim Putten noch Potenzial. Ich bin aber generell kein großer Fan davon, mitten in der Saison größere technische Veränderungen vorzunehmen. Da möchte ich lieber mit dem arbeiten, was gerade funktioniert.
Du bist eine der wenigen Nationalspielerinnen, die nicht DGL spielen. Kein Interesse an der Liga?
Für mich persönlich ist Golf in erster Linie ein Einzelsport und mein Fokus liegt deshalb auf meinen eigenen Turnieren. Um auf einem hohen Niveau DGL zu spielen, müsste ich auch den Club wechseln, und das möchte ich nicht. Ich bin im Golf Resort Bad Griesbach extrem glücklich und fühle mich dort sehr wohl. Außerdem würden durch die DGL noch weitere Wochenenden wegfallen, an denen ich dann keine anderen Turniere spielen könnte. Bei meinem ohnehin schon ziemlich vollen Turnierkalender möchte ich meine Prioritäten deshalb lieber anders setzen.
Wie sehen deine Pläne für die kommenden Jahre aus? Wann und wo bist du mit der Schule fertig und wie geht es danach weiter?
2028 mache ich mein Abitur und danach möchte ich sehr gerne in die USA ans College gehen und dort Studium und Golf miteinander verbinden. Aktuell bin ich bereits mit verschiedenen Colleges und Coaches in Kontakt und werde wahrscheinlich bald meine ersten Visits machen. Danach muss ich irgendwann die Entscheidung treffen, welches College am besten zu mir passt. Mein großes Ziel für die Zeit nach dem College ist es dann natürlich, den Schritt ins Profigolf zu schaffen.
Und was macht Lena Geier, wenn sie gerade nicht trainiert, ein Turnier spielt oder für die Schule lernt?
Ehrlich gesagt bleibt neben Golf, Turnieren, Training und Schule gar nicht so viel freie Zeit übrig. Wenn ich dann wirklich mal nichts vorhabe, genieße ich es deshalb auch, einfach meine Ruhe zu haben und mal nichts machen zu müssen. Aber natürlich versuche ich auch, meine Freunde so oft wie möglich zu sehen und mit ihnen etwas zu unternehmen.
Vielen Dank und viel Erfolg beim PING Junior Solheim Cup in den Niederlanden!







