„Golfplätze sind Hotspots für Biodiversität“
„Ihr leistet großartige Arbeit, das dürft ihr ruhig offensiver nach außen kommunizieren“, sagt Paul Swiderek. Der 29-Jährige ist Berater für Nachhaltigkeit und Biodiversität von Fair and Green e.V. und referierte vor knapp 30 Besuchern zum Thema „Wie lassen sich Hecken und Gehölze auf Golfanlagen fachgerecht pflegen und gleichzeitig ökologisch aufwerten?“ Zur Greenkeeper-Schulung eingeladen hatte Jörg Vowinckel-Ewald, Projektmanager von GolfBiodivers im Deutschen Golf Verband.
Im Golfclub Abenberg begrüßte Präsident Gerd Kehrbach die Gäste und freute sich, Hausherr einer weiteren, informativen Netzwerkveranstaltung sein zu dürfen. „Wir sind seit März Kommunikationspartner von GolfBiodivers im DGV und wollen auch über dieses Treffen nach außen tragen, welch großartige und wichtige Projekte vor allem in diesem Bereich auf Golfanlagen angeschoben werden“, so Kehrbach. So war neben Swiderek mit Karsten Jocksch vom Sachverständigenbüro Baum4 GmbH ein weiterer Referent nach Abenberg gekommen, um über Baumpflege und das ebenso wichtige Thema Verkehrssicherheit zu sprechen.

„Die Kunst, einen Baum zu schneiden, ist die, dass man hinterher nicht sieht, dass er geschnitten wurde“, so Jocksch. Wertvoll und wichtig: Im theoretischen Teil im Abenberger Clubhaus zeigte der Baumkontrolleur transparent an Beispielen auf, wie, wann und wo Eichen, Buchen und weitere Gehölze richtig und sinnvoll gekürzt und gepflegt werden. „Der Baum zeigt uns, wo er geschnitten werden will.“ Die beste Zeit sei im Sommer, weil in der vegetativen Zeit Wunden besser heilen könnten. Sein Tipp: Manchmal ist weniger mehr. Die Verkehrssicherungspflicht nach Paragraf 44 des Bundesnaturschutzgesetzes sollte man allerdings auf Golfanlagen immer im Auge haben. Gerade dabei ergebe sich bei der Baumpflege ein Spannungsfeld zwischen Sicherheitspflicht und Artenschutz.
Wie eng Theorie und Praxis beieinander liegen, bewies der anschließende Spaziergang (ohne Schläger und Bälle) mit den Schulungs-Teilnehmern über die Golfanlage. War der Eichenprozessionsspinner (EPS) und die mit ihm einhergehenden Probleme auf Golfanlagen noch Thema des Referats, konnten sich die anwesenden Greenkeeper draußen am Fairwayrand direkt ein Exemplar ansehen – und über Lösungen diskutieren, denn: „Das Absaugen von Nestern des EPS gilt als die sicherste, sauberste und naturschonendste Methode, um die giftigen Raupen und deren feine Brennhaare zu entfernen“, so Jocksch.


