Bünker: „Das digitale Golflernen wird weiter zunehmen“
Golfunterricht findet heute nicht mehr nur auf der Driving Range statt. Videoanalysen, Online-Coachings und digitale Trainingspläne gewinnen immer mehr an Bedeutung, davon ist Fabian Bünker überzeugt. Der PGA Golf Professional und Gründer einer erfolgreichen Online-Golfakademie spricht im DGV-Podcast „Lange Rede, kurzes Spiel“ über die Zukunft des Golflernens, mentale Stärke und darüber, warum sich ein Blick über den Atlantik lohnt.
Bünker zählt zu den bekanntesten Golftrainern im deutschsprachigen Raum. Nach seiner Zeit als Nationalspieler und PGA-Professional entwickelte er sein Coaching-Konzept konsequent weiter. Heute begleitet er mit seinem Team mehrere Hundert Golferinnen und Golfer digital und verfolgt dabei einen ganzheitlichen Ansatz, der Technik, Fitness, Course Management und Mentaltraining miteinander verbindet.
Technik ist nur ein Teil der Lösung
Bünker zufolge ist einer der größten Irrtümer vieler Amateurgolfer, dass allein ein besserer Schwung automatisch zu besseren Ergebnissen führt. Zwar spiele die Technik eine wichtige Rolle, doch häufig seien andere Faktoren entscheidend. Mentale Stärke, klare Routinen und realistische Erwartungen haben oft einen deutlich größeren Einfluss auf konstantes Golf.
Gerade ambitionierte Amateure bringen sich nach einzelnen schlechten Schlägen häufig selbst aus dem Konzept. Deshalb setzt Bünker auf feste Pre- und Post-Shot-Routinen sowie Strategien zur besseren Steuerung der Emotionen. Wer lernt, Erwartungen loszulassen und sich auf die beeinflussbaren Dinge zu konzentrieren, spielt langfristig erfolgreicher – unabhängig vom Handicap.
Auch beim Training verfolgt er einen klaren Ansatz. Anstatt wahllos Tipps aus den sozialen Netzwerken auszuprobieren, empfiehlt er einen strukturierten Trainingsplan. Viele Golfer schauen sich im Internet unzählige Schwungideen an und eröffnen dadurch immer neue Baustellen. Es sei sinnvoller, konsequent einer Linie zu folgen und gezielt an den individuellen Schwachstellen zu arbeiten.
Amerika als Vorbild für digitales Lernen
Bünker verfolgt besonders aufmerksam die Entwicklung in den USA. Dort sind digitale Lernangebote im Golf bereits selbstverständlich. Online-Coachings, Videoanalysen und individuelle Trainingsprogramme werden von vielen Golfern als sinnvolle Ergänzung zum klassischen Unterricht genutzt.
Deutschland stehe bei dieser Entwicklung noch am Anfang. Bünker ist jedoch überzeugt, dass digitale Angebote künftig eine immer größere Rolle spielen werden. Moderne Technologien ermöglichen individuelles Feedback unabhängig von Ort und Zeit. Das bedeutet nicht das Ende des Golflehrers vor Ort, sondern eröffnet neue Möglichkeiten, das Training flexibler und persönlicher zu gestalten. „Das digitale Golflernen wird weiter zunehmen“, lautet seine Prognose.
Neben dem Training spricht Bünker auch über die Zukunft der Golfclubs. Seiner Meinung nach werden Anlagen künftig ihre Profile stärker schärfen müssen. Ob sportlicher Leistungsclub, familienorientierte Anlage oder klassischer Country Club – je klarer ein Golfclub weiß, wofür er steht, desto besser kann er passende Zielgruppen ansprechen und langfristig binden. Auch darin sieht Bünker eine wichtige Voraussetzung dafür, dass der Golfsport in Deutschland weiter wächst.










