Hubbelrath und Hamburg dominieren den Norden
Es war dann doch eine mehrstündige Heimreise, die Team Hamburg antreten musste. Von Heiligenhaus an die Elbe – da vergehen ein paar Stunden, in denen Falkensteins Trainer-Duo Luis Schmid und (Busfahrer) Christian Lanfermann noch über die eine oder andere Sache reden konnten. Alles in allem hat sich die Reise für die Hanseaten nach Hösel jedoch gelohnt. Die Mannschaft holte mit gesamt +1 mal wieder fünf Punkte und ist voll im Soll, was die große Zielsetzung Final Four betrifft.
„Das war eine starke, geschlossene Teamleistung auf sehr hohem Niveau. Alle haben ihren Beitrag zu diesem Sieg, über den wir natürlich sehr glücklich sind, geleistet. So kann es gerne weitergehen“, erklärte Coach Schmid. Klar besteht so ein Kader an einem DGL-Spieltag, der diesmal wegen eines Gewitters mit einstündiger Verspätung begonnen hatte, aus mehreren Positionen, aber die Lokomotiven waren in den Einzeln am Sonntag in Hösel dann doch Susanna Brenske (66/-5) und Christin Eisenbeiß (67/-4). Letztere schlägt eigentlich auf der Epson Tour ab und verstärkte ihren Club in DGL-Runde zwei. „Wir hatten am ersten Spieltag Hannah Karg als Pro dabei, diesmal Christin. Das sind zwei Spielerinnen, die uns nicht nur sportlich, sondern auch charakterlich pushen“, so Schmid. Sein Team habe sich fest vorgenommen, von Spieltag zu Spieltag zu denken und immer von Null zu starten. Zwar steht Falkenstein im Moment ganz oben, die Saison ist aber noch lang.
Wie schnell es nach oben und unten gehen kann, bewiesen an einem gut besuchten Spieltag in Hösel die Frauen des Gastgebers. Vor heimischer Kulisse überzeugte die Mannschaft auf ganzer Linie und sammelte mit gesamt +16 vier wichtige Punkte ein. Damit stehen Hösel, Berlin-Wannsee und Hubbelrath mit nun jeweils sechs Punkten nebeneinander im Mittelfeld der Tabelle. „Die -5 von gestern war unsere Inspiration. Wir alle hatten im Kopf, was möglich ist. Es waren am Sonntag schwierige Bedingungen mit starkem Wind und schweren Pin-Positions, aber mit dem zweiten Platz sind wir super happy. Das macht Lust auf mehr; wir sind heiß auf die nächsten Spieltage“, so Hösels Kapitänin Isabel Gadea.
Es bleibt eng und spannend in der 1. Bundesliga Nord der Frauen, wenngleich Hamburg vorne weg marschiert. Zwar musste sich das Team des G&LC Berlin-Wannsee (+31) hauchdünn hinter Hubbelrath (+30) mit Rang vier zufrieden geben, aber Wannsees Coach Mario Hansch war alles andere als unzufrieden: „Das war denkbar knapp zu unseren Ungunsten. Das war bitter, aber das fühlt sich nicht wie eine Niederlage an. Wir haben richtig gute Power, richtig gute, junge Spielerinnen auf den hinteren Positionen. Das macht Hoffnung und Mut für die kommenden Aufgaben. Wir bleiben optimistisch, die Saison ist noch lang. Dass die Jugend so performt, ist für mich das Highlight des Wochenendes. Ich bin seltener zufriedener als Vierter nach Hause gefahren als diesmal“, so Hansch. Nächster Spieltag: 13./14. Juni im Düsseldorfer GC.
Hubbelraths Männer ganz cool
Hubbelrath (-16) vor Wannsee (-8) und Hamburg (Even) – in der 1. Bundesliga Nord der Männer fand der zweite Spieltag ein ähnliches Ende wie in Runde eins zwei Wochen zuvor. Der DGL-Rekordmeister aus Hubbelrath ließ in den Einzeln am Sonntag nichts anbrennen und schaukelte den komfortablen Vorsprung vom Vortag souverän nach Hause. „Zwischenzeitlich war's zwar doch wieder etwas eng, aber die Jungs haben das super gemacht. Zumal: Die starken Regenfälle in der Nacht hatten dafür gesorgt, dass sich der Platz in Hösel etwas länger gespielt hat“, so Alexander Schmitt. Der Hubbelrather Coach ist sehr glücklich darüber, dass sein Team nach zwei Runden die Maximalausbeute von zehn Punkten auf dem Konto hat, da er in den kommenden Wochen wegen großer Events auf den einen oder anderen Akteur verzichten muss.
Die 65 von Tom Haberer vom Vortag hatte den Titelanwärter getragen. Aber was ein Nationalspieler kann, sollte ein Tour-Pro auch drauf haben, dachte sich wohl Hösels Publikumsliebling Jannik de Bruyn. Vor vollem Haus präsentierte sich de Bruyn in bestechender Form und ließ Hösels himmelblaue Fans mit seiner Tagesbestleistung von 65 Schlägen von einer Top-Platzierung träumen. Am Ende musste sich der Gastgeber mit +8 allerdings mit Rang vier begnügen, diesmal allerdings deutlich vor Aufsteiger Berliner GC Stolper Heide (+25).
„Das war zwar immer noch nicht das, was wir wollten, aber meine Jungs haben im Finish unfassbar gut gespielt und sind ins Momentum gekommen. Auf den letzten Löchern waren es ungefähr 25 Birdies. Da haben wir den richtigen Gang gefunden. Das gibt ein gutes Gefühl für den Rest der Saison“, so Dawie Stander. Hösels Coach steht natürlich mit seinem Team unter besonderer Beobachtung, nachdem man im Vorjahr für viele doch recht überraschend den Titel beim Final Four in München-Riedhof geholt hatte. So richtig heiß ist der Motor im Heimspiel allerdings erst auf den letzten Metern gelaufen.
Für den Berliner GC Stolper Heide bleibt diesmal nur ein Punkt. Dafür haben die Männer von Coach Uli Zilg in zwei Wochen Heimrecht (13./14. Juni) und sind sicher heiß auf Wiedergutmachung. Deutlich zufriedener ist man an der Elbe. „Wir haben am Sonntag die besten Einzel gespielt. Vielleicht wäre am Ende sogar noch mehr drin gewesen als der dritte Platz, aber wir sind happy mit dem Ergebnis, das Hoffnung macht für die nächsten Male“, sagt Christian Niemietz. Der Sportvorstand des Hamburger GC Falkenstein möchte mit den Männern unbedingt das Ticket fürs Final Four am Riedhof lösen (1./2. August), nachdem man im Vorjahr gescheitert war. Es sind erst zwei von fünf Spieltagen durch; alles ist möglich.
Weitere Stimmen
Max Tscherner, Trainer Berlin-Wannsee Männer: „Wir sind sehr zufrieden mit dem Spieltag. Es ist klar, dass Hubbelrath die Mannschaft ist, die es zu schlagen gilt. Dass wir heute so dicht dran waren, zeigt, dass es noch spannend werden kann. Unser Ziel ist weiterhin, einen Spieltag zu gewinnen. Dennoch gibt es auch ein paar Sachen, die besser werden können. Konditionell merkt man, dass der Sonntag schon hart für uns war. Da müssen wir, bei der Belastung, die noch vor uns liegt, etwas mehr Gas geben.“






