„Wir sind nicht hier, nur um Teil der Show zu sein“
Irgendwann, als die Fallschirmspringer über New York geflogen, unten im Bethpage State Park gelandet waren und die Moderatoren endlich alle Funktionsträger vorgestellt hatten, war es soweit: Die Spieler kamen auf die Bühne bei der Opening Ceremony des 45. Ryder-Cup-Events. Die Männer aus den USA brav mit Krawatte, nachdem sie für ihre legere Kleidung beim Welcome Dinner noch kritisiert worden waren. Diesmal hatten die Herren aus Europa dafür das Hemd am Kragen offen – und Luke Donald versuchte, die Herzen zu erobern.
„New York City!“, brüllte Donald ins Mikrofon. Die Stadt sei ein Ort, an dem man Menschen schnell hinter sich bringen könne, wenn man Talent und Kampfgeist mitbringe. Aber vielleicht nicht diesmal, wenn man europäisches Blau trage, so der Engländer. Den Gästen sei durchaus bewusst, dass es nicht ihr Heimspiel werden wird. Zumal: US-Spieler Collin Morikawa bemängelte in einem Interview, dass es aktuell noch ziemlich ruhig zugehe am Big Apple. Er hoffe auf „Chaos am Freitag“, auf eine deutlich lautere Atmosphäre, die Team USA beflügeln solle.
Donald blieb cool und wählte neben einer Charme-Offensive („Bethpage ist der perfekte Ort für diesen Wettbewerb“) auch ein paar deutlichere Worte: „Wir sind nicht hierher gekommen, nur um Teil der Show zu sein. Wir spielen nicht nur, um zu gewinnen, wir spielen füreinander und für jeden jungen Golfer zu Hause, der davon träumt, eines Tages Team Europe zu vertreten.“ Und dann noch ein paar Pfeile Richtung USA, die ihre Spieler ja erstmals für eine Ryder-Cup-Teilnahme bezahlen werden. Donald: „Wir werden von etwas befeuert, das Geld nicht kaufen kann.“ Team Europa spiele für seinen Stolz, seine Nationen, für seine Flaggen und sein Trikot, seine Fans und für die Ehre.
Tun die Amerikaner das nicht auch? Donald: „Das amerikanische Team ist zu Recht stolz auf sein Erbe, aber wir sind es auch.“ Sein Gegenüber Keegan Bradley erzählte dagegen eine sehr persönliche Geschichte, die ihn antreibt. Beim Ryder Cup 1999 (Battle of Brookline) habe es angefangen. Bradley: „Ich war 13 Jahre alt, saß auf den Schultern meines Vaters und beobachtete, wie Justin Roses Monster-Putt auf der 17 fiel. Als die Menge an 18. jedoch unseren Sieg feierte, jubelte ich mit meinem Vater. Das war der Moment, in dem Golf aufhörte, ein Spiel zu sein und begann, für mich eine Berufung zu werden. Dieser Tag hat mein Leben verändert.“ Es war in der Tat eines der spannendsten Duelle aller Zeiten - mit dem Happyend für die Stars & Stripes.
Schließlich wurden nach den Worten der Kapitäne auch noch die Teams und die Kapitäne inklusive deren Stellvertreter vorgestellt. Dann gab es noch Hubschrauber am Himmel, die Hymnen aus den Boxen und zum Schluss noch Alicia Keys' Song Emipre State of Mind, eine Liebeserklärung an New York, dem „Betondschungel, aus dem Träume gemacht werden“. Am Sonntag wird man sehen, wer träumen und jubeln darf - und wer am Big Apple in den sauren Apfel beißen muss.








