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Ein Hieb auf den Sieg: Europas Helfen nach dem Triumph in Medinah 2012. | © Ross Kinnaird/Getty Images

Mission Auswärtssieg: Vom „unmöglichen Traum“ zum machbaren Ziel

Nur 37 Spieler haben bislang einen europäischen Ryder-Cup-Sieg auf US-Boden erlebt. Geht der Plan von Luke Donald am Wochenende auf, sollen es am Sonntagabend zehn mehr sein. Der europäische Kapitän hat auf seiner Mission Titelverteidigung ein Vobild: Tony Jacklin, der als „Architekt“ der europäischen Erfolgsära gilt – und der als erster und bisher einziger Europa-Kapitän den Ryder Cup zweimal gewinnen konnte. Jacklin schaffte das sogar dreimal, 1985, 1987 und 1989. 

Zeitenwende in den 80er-Jahren

Ein Leben lang war ein Auswärtssieg ein unmöglicher Traum,“ sagt Nick Faldo. Wirklichkeit wurde dieser Traum unter Jacklin – befeuert von Severiano Ballesteros. „Seve war der Schlüssel,“ betont Jacklin heute. Nachdem man 1979 noch deutlich in den USA verloren hatte, wurde es vier Jahre später zum ersten Mal so richtig knapp: Europa verlor zwar 14½:13½, doch Ballesteros bilanzierte damals: „Wir müssen feiern, jetzt können wir sie schlagen.“ 1985 folgte der erste Heimsieg auf dem legendären Kurs von The Belfry, 1987 dann der lang ersehnte und historische Auswärtstriumph in Muirfield Village – mit José María Olazábals berühmtem Freudentanz. „Von diesem Moment an bedeutete das Wappen viel mehr,“ sagt Jacklin. Europa war fortan mit neuem Selbstvertrauen und einer deutlich spürbaren Widerstandskraft unterwegs. Sandy Lyle fasst das so zusammen: „Wir hatten immer Talent, jetzt hatten wir eine Brüderschaft.

Europas starke Bilanz

Es blieb nicht bei Momentaufnahmen: Europa gewann acht der nächsten 13 Ryder Cups, darunter weitere Auswärtssiege 1995 (Oak Hill), 2004 (Oakland Hills) und – vielleicht die größte Sensation – 2012 in Medinah, als Martin Kaymer mit seinem finalen Putt zum Helden wurde. Es war der erste Ryder Cup nach Ballesteros’ Tod; sein Konterfei prangte auf Taschen und Ärmeln, Olazábal führte die Mannschaft als Kapitän an – und Europa drehte ein 4:10 noch zum Sieg. Es war der letzte Auswärtssieg überhaupt. 

Wie Donald das Team einschwört

Geht es nach Donald, endet diese Serie am Wochenende. Er selbst, seine Vizekapitäne Olazábal und Francesco Molinari sowie die Major-Sieger Rory McIlroy und Justin Rose haben bereits Auswärtssiege miterlebt – ihre Erfahrung soll am Ende helfen. „Wir wollen das Team so gut wie möglich inspirieren, deshalb lautet das Motto: Auswärtssiege,“ sagt Donald. Er hat das Team in den vergangenen Tagen und Wochen auch mit seinen eigenen Erlebnissen auf das große gemeinsame Ziel eingeschworen. „Als Kapitän spreche ich über die Geschichte, das Erbe, die Menschen, die uns zuvor inspiriert haben“, sagt er.


Rose, McIlroy und 35 weitere europäische Champions in Blau-Gold haben sich ihren Platz in den Geschichtsbüchern bereits gesichert. Vielleicht setzt die historische Chance auf einen weiteren Auswärtssieg am Wochenende besondere Kräfte frei. „Erst 37 Spieler – Zeit, dass wir welche hinzufügen“, sagt Jacklin. 

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