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Schlüsselrolle: Die Position der Handgelenke im Schwung hat auf den Drive einen entscheidenden Einfluss. | © golfsupport.nl/Brian Spurlock/ism

Handgelenke beim Drive: Winkeln oder nicht?

Der Driver ist für viele Golfer der Lieblingsschläger im Bag. Schließlich verspricht kein anderer Schläger so viel Länge vom Tee – und große Weiten wollen wir schließlich alle gern erzielen, stimmt’s? Doch ausgerechnet beim Versuch, möglichst weit zu schlagen, machen viele Amateure einen entscheidenden Denkfehler, den PGA Golf Professional Marcus Bruns oft im Training beobachtet – er hat häufig mit den Handgelenken zu tun. Das Problem: Viele Spieler glauben, sie könnten den Ball locker über 200 Meter weit schlagen. Doch oft stimmt die Technik nicht – besonders beim Ausholen. Die Folge: Verzogene Drives und viel Frust. 

Ein verbreiteter Irrtum

Viele Golfer versuchen, möglichst viel Winkel in den Handgelenken aufzubauen, weil sie glauben, dadurch mehr Power zu erzeugen. Genau hier liegt laut Bruns das Problem. „Ich bin der Meinung, dass je weniger du deine Handgelenke winkelst beim Ausholen, umso weiter wirst du den Ball schlagen können“, erklärt er im Video (s.u.). Wer die Handgelenke früh stark abknickt, startet den Schwung häufig zu sehr aus den Händen. Der Schläger kommt dann steil an den Ball, der Treffmoment wird unpräzise und der Ballflug verliert Länge und Kontrolle. Typische Ergebnisse sind dann Slices, flache Flugbahnen oder Treffer an der Ferse des Schlägers. 

Der Schlüssel: passive Handgelenke

Statt die Handgelenke bewusst zu beugen, empfiehlt Bruns einen anderen Ansatz. Die Bewegung sollte aus der Rotation des Körpers entstehen – nicht aus den Händen. „Der wichtigste Faktor ist einfach beim Ausholen die Handgelenke passiv zu bewegen“, erklärt er – und demonstriert die Bewegung natürlich im Video. Dadurch entsteht automatisch ein größerer Schwungradius. Dieser ermöglicht wiederum mehr Energie im Abschwung und damit mehr Länge. Der Gedanke dahinter ist relativ simpel: Der Schwung beginnt mit der Drehung von Schultern und Hüften. Die Arme bleiben lang und der Abstand zwischen Händen und Körper verändert sich möglichst wenig. Erst durch die Bewegung selbst entsteht der notwendige Handgelenkswinkel – ganz automatisch.

Mehr Radius, mehr Energie

Der Vorteil dieser Technik liegt vor allem im Abschwung. Wenn der Winkel der Handgelenke nicht zu früh aufgebaut wird, kann er später effektiver genutzt werden. So entsteht der sogenannte Peitscheneffekt, der für Geschwindigkeit im Treffmoment sorgt. Der Ball fliegt weiter, ohne dass der Spieler stärker schlagen muss. Entscheidend ist vielmehr ein sauberer Bewegungsablauf. Bruns‘ Fazit ist klar: Viele Golfer versuchen beim Drive, zusätzliche Länge über Kraft oder bewusstes Handgelenksknicken zu erzeugen. Doch häufig ist genau das der falsche Weg. Wer stattdessen den Schwung über Körperrotation, einen langen Arm und einen großen Radius aufbaut, kann den Ball oft weiter und vor allem konstanter schlagen.

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