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Lottie Woad bei der US Womens Open in Pacific Palisades, Kalifornien. | © 2026 Getty Images

Youngster kassiert bittere Strafe im Bunker

Ein Moment der Unachtsamkeit mit weitreichenden Folgen: Die englische Nachwuchsspielerin Lottie Woad musste bei der US Womens Open zwei bittere Strafschläge hinnehmen. Ausgerechnet im Bunker am neunten Loch wurde der 22-Jährigen ein Regelverstoß zum Verhängnis.

 

Nach einem verzogenen Annäherungsschlag landete ihr Ball in der steilen Bunkerwand rechts neben dem Grün. Beim Versuch, sich für den Schlag zu positionieren, verlor sie zunächst das Gleichgewicht im Sand. Genau dieser Moment sollte später noch eine entscheidende Rolle spielen.

Regelverstoß mit Folgen

Woad benötigte zwei Schläge, um den Ball aus dem Bunker zu befreien. Am Ende rettete sie sich mit einem Bogey aus der Situation. Doch zwei Löcher später folgte die nachträgliche Korrektur: Die Spielleitung verhängte zwei Strafschläge wegen eines Verstoßes gegen Regel 8.1a – unerlaubtes Verbessern der Lage.

 

Durch die Bewegung im Bunker hatte sich der Sand so verändert, dass sich Woads Standposition verbesserte – ein klarer Regelverstoß. Aus dem Bogey wurde nachträglich ein Triple-Bogey und ihre Scorekarte musste entsprechend angepasst werden. Statt einer soliden Runde stand für Woad am Ende eine 74 (+3) zu Buche. Damit fiel sie insgesamt auf sieben über Par zurück. Besonders bitter: Die Engländerin hatte zuvor gerade so den Cut geschafft und sich für das Wochenende eine bessere Ausgangsposition erhofft.

Die Strafe wurde nicht von Woad selbst angezeigt, sondern nachträglich durch die Offiziellen ausgesprochen – ein zusätzlicher Dämpfer für die Weltranglisten-Sechste, die als eines der vielversprechendsten Talente im internationalen Damengolf gilt. Dieser Vorfall zeigt einmal mehr, wie schnell kleine Unachtsamkeiten große Konsequenzen nach sich ziehen können. Gerade in schwierigen Situationen, wie wenn der Ball im Bunker stecken bleibt, ist größte Vorsicht geboten.

Das sagt Regelexperte Dietrich von Garn dazu:

„Zunächst wundert man sich. Da fällt jemand im Bunker fast hin, zum Glück aber nicht auf den Ball, und das ist dennoch falsch? Leider ja. Die Standposition muss ohne Verbesserung der Sandoberfläche eingenommen werden. Das bedeutet, dass ein Spieler seine Füße fest auf den Boden stellen darf, aber keinen Sand heruntertreten darf, um einen ebenen Stand zu erreichen. Bei Lottie Woads Stolperer ist leider mehr Sand bewegt worden, als für die Einnahme der Standposition nötig war. Dadurch wurde eine unerlaubte Verbesserung der Lage festgestellt, was einen Regelverstoß darstellt und zu zwei Strafschlägen führt.

 

Das ist sicherlich ein völlig unglücklicher Fall, aber die Regeln beziehen sich auf das, was geschehen ist, und nicht auf das Motiv dahinter. Wenn ein Auto im Halteverbot steht, ist es auch unerheblich, ob der Fahrer das Schild nicht gesehen hat oder es ihm egal war.

 

Nun könnte man meinen, die Spielerin habe noch Glück gehabt, nicht auch noch ihren Ball bewegt zu haben. Das stimmt jedoch nicht ganz. Wenn der Sturz und die Verbesserung der Lage sowie das Bewegen des Balls in Tateinheit geschehen wären, würden dennoch nur zwei Strafschläge anfallen.“

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