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Garrick Higgo erwischte einen denkbar ungünstigen Start in die PGA Championship in Pennsylvania. | © 2026 Getty Images

Zu spät zum Major

Es war ein denkbar unglücklicher Start in eines der wichtigsten Turniere des Jahres: Garrick Higgo erschien zu seiner Startzeit bei der PGA Championship zu spät – und wurde umgehend bestraft. Der Südafrikaner kassierte zwei Strafschläge, noch bevor er seinen ersten Schlag auf dem Platz des Aronimink Golf Clubs ausführte.

 

Higgo war für 7:18 Uhr eingeplant, erschien laut TV-Bildern jedoch erst um 7:19 Uhr am Abschlag. Zu diesem Zeitpunkt hatten seine Mitspieler bereits begonnen. Die Konsequenz: Strafe nach Regel 5.3a. Wer mehr als fünf Minuten zu spät kommt, wird übrigens disqualifiziert. So weit kam es bei Higgo nicht.

„Wenn du eine Sekunde zu spät bist, bist du zu spät“

Der 25-Jährige zeigte sich nach der Runde zwar einsichtig, konnte sich einen gewissen Sarkasmus aber nicht verkneifen: „Ich war pünktlich, aber laut Regel bist du zu spät, wenn du auch nur eine Sekunde zu spät bist. Also war ich wohl doch nicht pünktlich.“ Tatsächlich hatte sich Higgo vor seinem Start noch auf dem Putting-Grün aufgehalten, jedoch nicht im klar definierten Startbereich. Genau das wurde ihm zum Verhängnis. Auch wenn seine Mitspieler ihn verteidigten, blieb die Entscheidung bestehen.

 

Sportlich hätte der Auftakt kaum schlechter laufen können. Mit den zwei Strafschlägen notierte Higgo direkt ein Doppel-Bogey auf der ersten Bahn. Doch der Südafrikaner zeigte eine bemerkenswerte Reaktion. Mit drei Birdies kämpfte er sich im weiteren Verlauf zurück und unterschrieb am Ende eine 69 (-1). Dieses Ergebnis hielt ihn trotz des Fehlstarts in Schlagdistanz zur Spitze.

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„Ich habe mir gesagt, dass es trotzdem eine gute Chance ist, eine niedrige Runde zu spielen“, erklärte Higgo. „Ich wusste, dass ich zu spät dran war. Mein Caddie hat mich sogar noch angetrieben.“ Was war der Grund für die Verspätung? Eine Mischung aus Routine und Gelassenheit. „Wenn man mich kennt, weiß man, dass ich sehr entspannt bin. Ich dachte, ich hätte genug Zeit“, so Higgo. „Ich war wohl einfach zu locker.“ Eine teure Lektion – aber auch eine, die er eindrucksvoll sportlich beantwortete.

Das sagt Regelexperte Dietrich von Garn dazu:

"Die Regeln sind hier eindeutig: Wenn von einem Spieler erwartet wird, dass er zu seiner Abschlagzeit spielbereit am Abschlag ist, bedeutet das nicht, dass er sich auf einem Übungsgrün aufhalten muss. Auch wenn man der dritte Spieler in der Startaufstellung ist, hat man die gleiche Startzeit wie die beiden Mitspieler. So war es für Garrick Higgo um 07:19 Uhr, nicht etwa um 07:20 Uhr oder 07:21 Uhr.

 

Ist das nun kleinkariert oder übertrieben? Eher nicht, denn der zu spät kommende Spieler ist nicht nur Spieler, sondern auch Zähler eines anderen Spielers in seiner Gruppe. Wie soll er hinterher die Schlagzahl und deren regelkonformes Zustandekommen bestätigen, wenn er den ersten oder vielleicht auch den zweiten Schlag und eventuelle Regelverstöße nicht beobachtet hat?

 

Immerhin sieht die Regel bei einer Verspätung von bis zu fünf Minuten zwei Strafschläge statt einer Disqualifikation vor. Die beiden rechtzeitig gestarteten Mitspieler können sich nach ihren zweiten Schlägen noch einmal umschauen, ob der dritte Mitspieler am Abschlag steht und spielbereit ist. Dann kann dieser Spieler seine Mitspieler bis zum Grün einholen, ohne das Spiel der nachfolgenden Gruppe zu sehr zu verzögern. Dauert es länger, würde der verspätete Spieler seine Gruppe nicht mehr erreichen, ohne für Chaos auf dem Platz zu sorgen – und das ist das Letzte, was die anderen Spieler und die Spielleitung gebrauchen können. 

 

Zugegebenermaßen ist die Gefahr einer solchen knappen Zeitplanung um 7:19 Uhr morgens größer als am späteren Vormittag, aber es gelten zu jeder Tageszeit die gleichen Regeln."

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