Partner des DGV

Im Location-Check: Shinnecock Hills Golf Club | © USGA

Location-Check: Shinnecock Hills Golf Club – US Open

Shinnecock Hills gehört nicht nur zu den ältesten Golfclubs der Vereinigten Staaten, sondern auch zu jenem kleinen Kreis von Plätzen, die den amerikanischen Golfsport über Generationen hinweg geprägt haben. Der Club auf Long Islands East End zählt zu den wichtigsten historischen Schauplätzen der USA. Gegründet 1891, gilt Shinnecock Hills als ältester eingetragener Golfclub der Vereinigten Staaten und gehörte zu den fünf Gründungsmitgliedern der USGA.

 

Bereits 1896 wurden hier die zweite US Open und das zweite US Amateur Championship der Geschichte ausgetragen. Mit der US Open 2026 findet in dieser Woche bereits die sechste Austragung des Turniers auf diesem legendären Gelände statt.

Golf in seiner ursprünglichsten Form

Shinnecock Hills verzichtet auf jede Form künstlicher Inszenierung. Die Anlage wirkt, als wäre sie seit Jahrhunderten Teil der Landschaft gewesen – geprägt von sanften Hügeln, offenen Flächen, tief eingeschnittenen Bunkern und den ständig wechselnden Winden des Atlantiks. Obwohl der Atlantik nicht unmittelbar sichtbar ist, besitzt Shinnecock Hills viele Eigenschaften eines klassischen Links Courses. Nicht umsonst sprechen viele Experten vom amerikanischsten aller amerikanischen Golfplätze.

William Flynn und das Meisterwerk von 1931

Das heutige Layout stammt von William Flynn und wurde 1931 fertiggestellt. Bis heute gilt es als eines der größten Meisterwerke der Golfarchitektur.

 

Flynn verstand es wie kaum ein anderer Architekt seiner Zeit, natürliche Gegebenheiten in seine Entwürfe einzubinden. Besonders bemerkenswert ist die Routing-Struktur des Platzes: Mehrere Lochgruppen bilden Dreiecke, wodurch die Spieler unabhängig von der jeweiligen Windrichtung ständig vor neue Aufgaben gestellt werden. Mal kommt der Wind von links, mal von rechts, mal direkt entgegen oder von hinten. Dadurch entsteht ein Platz, der sich praktisch jeden Tag anders spielt.

Long Island und die Gold Coast des Golfs

Shinnecock Hills liegt in Southampton auf Long Island – einer Region, die zu den exklusivsten Wohn- und Urlaubsdestinationen der USA zählt. Innerhalb weniger Kilometer befinden sich einige der berühmtesten, exklusiven Golfclubs der Welt. National Golf Links of America, Sebonack Golf Club, Maidstone Club, Friar’s Head und The Bridge haben Long Islands East End zu einer der außergewöhnlichsten Golfregionen des Planeten gemacht.

 

Trotz dieser prominenten Nachbarschaft nimmt Shinnecock Hills eine Sonderstellung ein. Der Club ist kein Ort für übertriebenes Prestige. Vielmehr verkörpert er eine Form des Golfsports, die sich über Tradition, Architektur und sportliche Herausforderung definiert.

Sportliche Faktoren

Shinnecock Hills zählt zu den komplettesten Prüfungen im Weltgolf. Die Fairways wirken teilweise großzügig, verlangen aber präzise Positionierung. Wer den falschen Winkel ins Grün wählt, wird sofort bestraft. Hinzu kommen ondulierte Fairways, tiefe Bunker und Grüns, die bei US-Open-Geschwindigkeiten zu den anspruchsvollsten der Welt gehören. Der größte Verteidiger des Platzes bleibt jedoch der Wind. Je nach Wetterlage kann sich Shinnecock Hills innerhalb weniger Stunden komplett verändern. Genau diese Unberechenbarkeit macht den Platz seit Jahrzehnten zu einem idealen Austragungsort für die US Open.

Signature Holes

  • #7 – Par 3: Das berühmteste Par 3 des Platzes. Je nach Wind kann hier vom kurzen Eisen bis zum Fairwayholz nahezu alles erforderlich sein.
  • #11 – Par 3: Ein weiteres ikonisches Loch und Sinnbild für Shinnecocks Verbindung von Strategie und Wind. Das erhöhte Grün gehört zu den schwierigsten Targets des gesamten Platzes.
  • #16 – Par 5: Das vielleicht spektakulärste Loch der Back Nine. Birdie-Chance und Katastrophe liegen hier oft nur wenige Meter auseinander.

Location-Score

  • Architektur: 10/10
    Ein Meisterwerk von William Flynn und einer der bedeutendsten Golfplätze der Welt.
  • Dramaturgie: 10/10
    Wind, Topografie und U.S.-Open-Setup sorgen für maximale Spannung.
  • Amateur-Tauglichkeit: 2/10
    Für normale Golfer praktisch unzugänglich und selbst für Spitzenamateure extrem anspruchsvoll.
  • Reise-Faktor: 4/10
    Die Lage auf Long Island ist spektakulär, Shinnecock Hills selbst bleibt jedoch ein exklusiver Privatclub, den nur wenige jemals spielen werden.

Weiteres zum Thema

Tipps der Redaktion