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Das europäische Team beim PING Junior Solheim Cup, mittendrin: Lena Geier vom GR Bad Griesbach und Sofia Maier-Borst vom GC St. Leon-Rot | © privat

USA führen im PING Junior Solheim Cup mit 9,5:2,5

Croimvort/Niederlande – Der PING Junior Solheim Cup erlebt in diesem Jahr eine Premiere. Erstmals treten die jeweils zwölf besten Juniorinnen Europas und der USA auf demselben Platz an, auf dem auch der Solheim Cup ausgetragen wird. Am Montag standen zunächst Foursomes und anschließend Fourballs auf dem Programm. Am zweiten Wettkampftag folgen die zwölf Einzel.

 

Für Europa sind Spielerinnen aus sechs Nationen am Start: Tschechien, England, Frankreich, Deutschland, Spanien und der Schweiz. Kapitänin Anne van Dam führt das Team gemeinsam mit Vize-Kapitänin Bronte Law an. Für die Niederländerin schließt sich dabei ein Kreis. Vor 13 Jahren spielte sie selbst im Junior Solheim Cup, sieben Jahre später gehörte sie in Gleneagles zum siegreichen europäischen Solheim-Cup-Team.

 

Schon vor dem ersten Abschlag hatte van Dam beschrieben, wie sehr ihre Spielerinnen die große Bühne genießen. Der für die besten Spielerinnen der Welt vorbereitete Platz, die Teamräume und die bereitgelegte Ausstattung sorgen bei den Juniorinnen für Begeisterung. Gleichzeitig ist das sportliche Ziel klar: Europa will nach der Niederlage gegen die USA im Jahr 2024 den Pokal zurückholen.

 

Auf amerikanischer Seite führt Morgan Pressel das Team an. Auch ihre Geschichte ist eng mit dem Wettbewerb verbunden. Pressel spielte 2002 beim ersten PING Junior Solheim Cup und 2005 erneut für die USA, ehe sie 2007, 2009, 2011 und 2013 viermal im Solheim Cup antrat. Der Wettbewerb bedeutet ihr entsprechend viel. Gerade auf den Schlusslöchern von Bernardus erwartet die US-Kapitänin einige spannende Entscheidungen in den Matches.

Bis zur 18 offen

Sofia Maier-Borst und Lena Geier gingen am Morgen als sechste und damit letzte Paarung von Tee 1 auf die Runde. In der aufgehenden Morgensonne und vor den bereits gut gefüllten Tribünen entstand am ersten Abschlag ein stimmungsvoller Moment für das deutsche Duo im europäischen Dress.

 

Die Gegnerinnen waren Honorine Ferry und Amber Lee. Ferry steht im World Amateur Golf Ranking auf Rang 174, hat vier Siege in ihrer Bilanz und bereits bei fünf Profiturnieren gespielt. Lee wird auf Position 190 geführt. Einen großen Titel hat sie noch nicht gewonnen, dafür aber bereits mehrere Podiumsplatzierungen erreicht.

 

Auch die beiden Deutschen bringen ihre Erfolge mit. Sofia Maier-Borst steht im WAGR auf Rang 468. Neben zwei zweiten Plätzen bei internationalen Turnieren in diesem Jahr ragt ihr Sieg bei der Deutschen Lochspielmeisterschaft 2025 heraus. Lena Geier wird auf Position 1.260 geführt. Die meisten Weltranglistenpunkte sammelte sie vor wenigen Wochen mit ihrem zweiten Platz beim LETAS-Turnier in Dänemark.

 

Die Nervosität vor dem ersten Match war bei allen Nachwuchshoffnungen spürbar. Sofia Maier-Borst freute sich, mit Geier ein vertrautes Gesicht an ihrer Seite zu haben. Die Spielerin des GC Bad Griesbach schlug auf den ungeraden Löchern ab, die Athletin des GC St. Leon-Rot übernahm den Teeshot auf den geraden Bahnen.

 

Europa erwischte den besseren Start. Mit einem frühen Birdie ging das deutsche Duo auf Loch 3 in Führung. Die Antwort der Amerikanerinnen folgte umgehend. Ferry und Lee spielten drei Birdies in Serie und drehten das Match.

 

Maier-Borst und Geier hielten auf der Front Nine durchgängig ihr Par, während auf amerikanischer Seite Birdies und Bogeys wechselten. Mit 2auf für die USA ging es auf die Back Nine.

 

Dort hatte Europa wieder den besseren Start. Ein Birdie auf Loch 10 verkürzte den Rückstand, auf der 11 profitierten Maier-Borst und Geier von einem Bogey ihrer Gegnerinnen. Das Match war wieder All Square.

 

Mit ihrem dritten Birdie gingen die beiden Deutschen anschließend erneut in Führung. Auf der 15 verteidigten sie den Vorsprung mit ihrem vierten Birdie, weil auch die USA einen Schlaggewinn notierten. Auf Loch 16 legten Ferry und Lee direkt das nächste Birdie nach und glichen wieder aus.

 

Auf der 17 verpasste Europa die erneute Führung nur knapp. Der Birdieputt lief am Loch vorbei, sodass es All Square auf das letzte Tee ging.

 

Dort verfehlten Maier-Borst und Geier erstmals an diesem Vormittag ein Grün in Regulation. Maier-Borsts Abschlag war in einem Bunker gelandet. Geier spielte den Ball anschließend über einen Wassergraben weit nach vorne, sodass ihrer Partnerin noch rund 60 Meter bis zur Fahne blieben. Maier-Borst legte den Ball auf etwa zweieinhalb Meter an das Loch. Der Putt fiel nicht. Das einzige Bogey des deutschen Duos in diesem Match reichte den Amerikanerinnen, die auf der 18 ihr Par spielten, zum Sieg.

 

„Heute im Vierer haben wir echt gut gekämpft und es bis auf die 18 geschafft. Auf der 18 haben wir dann tatsächlich zum ersten Mal ein Grün nicht in Regulation getroffen, was natürlich etwas schade war“, sagte Geier.

 

Gerade auf der Back Nine hatte sich das Match noch einmal komplett gedreht. Maier-Borst und Geier waren nach zwischenzeitlichem 2down zurückgekommen, hatten ausgeglichen und selbst wieder geführt, ehe die Amerikanerinnen auf den Schlusslöchern konterten.

 

Sebastian Buhl, Heimtrainer von Sofia Maier-Borst, sah einen offenen Schlagabtausch und eine starke Leistung der beiden Deutschen. Auf europäischer Seite habe es allerdings den einen oder anderen Bad Break zu viel gegeben, sodass die Entscheidung erst auf der 18 fiel.

USA im Vierball konsequenterAm Nachmittag ging es für Maier-Borst und Geier gemeinsam weiter. Im Vierball trafen sie auf Aubrey Hilgers und Madeleine Conser.

 

Auch dieses US-Duo bringt einige Erfolge mit. Hilgers steht im WAGR auf Rang 460 und hat in diesem Jahr bereits die Butterfield Bermuda Junior Championship sowie die Girl's Junior PGA Championship gewonnen. Conser wird auf Position 201 geführt und hat schon acht Siege in ihrer Bilanz, darunter die Oregon Amateur Championship. Zuletzt spielte sie auch die U.S. Women's Amateur Championship und belegte dort Rang 91.

 

Nach dem engen Match am Vormittag lief es für die beiden Deutschen nun nicht mehr ganz so rund. Vor allem auf den Grüns fehlte die Ausbeute. Die Putter waren über Mittag gewissermaßen eingefroren, während Hilgers und Conser ihre Möglichkeiten konsequent nutzten und im Schnitt auf jeder zweiten Bahn ein Birdie unterbrachten.

 

Nach elf Löchern lagen Maier-Borst und Geier bereits 5down. Europa konnte den Rückstand noch einmal verkürzen, doch auf dem 15. Grün war das Match beendet. Mit 5&3 ging der Punkt an die USA.

 

Maier-Borst erkannte vor allem die konsequente Chancenverwertung der Amerikanerinnen an: „Im Bestball haben die Amerikanerinnen das Match dominiert. Es sieht nicht so spektakulär aus, wenn man daneben steht, aber am Ende des Tages haben sie einfach die Birdies, die man im Bestball machen muss, gemacht.“

 

Beide US-Spielerinnen hätten sehr solides Golf gezeigt. Manches habe von außen beinahe unscheinbar gewirkt, manches sei durch einzelne Schläge dagegen ausgesprochen beeindruckend gewesen. Wenn vor einer Bahn von der europäischen Kapitänin die Einschätzung kam, dass ein Grün in Regulation und ein Zweiputt reichen sollten, um das Loch zumindest zu teilen, legten die Amerikanerinnen ihre Annäherungen mitunter direkt neben die Fahne, sodass der Putt geschenkt wurde.

 

Auch Geier sah die Ursache vor allem auf den Grüns. Ein paar Putts mehr hätten fallen müssen, grundsätzlich sei das Golf des deutschen Duos aber auch am Nachmittag in Ordnung gewesen.

 

Buhl sah im Vergleich zum Vormittag mehr individuelle Fehler auf europäischer Seite. Gegen die sehr solide spielenden Amerikanerinnen wurde das Match dadurch früh deutlich.

Große BühneUnabhängig von den beiden Niederlagen ist der PING Junior Solheim Cup für Maier-Borst und Geier schon nach dem ersten Wettkampftag eine außergewöhnliche Erfahrung. Die Organisation, das gemeinsame Einlaufen, die Zuschauer und die gesamte Präsentation des Wettbewerbs hinterlassen bei beiden einen tiefen Eindruck.

 

Geier hatte schon an den Tagen vor dem eigentlichen Wettkampf erlebt, welcher Aufwand für die Spielerinnen betrieben wird. Zu den zahlreichen Geschenken gehört beispielsweise ein eigens für jede Spielerin angefertigtes PING-Wedge, auf dem unter anderem der eigene Name und die Europaflagge eingraviert sind.

 

Besonders der erste Abschlag mit den Tribünen und den vielen Zuschauern blieb der Niederbayerin in Erinnerung. Geier gelang es dennoch, vergleichsweise entspannt zu bleiben und die Atmosphäre zu genießen. Auch Maier-Borst zeigte sich von der Organisation, dem Einlaufen und der Zahl der Menschen beeindruckt, die auf Bernardus den Juniorinnen folgen und mit den beiden Teams mitfiebern.

 

Sportlich steht Europa vor dem zweiten Tag vor einer großen Aufgabe. Die USA haben sich in Foursomes und Fourballs einen Vorsprung von 9,5:2,5 erspielt.

 

„Jetzt muss Europa am zweiten Wettkampftag zehn von zwölf möglichen Punkten holen, um zu gewinnen. Da gilt es sich heute Abend, die Krone zu richten und morgen früh alles reinzuhauen, was sie haben“, so Buhl.

 

Maier-Borst sieht trotz des Rückstands keinen Grund, die Einzel bereits abzuschreiben. Europa will noch einmal alles investieren, möglichst viele Punkte holen und den Amerikanerinnen die Aufgabe so schwer wie möglich machen.

 

Lena Geier geht am Dienstag um 8.10 Uhr im sechsten der zwölf Einzel gegen Aubrey Hilgers auf die Runde. Zwanzig Minuten später trifft Sofia Maier-Borst auf Amelie Zalsman.

 

Zalsman ist im WAGR als Nummer 26 die am höchsten eingestufte der für die deutschen Matches genannten Spielerinnen. Sie hat bei mehreren hoch bewerteten Turnieren viele Weltranglistenpunkte gesammelt, schaffte zuletzt bei der U.S. Women's Amateur Championship den Cut und zog bei der U.S. Girls' Junior Championship sogar bis ins Finale ein.

 

Für Europa ist die Rechnung vor den zwölf Einzeln klar: Zehn Punkte sind nötig, um den PING Junior Solheim Cup noch zu gewinnen.

 

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