„Dafür fehlen mir die Worte“: Europas Siegerinnen über einen besonderen Solheim Cup
Nach zwei völlig ausgeglichenen Tagen setzte sich Europa in den entscheidenden Einzeln gegen die USA durch. Rookies wurden zu Matchwinnerinnen, Lottie Woad erlebte nach zuvor vier sieglosen Team-Matches ihren großen Moment und Kapitänin Anna Nordqvist feierte kurz nach ihrem Karriereende einen besonderen Erfolg. Die Stimmen zum europäischen Triumph.
Anna Nordqvist (Europa), Kapitänin, über die Arbeit hinter dem Erfolg: „Es fühlt sich unglaublich gut an. In dieser Woche und eigentlich schon in den vergangenen zwei Jahren ist unglaublich viel Arbeit hineingeflossen – nicht nur von mir, sondern vom gesamten Team im Hintergrund. Irgendwie hat uns sogar der Regen zu Beginn gutes Mojo gebracht. Für mich war es eine klare Entscheidung, Charley Hull im ersten Match spielen zu lassen. Wir haben uns gestern die Statistiken angesehen und Charley und Lottie gehörten tatsächlich zu den vier Spielerinnen mit den meisten Birdies in dieser Woche. Und dann hatten wir mit Carlota Ciganda einen starken Abschluss. Sie hat das in der Vergangenheit schon geschafft.
Nordqvist über die Einstellung ihrer Spielerinnen am Finaltag: „Als wir gestern den Platz verlassen haben, haben wir uns schon riesig auf den heutigen Tag gefreut. Und dann war ich wirklich beeindruckt davon, wie jede einzelne Spielerin und jeder Caddie am ersten Abschlag stand und bereit war, alles zu geben.“
Nordqvist über Lottie Woad und ihre eigenen Emotionen: „Lottie hat die ganze Woche so gut gespielt, ohne wirklich etwas dafür zu bekommen. Deshalb freut es mich umso mehr, dass ausgerechnet sie den entscheidenden Putt lochen durfte. Für mich persönlich ist das natürlich sehr emotional. Es war ein langer Weg. Ich habe erst vor zwei Wochen meine Karriere beendet. Ich bin 2006 in die USA gegangen und durfte seitdem meinen Traum leben. Der Solheim Cup ist aber etwas ganz Besonderes, weil man diese Momente mit anderen teilen kann.“
Woad und Henseleit über einen besonderen Sonntag
Lottie Woad (Europa) über ihren entscheidenden Moment: „Ich wusste gar nicht, dass es der Putt zum Sieg war. Es waren nur wenige Zentimeter, aber in dem Moment hat sich der Putt deutlich länger angefühlt. Ich war vorher ziemlich enttäuscht über die bisherigen Matches, weil ich das Gefühl hatte, das Team im Stich gelassen zu haben. Wir haben danach einige Gespräche geführt, aber so ist Golf manchmal. Dass mir dann ausgerechnet der entscheidende Putt vorbehalten war, ist wirklich cool.“
Esther Henseleit (Europa) über den Teamgeist und ihre Niederlage gegen Alison Lee:
„Es fühlt sich richtig cool an. Wir hatten ein extrem gutes Team und einen tollen Zusammenhalt. Es wurde sehr gutes Golf gespielt und jeder hat alles gegeben. In meinem Match hatte ich dann zwei schlechte Löcher, durch die sich das Momentum verändert hat. Danach sind ein paar Putts über die Lochkante gelaufen – es sollte einfach nicht sein. Aber lieber verliere ich mein Match und wir gewinnen dafür als Team.“
Henseleit über Kapitänin Anna Nordqvist:
„Anna ist eine der besten Spielerinnen und die Stimmung im Team war die ganze Woche richtig gut. Jeder wollte auch für sie spielen. Sie hat einen super Job gemacht. Als Team zu gewinnen, ist einfach etwas Besonderes.“
Europas Rookies liefern ab
Nastasia Nadaud (Europa) über ihren rasanten Aufstieg und drei Punkte bei ihrem Solheim-Cup-Debüt:
„Dieses Jahr war einfach verrückt. Alles ging unglaublich schnell. Hätte mir noch vor drei oder vier Monaten jemand gesagt, dass ich beim Solheim Cup spielen würde, hätte ich gesagt: auf keinen Fall. Und jetzt drei Punkte für Europa geholt zu haben, ist einfach unglaublich. Dafür fehlen mir ein bisschen die Worte.“
Julia Lopez Ramirez (Europa) über den größten Putt ihrer bisherigen Karriere:
„Ich kann diesen Moment eigentlich gar nicht in Worte fassen. Das war der größte Putt meiner bisherigen Karriere. Ich war nervös, bin aber sehr gut damit umgegangen und deshalb auch stolz auf mich. Ich habe sehr hart für diesen Tag gearbeitet. Meine Stimme ist vom ganzen Schreien inzwischen weg. Es war einfach eine unglaubliche Woche.“
Linn Grant (Europa) über ihre erfolgreiche Partnerschaft mit Maja Stark:
„Wir hatten auf dem Platz einfach unglaublich viel Spaß. Ich bin sehr froh, dass Maja und ich zusammenspielen durften. Es hat sich eigentlich nie nach Druck angefühlt, und ich glaube, genau deshalb haben wir diese Woche auch so gut gespielt. Wir haben uns gegenseitig angefeuert und einfach eine richtig gute Zeit gehabt.“
Ciganda und das besondere Solheim-Cup-Gefühl
Carlota Ciganda (Europa) über ihre besondere Stärke beim Solheim Cup:
„Ich weiß nicht, was beim Solheim Cup mit mir passiert, aber ich loche hier einfach unglaublich viele Putts. Diese Einstellung muss ich jetzt irgendwie mit in die normalen Turniere nehmen.“
Ciganda über ihre Motivation beim Solheim Cup:
„Ich liebe diese Woche. Ich liebe es, für das Team und meine Mitspielerinnen zu spielen. Und ich liebe es, die Amerikanerinnen zu schlagen. Für Team Europe zu gewinnen, ist einfach das beste Gefühl. Wenn man für etwas spielt, das größer ist als man selbst, bin ich unglaublich fokussiert. Genau deshalb spiele ich Golf.“
Stanford: „Die Europäerinnen haben großartig gespielt“
Angela Stanford (USA), Kapitänin, über Europas Leistung am Finaltag:
„Die Europäerinnen haben heute großartig gespielt, und so ist es manchmal. Sie standen mit dem Rücken zur Wand und hatten nichts zu verlieren. Genau so sind sie dann auch aufgetreten und haben sehr gut gespielt. Das muss man anerkennen. Ich glaube trotzdem, dass wir im Vorfeld viele Dinge richtig gemacht haben. Unsere Spielerinnen haben hart gekämpft und wir waren eigentlich immer auf einer Wellenlänge.“
Stanford über Alison Lees Comeback gegen Esther Henseleit:
„Was sie heute geschafft hat, war phänomenal – und trotzdem kann sie am Ende nicht mit dem Pokal nach Hause gehen. In einem Teamwettbewerb fühlt sich das irgendwie unfair an. Sie war in dieser Woche unglaublich stark und hat alle vier Matches gewonnen. Ich freue mich sehr für sie. Gleichzeitig tut es weh, dass sie sich dafür nicht mit dem großen Ziel, dem Solheim Cup, belohnen konnte.“








