Zehn Schlüsselspieler für Europa und die USA
Kurz vor einem Ryder Cup erscheint einem die Golfwelt plötzlich größer. Die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit verändert sich. Es diskutieren Menschen über Golf, die sonst nur über Fußball sprechen. Der Ryder Cup wiegt schwerer als jedes Major-Turnier. Der Druck, der auf den Profis lastet, auch. Zwölf gegen zwölf, Kontinent gegen Kontinent. Es geht um Siege, natürlich, aber vor allem geht es um Prestige, Stolz und Sportgeschichte. Um Momente für die Ewigkeit.
Die Stars machen den Unterschied
Vom 26. bis 28. September treffen die USA und Europa in Bethpage Black aufeinander. Der 45. Ryder Cup, das letzte und das größte Highlight des Jahres. Beide Kapitäne, erst US-Mann Keegen Bradley und ein paar Tage später Luke Donald, haben die letzten noch freien Plätze in ihren Teams besetzt. Die Diskussionen darüber lodern noch. War es die richtige Entscheidung des Amerikaners, sich nicht selbst aufzustellen? War es clever von Luke Donald, fast komplett auf das Sieger-Team von 2023 zu setzen? Die Antworten gibt’s erst in gut drei Wochen. Die Erfahrung der letzten Jahre und Jahrzehnte allerdings zeigt: Am Ende sind es meistens nicht die Nachrücker, die den Unterschied machen, sondern die frühzeitig qualifizierten Stars, die in fast jeder Session auf den Platz geschickt werden.
Die Rolle der „Captains Picks“
Man muss bis zum Ryder Cup 2016 in Minnesota zurückgehen, um den letzten „Captains Pick“ zu finden, der fünf Matches bestritten hat – Thomas Pieters, der damals praktischerweise dreimal an der Seite von Rory McIlroy spielte, am Ende jedoch eine Niederlage für Europa hinnehmen musste. Die letzten durch den Kapitän Nominierten, die vor Pieters fünf Matches spielten, waren Hunter Mahan und Ian Poulter 2008. In den letzten acht Ryder Cups – mit insgesamt 61 „Captains Picks“ – spielten nur drei dieser Wildcards alle Sessions. Nur 26 von ihnen kamen auf vier oder mehr Einsätze, also rund 43 Prozent.
Auf wen es im US-Team ankommt
Beim großen Duell Ende September am Rande von New York könnte es ähnlich kommen. Es würde nicht überraschen, wenn am Ende vor allem zehn Stars über Sieg und Niederlage entscheiden. Im Team der USA dürfte Scottie Scheffler nahezu gesetzt sein für fünf Einsätze. Bryson DeChambeau hat beste Aussichten, mindestens viermal aufzulaufen. Dahinter könnten Xander Schauffele, Patrick Cantlay und Russell Henley folgen, die von den meisten Experten als Schlüsselspieler gesehen werden.
Die europäischen Führungsspieler
Und im Team Europa? Da gilt natürlich LIV-Champion Jon Rahm als unverzichtbar. Genauso wie Masters-Sieger Rory McIlroy und Tommy Fleetwood, der sich nicht nur in überragender Form befindet, sondern auch erfahren genug ist. Ludvig Aberg gilt als einer der komplettesten und deshalb wichtigsten Spieler und Matthew Fitzpatrick könnte sich gegenüber Viktor Hovland und Bob MacIntyre durchsetzen.
Viele Konjunktive. Wie immer gilt: Am Ende kann auch alles anders kommen. Und doch bewahrheitet sich meistens: Je besser die Besten performen, desto größer die Siegchancen ihres Teams.










