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Adam Scott liegt bei der Cadillac Championship früh aufgrund eines folgenschweren Fehlers im Hintertreffen. | © 2026 Ben Jared/PGA TOUR

Zwei Strafschläge: Scott spielt falschen Ball

Beim Auftakt der Cadillac Championship im Trump National Doral sorgte Adam Scott für eine der ungewöhnlichsten Szenen des Tages. Der Australier spielte auf der achten Bahn einen falschen Ball, was einen Regelverstoß darstellte und ihm zwei Strafschläge einbrachte. Damit war seine Runde früh gelaufen. Dabei hatte die Runde für den 45-Jährigen durchaus vielversprechend begonnen. Nach zwei Birdies auf den ersten fünf Löchern lag Scott gut im Rennen. Doch am 532 Meter langen Par 5 der achten Bahn nahm das Unheil seinen Lauf: Nach einem verzogenen Abschlag ins Rough spielte Scott seinen zweiten Schlag, ohne zu überprüfen, ob es sich tatsächlich um seinen Ball handelte.

 

Erst vor dem dritten Schlag bemerkte er den Fehler. Laut Regel 6.3c(1) der Golfregeln wird das Spielen eines falschen Balls mit der Grundstrafe von zwei Schlägen geahndet. Wichtig dabei ist, dass alle Schläge mit dem falschen Ball nicht zählen. Der Spieler muss den Fehler korrigieren und mit seinem ursprünglichen Ball weiterspielen.

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Genau das gelang Scott. Er fand seinen ursprünglichen Ball im Rough wieder und setzte das Loch korrekt fort. Dennoch summierten sich Fehler und Strafe zu einem Doppelbogey, also einer 7 auf der Scorekarte. Zu diesem Zeitpunkt fiel er auf zwei über Par zurück. Dass die Situation nicht noch drastischere Folgen hatte, war letztlich Glück im Unglück. Hätte Scott seinen Fehler nicht rechtzeitig bemerkt und das nächste Loch bereits begonnen, wäre er disqualifiziert worden.

 

Ein weiteres Szenario hätte ihn ebenfalls hart getroffen: Wäre sein ursprünglicher Ball nicht auffindbar gewesen, hätte er nach den Regeln für einen verlorenen Ball verfahren müssen – inklusive eines zusätzlichen Strafschlags und der Rückkehr zum Abschlag.

76 zum Auftakt

Nach dem folgenschweren Fehler stabilisierte sich Scott zwar zwischenzeitlich mit acht Pars in Serie. Zwei späte Bogeys auf den Schlusslöchern führten jedoch zu einer 76er-Runde (+4). Damit lag er im 72-Mann-Feld des Signature Events früh deutlich zurück. „Das war wirklich dumm von mir. Ich glaube, so etwas ist mir noch nie in meiner Karriere passiert. So etwas passiert wahrscheinlich jedem irgendwann einmal“, sagte Scott am Samstag über seinen Fehler aus Runde eins. „Eine seltsame Verkettung von Umständen führte dazu, dass ich es nicht überprüft habe, obwohl ich das schon tausendmal gemacht habe. Dort zwei Schläge zu kassieren, war hart, vor allem, wenn man jetzt am Wochenende hier sitzt und darüber nachdenkt, dass man mit zwei Schlägen weniger im Turnier so viel besser dastehen würde. Aber Golf kann manchmal grausam sein.“

 

Besonders bitter: Scott verbindet mit dem Platz positive Erinnerungen. 2016 gewann er hier das damalige WGC-Cadillac Championship und kehrte nun gewissermaßen als „Titelverteidiger” zurück – allerdings zehn Jahre nach seinem Triumph. Umso erstaunlicher seine Reaktion auf den verkorksten Eröffnungstag: Scott spielte an den verbleibenden drei Tagen Runden von 71, 66 und 64 Schlägen und beendete das Turnier auf dem geteilten vierten Platz. 
 

Das sagt DGV-Regelfachmann Dietrich von Garn dazu:

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es einer der dümmsten Fehler ist, einen falschen Ball zu spielen. Dabei sind die Regeln klar: Der Spieler ist dafür verantwortlich, seinen Ball zu identifizieren und den richtigen Ball zu spielen. Wenn man erst einmal fast drei Minuten nach dem Ball gesucht hat und dann einen in einer schlechten Lage findet, schaut man meistens nach, ob es der eigene ist. Schlägt man jedoch ins Rough und sieht an der Stelle, an der der Ball liegen müsste, einen Ball der gleichen Marke liegen, nimmt man unerklärlicherweise an, dass es der eigene Ball sein müsse. Zumindest passiert das einmal, denn beim nächsten Mal hat man dazugelernt und schaut auch bei scheinbar eindeutigen Fällen nach.

 

Adam Scott könnte höchstens seinem Caddie eine Teilschuld geben, denn dieser hätte ihn darauf hinweisen können, den Ball zu identifizieren. Wenn der Spieler dies jedoch nicht tut, wird der Caddie annehmen, dass alles in Ordnung ist.

 

Schlimmer als das Spielen des falschen Balls ist jedoch der Zähler, der ungläubig fragt: „Warum hast du etwas gesagt? Es hätte doch keiner gemerkt.“

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