Schotts Schlussspurt, Spauns Statement und Kaymers Neustart
Er wäre der „odd man out“. So erklärte Brandt Snedeker J.J. Spaun dessen Nichtberücksichtigung für das US-Team beim Presidents Cup. Also ein Spieler, der eigentlich dabei sein müsste, aus diversen Gründen dann aber doch nicht nominiert wurde. Spaun war zunächst enttäuscht, reiste dann aber spontan nach Wentworth, um sich mit einigen Weltklasse-Spielern bei der BMW PGA Championship zu messen. Und der US-Open-Sieger von 2025 zeigte seinem Kapitän, dass es vielleicht ein Fehler war, ihn nicht zu berücksichtigen. Eine 67 im Finale sowie ein ärgerliches Doppelbogey von Manuel Elvira auf der 18 sorgten dafür, dass der Amerikaner in England triumphierte.
„Ich wollte diese Woche definitiv etwas beweisen“, kommentierte er. „Aber alles passiert aus einem bestimmten Grund. Der Sieg bedeutet mir so viel! Ich bin zu dem Spieler gereift, von dem ich nie gedacht hätte, dass ich der hätte sein können. Jetzt mein Spiel in die Welt zu tragen und hier in England zu gewinnen, ein Ort, der meiner Familie extrem am Herzen liegt, nachdem wir eine längere Zeit Urlaub gemacht haben. An diesem Wochenende ist für mich alles zusammengekommen, damit ich ganz oben stehen kann.“
Es war ein munteres Titelrennen im Wentworth Club mit Protagonisten wie Rory McIlroy, Adam Scott und PGA-Champion Aaron Rai, die allesamt gemeinsam mit Elvira den zweiten Rang teilten. „Ich hatte meine Chancen“, erklärte McIlroy, die Nummer zwei der Welt. „Ich hätte gern ein paar Putts zurück, aber grundsätzlich bin ich glücklich darüber, wie ich mich präsentiert habe.“
Highlight-Clip: Spaun fast mit Eagle auf der 18
Für Freddy Schott verlief das Finale beim hochdotierten Turnier in Virginia Water erstklassig. Nach einer ruhigen ersten Neun mit einem Birdie und acht Pars drehte der Düsseldorfer auf. Fünf Birdies notierte er allein auf den Löchern zwölf bis 18 (bei einem Bogey) und verbesserte sein Gesamtergebnis auf -10. Der Gewinner der Bahrain Championship zu Beginn des Jahres landete auf dem geteilten 27. Rang und verbesserte sich im Race to Dubai auf Platz 31.
Und weg war der Caddie
Mit dem gleichen Ergebnis schloss Stephan Jäger aus dem Elite Team Germany die Biltmore Championship Asheville, das erste Turnier der Herbstserie der PGA Tour, ab: 67 am Sonntag, insgesamt -10. Auf dem durch intensiven Regen aufgeweichten Platz des The Cliffs at Walnut Cove, auf dem es am Sonntag mehr als ein Dutzend Runden unter 65 Schlägen sowie beinahe eine 59 gab – J.T. Poston verpasste auf der 18 seinen Birdie-Putt und unterschrieb eine 60 –, reichte diese Ausbeute für den geteilten 57. Rang. Noch besser: Jeremy Paul, der nach einer 69 sowie drei 67er-Runden (-14) als geteilter 33. abschloss.
Jacob Bridgeman war einer der Gründe, weshalb es Spaun nicht zum Presidents Cup geschafft hatte. Der Gewinner des Genesis Invitational zeigte auch an diesem Wochenende, dass seine Nominierung durchaus gerechtfertigt war. Eine 61 am Sonntag bescherte dem 26-Jährigen aus South Carolina seinen zweiten PGA-Tour-Sieg der Saison.
Am Donnerstag kam es beim Stopp in North Carolina zu einer der ungewöhnlichsten Szenen der bisherigen Spielzeit. Alejandro Tosti musste seine erste Runde bei der Biltmore Championship Asheville ohne seinen Caddie beenden. Laut übereinstimmenden Berichten hatten sich Cliff Ellis und Tosti bereits während einer Proberunde am Dienstag gestritten. Die Spannungen schienen auch am Donnerstag nicht verschwunden zu sein. Videoaufnahmen zeigen schließlich, wie Ellis die Tasche abstellt, sein Leibchen auszieht und davonläuft.
In Kalifornien hat Zach Johnson einmal mehr unter Beweis gestellt, dass er auf der PGA Tour Champions zur absoluten Elite gehört. Der zweimalige Major-Gewinner, der im Februar seinen 50. Geburtstag gefeiert hatte, triumphierte bei der PURE Insurance Championship in Pebble Beach mit zwei Schlägen Vorsprung auf Rory Sabbatini, Steven Alker und Tour-Rookie Henrik Stenson. Alex Cejka kam als geteilter 17. ins Ziel, Bernhard Langer hatte auf einen Start an der Pazifikküste verzichtet.
Kaymer operiert, Briem Fünfte
Ob LIV Golf oder die DP World Tour – wo es für Martin Kaymer in der kommenden Saison weitergeht, steht noch nicht fest. Lust auf Leistung scheint der 41-jährige Major-Sieger aber nach wie vor zu haben. Um 2027 fit durchzustarten und im besten Fall wieder zu alter Formstärke zurückzufinden, hat sich der ehemalige Weltranglistenerste nun einer Operation an der Schulter unterzogen. „Nach einem sehr schwierigen Jahr, in dem ich mit Schmerzen zu kämpfen hatte, erhielt ich endlich die richtige Diagnose ... Ich bin erleichtert und dankbar, dass der Eingriff gut verlaufen ist. Der Weg dorthin war nicht einfach, aber jetzt kann ich mich endlich auf meine Genesung und meine Rückkehr zu alter Stärke konzentrieren“, schreibt er auf Instagram.
Helen Briem und das La Sella Resort – das war schon in der Vergangenheit eine Erfolgsgeschichte. 2024 hatte die Schwäbin gleich bei ihrem ersten Auftritt als Profi auf der Ladies European Tour (LET) das Turnier in Spanien gewonnen. Auch bei der Austragung 2026 durfte die Longhitterin lange vom zweiten Titel an ihrer alten Erfolgsstätte träumen. Am Finaltag kämpfte sich die Spielerin aus dem Elite Team Germany mit einer starken Vorstellung bis in die geteilte Führung, musste auf den letzten Löchern jedoch abreißen lassen. Nach einer 72 zum Abschluss beendete die 21-Jährige das auf 54 Löcher verkürzte Turnier bei sechs unter Par auf dem geteilten fünften Rang. Den Sieg sicherte sich die Engländerin Charlotte Heath.
62 und 67 Schläge – die Open de Portugal im PGA Aroeira 1 bei Lissabon hatte für Jannik de Bruyn sensationell begonnen. Dann sorgte eine 74 am Samstag für Ernüchterung beim Mönchengladbacher, der sich über die HotelPlanner Tour wieder für höhere Aufgaben qualifizieren möchte. Am Ende stand für den 27-Jährigen ein 16. Platz zu Buche. In der Gesamtwertung geht es hoch auf den 39. Rang.
So geht es bei MagentaSport weiter
Nach dem Solheim Cup folgt gleich das nächste Team-Highlight: Beim Presidents Cup geht es ab Donnerstag mit dem Duell zwischen den besten Golfern der USA gegen den Rest der Welt (außer Europa) weiter – live ab 18.30 Uhr bei MagentaSport. Auf der DP World Tour treten unter anderem die Ryder-Cup-Stars Ludvig Åberg, Viktor Hovland und Tommy Fleetwood bei der FedEx Open de France an.









