Titel trotz Slowplay-Frust
Es war ein Finaltag, der für Matt Fitzpatrick gleich mehrere Herausforderungen bereithielt – und der dennoch mit einem Triumph endete. Bei der Valspar Championship sicherte sich der Engländer seinen ersten Sieg auf der PGA Tour seit drei Jahren. Zwischenzeitlich brachte ihn das langsame Spiel seines Flightpartners sichtbar aus dem Rhythmus.
Bereits während der Runde platzte Fitzpatrick der Kragen. Genervt vom Tempo seines Mitspielers Adrien Dumont de Chassart wandte er sich direkt an einen Referee. Die Turnierleitung reagierte, stoppte inoffiziell die Zeit und sprach schließlich eine Verwarnung aus – basierend auf Regel 5.6, die den Spielern rund 40 Sekunden pro Schlag zugesteht. Besonders am elften Loch spitzte sich die Situation zu. Fitzpatrick hatte seinen Schlag längst absolviert und musste anschließend mehrere Minuten warten. Für einen Spieler im Titelkampf eine heikle Phase – doch der 31-Jährige blieb stabil.
„Das war wirklich frustrierend. Es war ein ständiges Stop-and-Go“, erklärte Fitzpatrick nach der Runde. Ohne seinen Flightpartner direkt zu kritisieren, machte er dennoch deutlich, wie sehr ihn die fehlende Spielbereitschaft störte. Gerade in entscheidenden Turnierphasen könne so etwas den Rhythmus zerstören.
Die Kritik kommt nicht überraschend. Fitzpatrick zählt seit Jahren zu den lautesten Stimmen im Kampf gegen Slow Play. Bereits 2023 bezeichnete er das Problem als „erschreckend“, ein Jahr später nannte er den Umgang der Tour damit „pathetisch“. Seiner Meinung nach sei dennoch zu wenig passiert. Doch auf dem Platz ließ er Taten folgen. Mit Runden von jeweils 68 Schlägen spielte sich Fitzpatrick mit insgesamt elf unter Par an die Spitze. Drei Birdies in der Schlussrunde, ohne einen einzigen Schlagverlust, machten den Unterschied.
Nervenstark und mit Ansage
Dabei war die Ausgangslage alles andere als einfach: Er hatte drei Schläge Rückstand auf den Führenden Sungjae Im vor dem Finaltag. Doch Fitzpatrick blieb geduldig und nutzte seine Chancen konsequent. Die Konkurrenz konnte nicht mehr kontern. Jordan Smith landete mit einem Schlag Rückstand auf Rang zwei, während Xander Schauffele mit einer starken 65 noch auf acht unter Par kletterte.
Für Fitzpatrick ist der Sieg die logische Konsequenz einer konstant starken Saison. Ein Top-15-Ergebnis in Pebble Beach, Platz neun bei der Phoenix Open und Rang zwei bei der Players Championship hatten bereits angedeutet, dass der Engländer kurz vor dem nächsten Erfolg steht. Am Ende setzte er sich nicht nur gegen die Konkurrenz, sondern auch gegen die äußeren Umstände durch. Slow Play hin oder her – Fitzpatrick beantwortete alles auf seine Weise.
Das sagt DGV-Regelfachmann Dietrich von Garn dazu:
„Hier können wir von einem Profi etwas lernen, das nicht direkt mit dem Golfschwung zu tun hat. Wie oft erleben wir es, dass sich eine Spielergruppe oder ein Spieler nach der Runde im Sekretariat – oder noch nutzloser – auf der Terrasse darüber beklagt, dass alles so lange gedauert hätte? Das kommt regelmäßig vor. Und regelmäßig muss das Sekretariat erklären, dass es nach der Runde weder die Möglichkeit noch den Nutzen gibt, etwas zu sagen oder zu unternehmen.
Zwar haben wir selten Referees auf dem Platz, die man darauf ansprechen kann, aber wenn ich an einem Abschlag eine langsame Gruppe einhole, schlage ich manchmal vor, gemeinsam abzuschlagen und dann durchzuspielen, damit die Gruppe hinter uns wieder etwas Luft hat. Ein solcher Vorschlag sollte positiv formuliert werden: Nicht: „Ihr müsst uns durchlassen, weil ihr langsam seid“, sondern: „Ihr könnt uns vorbeilassen, dann habt ihr wieder Ruhe“ (bis zur nächsten Gruppe). Wenn das nicht hilft und das Spiel wirklich gestört wird, kann man im Sekretariat anrufen in der Hoffnung, dass ein Marshall geschickt wird, der die Situation verbessert.
Leider kenne ich Spieler, die keine Turniere mehr spielen, weil es ihnen zu lange dauert. Würden deren Heimatclubs das Thema „Langsames Spiel“ dann anders angehen, um wieder mehr Turnierspieler zu gewinnen?"







