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Hier ist Ludvig Aberg mit seinem Caddie Joe Skovron beim AT&T Pebble Beach Pro-Am zu sehen. | © golfsupport.nl/Brian Spurlock/ism

Driver kaputt: Aberg profitiert von neuer Regel

Wenn ein Drive ins Aus segelt, ist der Ärger groß. Wenn zusätzlich auch noch der Driver kaputtgeht, wird es richtig kompliziert. Genau das ist Ludvig Åberg in der dritten Runde des AT&T Pebble Beach Pro-Am passiert. Auf dem ikonischen Par 5 der 18. Bahn in Pebble Beach Golf Links – seiner neunten Spielbahn des Tages – verzog der Schwede seinen Abschlag weit nach rechts ins Aus. Doch damit nicht genug: Kurz darauf entdeckte er einen Riss im Schlägerblatt seines Drivers.

Neue Regel greift sofort

Noch vor Kurzem hätte Åberg den Schläger nicht direkt ersetzen können. Zwar wurde die Musterplatzregel G-9 Anfang 2025 nach einem prominenten Vorfall angepasst, doch musste ein Ersatzteil weiterhin in der Umkleidekabine aufbewahrt werden. Auslöser für die ursprüngliche Anpassung war ein Zwischenfall mit Matt Fitzpatrick bei der BMW Championship 2024: Damals durfte der Engländer seinen beschädigten Driver nicht austauschen, da der Schaden als nicht gravierend genug eingestuft wurde – ein viel diskutierter Fall.

 

Für die Saison 2026 geht die PGA Tour nun einen Schritt weiter: Caddies dürfen einen Ersatz-Driverkopf direkt im Bag mitführen und im Falle eines bestätigten Schadens sofort montieren.

Premiere auf der PGA Tour

Damit schrieben Åberg und sein Caddie Joe Skovron ein kleines Stück Regelgeschichte. Nach Rücksprache mit einem Referee wurde der Riss offiziell anerkannt und Skovron montierte den Ersatzkopf direkt auf dem Tee. Ohne die neue Regel hätte Åberg so lange mit dem Holz 3 weiterspielen müssen, bis jemand den Ersatzschlägerkopf aus dem Clubhaus geholt hätte. „Wir finden es gut, dass ein gerissener oder gebrochener Schläger direkt ersetzt werden kann. Die alte Vorgehensweise war antiquiert”, erklärte Steve Rintoul, Rules Official bei der PGA Tour.

 

Åberg schlug nach dem Schlag ins Aus und dem anschließenden Ausrüstungswechsel erneut ab, traf dieses Mal das Fairway und verpasste am Ende nur knapp das Par. Ein kleiner sportlicher Schaden – aber ein großer praktischer Vorteil durch die neue Regel. In dieser Woche verteidigt Åberg seinen Titel beim Genesis Invitational im traditionsreichen Riviera Country Club in Los Angeles. Dank der aktualisierten Regeln weiß er nun: Sollte der Driver wieder reißen, ist schnelle Hilfe garantiert.

Das sagt DGV-Regelfachmann Dietrich von Garn dazu:

„Ein defekter Schläger ist immer ärgerlich – insbesondere, wenn es um entsprechend hohe Preisgelder geht.

 

Bevor es Schläger mit auswechselbaren Schäften und Köpfen gab, konnte man sich nur durch einen Referee einen neuen Schläger aus dem Clubhaus holen lassen – genauso wie bei verlorenen Kontaktlinsen oder Schuhen, bei denen sich die Sohle gelöst hatte. Die bisher gültige Regel wurde eingeführt, da man befürchtete, mit Ersatzteilen ausgetrickst zu werden. Wenn ein Spieler die Runde nur mit zwölf Schlägern beginnt, aber einige Ersatzteile mitnimmt (z. B. zwei weitere Schäfte und zwei weitere Köpfe), könnte er sich daraus zwei von vier möglichen Kombinationen zusammenstellen. Das hieße, er wäre mit der Option auf insgesamt 16 Schläger gestartet und würde damit die Höchstzahl von 14 Schlägern umgehen. Zufällig war ich selbst bei der Rules Conference des R&A und der Tour anwesend, als diese Problematik diskutiert und die bis Ende 2025 gültige Regelung beschlossen wurde.

 

Die jetzt beschlossene Regeländerung ist für den Spieler einfacher umzusetzen, verkompliziert die Regel aber weiter: Die Ersatzteile dürfen mitgeführt werden, um einen unbrauchbaren Schläger zu ersetzen. Es ist jedoch nicht erlaubt, einen zusätzlichen Schläger zusammenzubauen, für den der Spieler noch Platz im Bag hätte. Da ist man für den Hinweis dankbar, dass diese Platzregel nicht für das normale Clubgolf empfohlen wird."

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