Jäger klettert, Poulter debütiert und Gotterup brilliert
Die Spielerkarriere schien bereits beendet. Doch so ganz konnte es Michael Hollick dann doch nicht lassen. Neben seiner Tätigkeit als Club-Pro spielte der Südafrikaner weiterhin auf der Sunshine Tour. Und genau diese Konstellation kitzelte die Höchstform aus ihm heraus. Zunächst Glanzleistungen auf der Sunshine Tour, dann die Rookie-Saison auf der DP World Tour mit frühen Top-Ergebnissen und nun der Höhepunkt: der spektakuläre Sieg bei der BMW International Open.
Mit einem Eagle auf der 18 schob sich Hollick noch an Landsmann Hennie du Plessis vorbei – und freute sich über den mit 445.468 Euro dotierten Durchbruch. Seine Karriere als Club-Pro kommt nun wohl vorerst endgültig zum Erliegen. „Es ist großartig“, freute sich der Sieger. „Mit 39 Jahren als Rookie auf der DP World Tour so ein prestigeträchtiges Turnier zu gewinnen, ist unglaublich. Einige herausragende südafrikanische Golfer haben die BMW International Open gewonnen. Ich könnte also nicht glücklicher sein.“
Als Dritter kam Bernd Wiesberger ins Ziel. Für den Österreicher war es eine weitere starke Woche einer eindrucksvollen Saison. Zwar klappte es nicht mit dem zehnten Tour-Titel, jedoch verlässt der 41-Jährige München mit einem Platz im Feld der The Open in der kommenden Woche.
Kohles-Drama und Gotterup-Sieg
Während Hollick mit seinem Eagle zum Abschluss die Titelpremiere gelang, verpasste Ben Kohles seine mit einem Doppelbogey auf dem Schlussloch. Der Amerikaner lag vor der letzten Bahn der John Deere Classic noch in geteilter Führung, versenkte seine Annäherung aber im Teich. „Es tut natürlich weh, dass so etwas auf dem letzten Loch passiert, aber andererseits habe ich eine Menge über mich gelernt“, kommentierte der 36-Jährige. Das Warten auf den ersten Tour-Sieg geht weiter.
Nutznießer war Chris Gotterup. Der Amerikaner gewann in Illinois bereits seinen vierten Titel innerhalb der vergangenen zwölf Monate und ist seit diesem Montag wieder unter den besten Zehn der Golfwelt. Der 26-Jährige aus Maryland war mit fünf Schlägen Rückstand in die Finalrunde gestartet und spielte sich mit einer überragenden, bogeyfreien 62 an die Spitze.
Jäger klettert im FedExCup, Poulter debütiert
Stephan Jäger war eigentlich für die BMW International Open eingeplant. Doch der PGA-Tour-Sieger aus dem Elite Team Germany sagte kurzfristig ab. „Leider sind meine Ergebnisse auf der PGA Tour in dieser Saison nicht so, wie ich sie mir gewünscht habe“, erklärte er. „Ich habe mich daher schweren Herzens dazu entschlossen, nicht nach München zu kommen. [...].“
Stattdessen trat der Familienvater auf der PGA Tour an – und überzeugte. Runden von 64, 72, 68 und 66 Schlägen brachten dem 37-Jährigen Rang 15. Im FedExCup ging es um fünf Plätze auf Rang 75 nach oben. Dabei traf Jäger während der vier Tage im TPC Deere Run 60 von 72 Grüns (83,33 Prozent) in Regulation.
„Es ist Schwerstarbeit. Jede US Open ist Schwerstarbeit“, erklärte Alex Cejka nach seiner zweiten Runde bei der US Senior Open im Scioto Country Club. Der Deutsche hatte zwischenzeitlich ganz oben mitgespielt, reihte sich nach vier Turniertagen aber auf Rang 14 ein. Der mit Abstand beste Spieler der Woche in Columbus, Ohio, war Padraig Harrington. Der Ire kam auf ein eindrucksvolles Gesamtergebnis von -12 und lag damit vier Schläge vor Stewart Cink auf Platz zwei.
Ian Poulter kam bei seiner Premiere im Seniorenlager als Vierter ins Ziel – und freute sich einerseits über die starke Leistung, andererseits über die vielen Gesichter, die er seit Jahren nicht gesehen hatte. „Es gibt wahrscheinlich 50 Leute, mit denen ich tolle Gespräche geführt habe“, sagte der ehemalige Ryder-Cup-Star. „In dieser Hinsicht war es eine sehr gesellige Woche, eine sehr angenehme Woche, und es hat Spaß gemacht, auf einem etwas kürzeren Golfplatz zu spielen – einem Platz, von dem ich dachte, dass ich ihn gut meistern könnte. Ich habe ziemlich gut gespielt.“
De Bochdanovits Dritte in Schweden
Theresa De Bochdanovits durfte beim Swedish Strokeplay im schwedischen Uppsala lange vom Titel träumen. Die Spielerin aus dem GC Würzburg mischte bis in die Schlussphase im Kampf um den Sieg mit und sicherte sich am Ende mit einem Gesamtergebnis von drei Schlägen unter Par den hervorragenden dritten Platz.
„Als Golferin bin ich heute vielleicht sogar etwas unzufrieden, aber realistisch betrachtet ist das natürlich ein Erfolg, über den ich mich freuen kann“, sagte De Bochdanovits nach der Runde. Aus deutscher Sicht gab es mit Lisa Marie Schumacher auf einem Top-Ten-Platz ein weiteres starkes Ergebnis beim Turnier der LET Access Series. Den Titel holte sich schließlich die Norwegerin Silje Torvund Ohma.
Es läuft bei den Chacarras
Ein weiterer Sieg für die Chacarras! Während Eugenio Chacarra zuletzt in den Niederlanden und in Italien auf der DP World Tour gewonnen hatte, sicherte sich in am Sonntag seine Schwester Carolina ihren ersten Sieg auf der Ladies European Tour. Für die Rookie-Spielerin war die Hulencourt Womens Open erst der dritte Auftritt überhaupt auf der Tour. Noch auf dem 18. Grün gratulierte der Bruder per Video Call.
„Es waren ein paar großartige Wochen“, sagte Carolina, die in dieser Saison auch auf der LPGA antritt. „Das Leben meint es wirklich gut mit uns. Mein Bruder ist meine Inspiration, und zu sehen, wie er gewonnen hat, hat mir viel Schwung gegeben, weiterzumachen und selbst zu versuchen, zu gewinnen. Ich bin sehr glücklich.“







