Langer: „Fühle mich immer noch wettbewerbsfähig“
Bei knapp 400 Starts in knapp 20 Jahren auf der Tour ist für Bernhard Langer nur noch selten etwas Neues dabei. Und doch dürfte sich das dieswöchige Constellation Furyk & Friends für den 69-jährigen Rekord-Champion zumindest besonders anfühlen. Denn nach 18 Jahren kehrt Langer an den Ort zurück, an dem er 2008 die Ginn Championship, seinen dritten von inzwischen 47 Titeln auf der PGA Tour Champions, gewonnen hat. Das Hammock Beach Resort in Florida war damals zum zweiten Mal in Folge Gastgeber dieses Turniers. Nach Langers Sieg endete jedoch die kurze, zweijährige Ära der Ginn Championship.
Diese Woche also die Rückkehr. Langer darf sozusagen endlich seinen Titel von damals verteidigen. Zwar bei einem anderen Turnier, aber auf eben jenem Ocean Course im Hammock Beach Golf Resort & Spa in Palm Coast. „Das ist nun schon 18 Jahre her. Damals hatte ich keine Gelegenheit, meinen Titel zu verteidigen. Meine Erinnerungen daran sind aber natürlich sehr positiv“, sagte Langer auf der Pressekonferenz im Vorfeld des Constellation Furyk & Friends. „Es ist ein wunderschöner Golfplatz, und ich habe gut gespielt. Die Bedingungen waren großartig – mal sehen, ob sich daran etwas geändert hat.“

Altes Birdiebook entstaubt
Zum Zeitpunkt der Pressekonferenz hatte Langer noch keine Gelegenheit, den in der Zwischenzeit aufwändig überarbeiteten Platz im Zuge einer Proberunde zu spielen. Er habe jedoch schon gehört, dass sich die Grassorte von Bermuda auf Paspalum geändert habe. Ansonsten seien ihm noch keine Veränderungen bekannt. Sicherheitshalber kramte er für diese Woche sein altes Birdiebook von der damaligen Ausgabe heraus, das er wie alle seine Birdiebooks zu Hause aufbewahrt. „Ich habe es mir gerade erst angesehen und mit dem neuen Buch verglichen. Das alte kann ich nicht mehr verwenden, weil – nun ja – es ist nicht mehr legal. Aber ich habe mir einfach ein paar Zahlen, die Grün-Details und solche Sachen angesehen.“
Solche Erfahrungswerte muss Langer inzwischen auch zu seinem Vorteil nutzen, um noch Titelchancen auf der PGA Tour Champions zu haben. Die Längenunterschiede zu seinen teils 19 Jahre jüngeren Tour-Kollegen sind zu groß. In dieser Woche kam mit Ryan Palmer das neueste Mitglied dazu. Er ist vor wenigen Wochen 50 Jahre alt geworden und hat dieses Jahr noch an drei Events der Korn Ferry Tour teilgenommen. Bei dieser Konkurrenz muss Langer auf seinen unvergleichbaren Erfahrungsschatz aus fast 400 Tour-Starts zurückgreifen. Denn der gebürtige Anhausener will noch Turniere gewinnen und sieht sich auch dazu in der Lage. „Na ja, es macht immer noch Spaß, an Wettkämpfen teilzunehmen. Ich fühle mich immer noch wettbewerbsfähig, auch wenn ich mittlerweile etwas kürzer und etwas älter geworden bin, um mich mit den 50-Jährigen zu messen.“
Langers süßer Zahn
Langer muss seine Kräfte immer besser haushalten und sucht sich daher seine Starts gezielt aus. Turniere, bei denen er von vornherein keine Chance hat, lässt er bewusst aus. Aus diesem Grund verzichtete er dieses Jahr sogar auf die Senior Open in Gleneagles: „Aber auf manchen Plätzen habe ich tatsächlich noch das Gefühl, dass ich gewinnen könnte. Auf anderen Plätzen ist es etwas schwieriger, weil mir die Weite fehlt. Aber es ist toll, hier draußen zu sein und die Kameradschaft zu genießen, die wir untereinander haben. Wir kennen uns schon so viele Jahre und sobald der Freitag beginnt, schalten wir in den Wettkampfmodus und sind voller Tatendrang.“
Auch wenn Langer in diesem Jahr noch auf ein Top-Fünf-Ergebnis wartet, ist es beeindruckend, wie fit er mit 69 Jahren noch ist. Wie er das schafft, ist längst kein Geheimnis mehr: Routinen und ganz viel Disziplin sind sein Rezept. „Ich trainiere gerne. Ich fühle mich besser, wenn ich trainiere.“ Langers typisches Training umfasst „eine halbe bis eine Stunde Ausdauertraining und dann etwa eine halbe Stunde mit Gewichten, Seilen, Bändern, dem eigenen Körpergewicht und ein bisschen Dehnen“.
Ein kleines Laster verfolge jedoch auch ihn. „Ich ernähre mich nicht allzu schlecht, aber ich habe eine Schwäche für Süßes, und das ist nicht gerade gut. Ich nehme viel zu viel Zucker zu mir, aber diese Gewohnheit loszuwerden, fällt mir zum jetzigen Zeitpunkt schwer.“ Es sei dem erfolgreichsten deutschen Golfer aller Zeiten vergönnt.







