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Seit 2009 auf der LPGA Tour unterwegs: Stacy Lewis. | © 2025 Getty Images

Veteranin kritisiert Major-Setup

Mit ihren 40 Jahren und zwei Major-Siegen zählt Lewis zu den erfahrenen Spielerinnen auf der LPGA Tour. Die US-Amerikanerin kann aber nur noch selten an ihre besten Zeiten anknüpfen und ist daher immer wieder auf Einladungen angewiesen. Als langjährige Markenbotschafterin des Titelsponsors wurde die aktuell auf Platz 490 der Weltrangliste stehende Spielerin zur KPMG Womens PGA Championship nach Texas eingeladen. Erstmals findet das Major im PGA Frisco, einem 2023 eröffneten Resort, statt. Kurz nach der Eröffnung waren hier bereits die besten Senioren für ihre PGA Championship zu Gast. Man könnte meinen, der Ort sei also schon major-erprobt. Doch Lewis fand kritische Worte gegenüber dem Platz beziehungsweise vielmehr dem Setup, für das letztlich die PGA verantwortlich ist.

 

„Heute waren es wieder mal die Fahnenpositionen an den Hängen”, sagte Lewis, die nach Runden von 78 und 76 Schlägen das Wochenende verpasste. „Dann kommt noch der Wind dazu, und heute war es wieder unmöglich, den Ball auf Loch acht zu stoppen.“ Tatsächlich trafen am Freitag nicht einmal 20 Prozent des Feldes das Grün auf dem von Lewis angesprochenen Par 3 – einfach ein schwieriges Loch, könnte man meinen. Als Lydia Ko jedoch einen vermeintlich perfekten Abschlag auf der Acht spielte und ihr Ball dennoch vom Grün rollte, äußerte sich auch die NBC-Analystin Morgan Pressel kritisch: „Das ist nicht gerade das, was ich gerne sehe.“ Gute Schläge sollten belohnt werden. Auf diesem Loch sei dies jedoch nicht der Fall.

"Und dann kommen wir hierher"

Schon nach der ersten Runde des Majors wurde die Spielzeit zum Thema. Die letzten Gruppen benötigten mehr als sechs Stunden, um die 18 Löcher in Frisco zu absolvieren. Das ist selbst für ein Major deutlich zu lang. Genauso wie die Wartezeiten für einige Spielerinnen, die teilweise bis zu 25 Minuten an Abschlägen stehen mussten, was für Unmut sorgte. Auch dies sei eine Folge des Setups, so Lewis, die außerdem die Gesamtlänge des Platzes kritisierte. Der Rundendurchschnitt an Tag zwei der Womens PGA Championship war der höchste bei einem Major seit zehn Jahren. „Wir hatten eine so gute Serie bei diesem Turnier auf sehr guten Golfplätzen, und dann kommen wir hierher”, sagte Lewis und bezog sich dabei auf die jüngsten Austragungsorte wie Baltusrol, den Atlanta Athletic Club, den Congressional Country Club und Sahalee.

 

Nur sieben Spielerinnen lagen zur Halbzeit des Turniers unter Par. Damit knüpfte man fast nahtlos an die US Open der Herren in der Vorwoche an, als mit J. J. Spaun nur ein Spieler die Woche unter Par beendete. Dass die besten Golferinnen der Welt vor solche Probleme gestellt werden, begrüßt Lewis nicht: „Das Problem dabei ist: Wir wollen doch gut dastehen. Wir versuchen, mehr Menschen dazu zu bringen, sich Frauengolf anzuschauen und uns beim Golfspielen zuzusehen, und solche Vorgehensweisen helfen uns dabei nicht. Gerade jetzt, wo wir unsere größten Bühnen haben, mit Fernsehübertragungen und all dem, lassen wir unsere sehr guten Spielerinnen lächerlich aussehen.“ Es bleibt abzuwarten, wie viel Gewicht die Kritik einer solch erfahrenen Spielerin bei den Verantwortlichen haben wird. Doch es ist davon auszugehen, dass die PGA das Setup für das Wochenende nicht unbedingt leichter gestalten wird.

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