Kampf um Tourkarten spitzt sich zu
PGA Tour: Butterfield Bermuda Championship
Port Royal Golf Course, Bermuda, 22. bis 25. Oktober
Die PGA Tour ist zu Gast bei der Butterfield Bermuda Championship im Port Royal Golf Course. Für Adam Schenk ist es die Chance, Geschichte zu schreiben. Nach seinem Premierensieg im vergangenen Jahr könnte er der erste Spieler werden, der das Turnier erfolgreich verteidigt. Der US-Amerikaner hatte lange auf seinen Durchbruch warten müssen. Erst bei seinem 243. Start auf der PGA Tour gelang ihm der erste Turniersieg. Dieser hatte auch sportlich unmittelbare Folgen: Schenk verbesserte sich in der FedExCup-Wertung um 67 Plätze und sicherte sich damit den Verbleib auf der Tour. In diesem Jahr ist seine Ausgangslage erneut angespannt. Aktuell liegt er auf Rang 163 und benötigt dringend Punkte, um seine Position für 2027 zu verbessern.
Der FedExCup-Herbst ist für viele Spieler mehr als nur eine Gelegenheit, die Saison mit einem Erfolgserlebnis abzuschließen. Nach dem Ende der regulären Saison geht es darum, die Spielberechtigung für 2027 abzusichern. Wer die FedExCup-Fall-Serie in den Top 100 beendet, erhält den vollen Status für die kommende Saison. Auch darüber hinaus stehen die Spielrechte auf dem Spiel. Mittendrin in diesem Kampf um die Tourkarte ist Jeremy Paul. Der Spieler des Elite Team Germany belegt Rang 186 im FedExCup und benötigt daher dringend Top-Ergebnisse, um sich noch eine Chance auf eine Spielberechtigung für 2027 auszurechnen. Zuletzt verpasste er drei von fünf Cuts auf der PGA Tour. Im vergangenen Jahr wurde er in Bermuda geteilter 46.
Zu den Spielern mit Rückenwind zählt Austin Smotherman. Er gewann zuletzt die Bank of Utah Championship und ist der am höchsten in der FedExCup-Wertung platzierte Spieler im Feld. Auch Ben James hat sich in den vergangenen Wochen in den Vordergrund gespielt. Der US-Amerikaner reist mit drei Top-Fünf-Ergebnissen in Serie nach Bermuda. Corey Conners ist der bestplatzierte Spieler laut Weltrangliste. Der Kanadier belegt im World Golf Ranking Rang 61 und war beim Presidents Cup zum dritten Mal Teil des International Teams. In dieser Saison steht für ihn bislang ein Top-Ten-Ergebnis zu Buche.
Der Port Royal Golf Course in Southampton ist mit 6.244 Metern zwar kurz für PGA-Tour-Verhältnisse, gilt aber als anspruchsvoller Test. Der Par-71-Platz ist seit der Premiere des Turniers im Jahr 2019 Austragungsort und zugleich der längste Golfplatz Bermudas. Auch der Grand Slam of Golf wurde hier zwischen 2009 und 2014 ausgetragen. Die Ausgabe von 2014 wurde von Martin Kaymer gewonnen.
LPGA Tour: BMW Ladies Championship
Pine Beach Golf Links, Südkorea, 22. bis 25. Oktober
Die LPGA Tour gastiert bei der BMW Ladies Championship im Pine Beach Golf Links in Haenam-gun im Südwesten Südkoreas. Das mit 2,35 Millionen US-Dollar dotierte Turnier wird über vier Runden ohne Cut ausgetragen. Somit haben alle Spielerinnen die Möglichkeit, an sämtlichen vier Tagen um Preisgeld und Punkte für den Saisonendspurt zu kämpfen. Aus deutscher Sicht richtet sich der Blick auf Esther Henseleit. Die Olympiazweite ist die einzige deutsche Starterin und möchte an ihren Aufwärtstrend anknüpfen. Bei der Buick LPGA Shanghai belegte sie zuletzt den geteilten 16. Platz. Nach einem wechselhaften Spätsommer kommt dieses Ergebnis zur richtigen Zeit: In Südkorea kann die 27-Jährige weitere wichtige Punkte sammeln und sich mit der Weltspitze messen.
In den Power Rankings zum Turnier steht Hae Ran Ryu ganz oben. Die Südkoreanerin zählt zu den stärksten Spielerinnen dieser Saison und wird vor heimischem Publikum besonders im Fokus stehen. Dahinter folgen Hyo Joo Kim und die Titelverteidigerin Sei Young Kim. Lottie Woad belegt Rang vier, Ina Yoon Rang fünf. Im vergangenen Jahr dominierte Sei Young Kim das Turnier. Die Südkoreanerin gewann mit 24 Schlägen unter Par und vier Schlägen Vorsprung auf Nasa Hataoka. Eine abschließende 67 sicherte ihr den deutlichen Erfolg. Nun tritt sie erneut vor heimischem Publikum an und möchte den Titel verteidigen.
Gespielt wird im Pine Beach Golf Links, dessen Anlage die Front Nine auf dem Pine Course und die Back Nine auf dem Beach Course kombiniert. Zahlreiche Bahnen verlaufen in unmittelbarer Nähe zur Küste. Aufgrund der exponierten Lage ist der Wind ein wichtiger Faktor: Wer die Flugkurve kontrolliert und seine Annäherungen präzise platziert, kann sich Vorteile verschaffen.
Für Henseleit bietet das Turnier somit die nächste Gelegenheit, ihre gute Form zu bestätigen. Dafür wird allerdings eine starke Leistung über alle vier Runden nötig sein, denn das Teilnehmerfeld umfasst zahlreiche Top-Ten-Spielerinnen der Welt.
DP World Tour: Genesis Championship
Woo Jeong Hills CC, Südkorea, 22. bis 25. Oktober
Beim letzten regulären Turnier der Saison der DP World Tour geht es in Südkorea um Titel, Tourkarten und die letzten Tickets für die Playoffs. Die Genesis Championship wird gemeinsam mit der Koreanischen PGA Tour veranstaltet. Bei den beiden bisherigen Ausgaben setzte sich jeweils ein Südkoreaner durch: 2024 gewann Byeong Hun An, im vergangenen Jahr triumphierte Junghwan Lee. Nun kehrt Lee als Titelverteidiger zurück. Die Saison 2026 ist seine erste komplette Spielzeit auf der Tour. Einen Top-Ten-Platz hat er bislang nicht erreicht, doch dank seiner Kategorie als Turniersieger ist ihm die Spielberechtigung für 2027 bereits sicher.
Die Konkurrenz aus dem Gastgeberland ist groß: Insgesamt stehen 39 südkoreanische Spieler im Feld. Zu den bekanntesten zählen Si Woo Kim und Sungjae Im, die zuletzt gemeinsam beim Presidents Cup für das internationale Team antraten. Im internationalen Teilnehmerfeld sind Spieler aus 25 Nationen vertreten. Besonders im Fokus steht Eugenio Chacarra, der mit drei herausragenden Ergebnissen nach Südkorea reist: Rang drei, Rang zwei und zuletzt der Sieg bei der DP World India Championship. Damit ist der Spanier der erste dreifache Saisonsieger der DP World Tour 2026 und führt das Race to Dubai an. Seine nächsten Verfolger, Patrick Reed und Rory McIlroy, treten in dieser Woche nicht an.
Die Genesis Championship ist das letzte reguläre Turnier vor den Play-offs der DP World Tour und somit die letzte Möglichkeit, sich in der Saisonrangliste entscheidend zu verbessern. Ab 2027 erhalten die Top 100 des „Race to Dubai” die Kategorie 10 und damit eine weitgehend gesicherte Spielplanung für die kommende Saison. Im Vorjahr lag die Grenze noch bei den Top 110.
Besonders eng ist die Situation am unteren Ende der Top 100: Viktor Hovland liegt zwar auf dem entscheidenden Rang, startet in Südkorea aber nicht und hat seine Spielberechtigung für 2027 als Mitglied des europäischen Ryder-Cup-Teams von 2025 bereits sicher. Direkt dahinter lauert Sebastian Söderberg, dem lediglich 0,75 Punkte auf Hovland fehlen. Eddie Pepperell auf Rang 99 verzichtet ebenfalls auf einen Start.
Zwei Deutsche dabei
Die beiden deutschen Teilnehmer diese Woche liegen außerhalb der Top 100, blicken jedoch mit unterschiedlichen Aussichten auf die kommende Saison. Nicolai von Dellingshausen hat seine Tourkarte als Gewinner der Austrian Open 2025 bereits sicher, während Marcel Siem Gefahr läuft, seine Tourkarte abgeben zu müssen. Der Routinier belegt derzeit den 133. Platz im Race-to-Dubai-Ranking und benötigt dringend Punkte. Bei seinen vergangenen drei Starts auf der DP World Tour verpasste er jedoch zweimal den Cut. Zudem erreichte er bei seinen beiden bisherigen Teilnahmen an dem Turnier in Südkorea nicht das Wochenende. Für Siem steht im Woo Jeong Hills CC also eine Menge auf dem Spiel.
Neben den Tourkarten geht es um die Qualifikation für die Playoffs. Die 70 besten Spieler im Race to Dubai nach dem Turnier in Südkorea erreichen die Abu Dhabi Championship im November. Anschließend qualifizieren sich die Top 50 für die DP World Tour Championship, das zweite der beiden aufeinanderfolgenden Rolex-Series-Turniere.
Ladies European Tour: Hero Womens Indian Open
DLF Golf and Country Club, Indien, 22. bis 25. Oktober
Nach einer kurzen Pause setzt die Ladies European Tour ihre Saison in Indien fort. Bei der 18. Austragung der Hero Womens Indian Open kämpfen 114 Spielerinnen aus 32 Nationen um ein Preisgeld von 500.000 US-Dollar. Das Turnier wird über 72 Löcher ausgetragen und ist das 25. Event der Saison 2026 der LET. Im Mittelpunkt steht Shannon Tan. Die Singapurerin gewann im vergangenen Jahr mit einem Schlag Vorsprung auf ihre enge Freundin Alice Hewson und kehrt nun zurück, um ihren Titel zu verteidigen. Nach ihrem Erfolg bei den Asienspielen, bei denen sie die Bronzemedaille gewann, reist Tan in guter Form nach Indien. In der Order of Merit liegt sie derzeit auf Rang sieben. Ein weiterer Sieg wäre ihr vierter auf der Ladies European Tour.
Im Feld stehen auch drei frühere Siegerinnen: Die Engländerin Liz Young gewann 2024, die Französin Camille Chevalier triumphierte 2017 und die Thailänderin Pornanong Phatlum sicherte sich den Titel bereits dreimal – 2008, 2009 und 2012. Die erfahrene LPGA-Spielerin ist eine von zehn eingeladenen Teilnehmerinnen. Mit Olivia Cowan (2022) und Aline Krauter (2023) konnten bereits zwei deutsche Spielerinnen die Indian Open gewinnen. Sie sind diese Woche jedoch nicht am Start.
Die deutschen Farben werden durch Verena Gimmy, Sophie Hausmann, Leonie Harm, Patricia Schmidt, Celina Sattelkau, Leticia Ras-Anderica und Sophie Witt vertreten. Während Gimmy und Hausmann Einladungen erhielten, ist Harm eine von vier aktuellen Turniersiegerinnen auf der LET 2026 im Feld. Seit ihrem Sieg beim Amundi German Masters powered by VcG wartet die Spielerin des GC St. Leon-Rot jedoch auf ein Top-35-Ergebnis. Im vergangenen Jahr hatte sie mit einem achten Rang in Indien überzeugt. Gleiches galt für Gimmy, die den geteilten zehnten Platz erreichte.
Besonders groß ist die Aufmerksamkeit auf die indischen Spielerinnen gerichtet. Insgesamt 30 Athletinnen aus dem Gastgeberland treten an, darunter Pranavi Urs und Diksha Dagar. Urs schrieb bei den jüngsten Asienspielen Geschichte, als sie als erste Inderin Gold im Golf-Einzelwettbewerb der Frauen gewann. Zusammen mit Dagar und Aditi Ashok holte sie zudem Silber im Teamwettbewerb.
Austragungsort ist erneut der DLF Golf and Country Club in Gurugram nahe Neu-Delhi. Der von Gary Player entworfene Par-72-Meisterschaftsplatz zählt zu den renommiertesten Golfanlagen Indiens und ist zum 16. Mal Gastgeber des Turniers. Zum neunten Mal in Folge findet das Event dort statt.
Weitere Turniere mit deutscher Beteiligung:
LET Access Series: Super Bock Ladies Open
Vidago Palace Golf, Portugal, 20. bis 22. Oktober
Hanna Tauber, Hannah Karg, Lisa Marie Schumacher, Chiara Horder und Theresa De Bochdanovits
PGA Tour Champions: Stifel Charity Classic
Norwood Hills Country Club, Missouri, 23. bis 25. Oktober
Alex Cejka und Bernhard Langer
Legends Tour: Sergio Melpignano Senior Italian Open
San Domenico Golf, Italien, 22. bis 24. Oktober
Thomas Gögele
Sunshine Tour: Stella Artois Players Championship
Glendower Golf Club, Südafrika, 22. bis 25. Oktober
Allen John und Morris Schiefner
Asian Tour: Hong Kong Open
Hong Kong Golf Club, China, 22. bis 25. Oktober
Dominic Foos und Maximilian Rottluff
So geht es bei MagentaSport weiter
In Südkorea endet die reguläre Saison der DP World Tour mit der Genesis Championship, bevor es für die Elite in die Playoff-Turniere geht. Unter anderem am Start sind Senkrechtstarter Chacarra sowie Open-Sieger Ryan Fox. Magenta Sport überträgt ab 5 Uhr morgens live. Auf der PGA Tour geht es mit der Butterfield Bermuda Championship täglich ab 19 Uhr weiter.








