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Lilly Speer vom GC Paderborner Land stellte in der ersten Turnierrunde im Westfälischen GC Gütersloh einen neuen Platzrekord von den blauen Tees auf | © DGV/STEBL

Speer und Brohl starten mit Platzrekorden

Rietberg - Wind, später heftiger Regen und gleich mehrere neue Bestmarken prägen den ersten Wettkampftag der Deutschen Meisterschaften AK 18. Der Par-72-Platz des Westfälischen GC Gütersloh spielt sich für die Jungen über 6.013 Meter, für die Mädchen über 5.407 Meter. Nach zwei Runden gibt es einen Cut. Jeweils die besten 27 Jungen und Mädchen qualifizieren sich für die Finalrunde am Sonntag.


 

Bei den Mädchen setzte sich Lilly Speer mit 70 (-2) an die Spitze. Dabei sah es auf ihrer ersten Hälfte, der eigentlichen Back Nine, zunächst nicht nach einer Runde unter Par aus. Drei Bogeys in Folge standen zwischenzeitlich auf der Karte. Auf den letzten acht Löchern spielte die 18-Jährige dann vier unter Par und schob sich noch an die Spitze.


 

Gleichzeitig verbesserte Speer den erst kürzlich aufgestellten Platzrekord von Denise Dange. Die Platzwartin des gastgebenden Clubs hatte auf dem von den blauen Tees neu gerateten Platz eine 71 (-1) gespielt. Für Speer ist die 70 nun auch offiziell der erste Platzrekord ihrer Karriere. Im GC Aldruper Heide hatte sie in diesem Jahr bereits eine bestehende Bestmarke eingestellt, auf ihrem Heimatplatz beim GC Paderborner Land war nach einer Runde mit vier unter Par nicht eindeutig gewesen, ob diese tatsächlich einen neuen Rekord bedeutete.


 

Auf den Grüns lief es für die Führende besonders gut. Speer, die den Platz aus etlichen Runden schon sehr gut kennt, war mit ihrer 70 sehr happy: „Bei mir lief das Putten heute besonders gut. Ich habe einige lange Putts gelocht, was ich sonst nicht so oft habe. Den Platz habe ich in der Vergangenheit schon öfters gespielt. Ich finde ihn ganz angenehm zu spielen, allerdings ist er aus der Teebox relativ anspruchsvoll. Vor allem mit dem Wind heute, war es nicht so einfach.“


 

Drei Spielerinnen einen Schlag zurück


 

Direkt hinter Speer folgen Yoo Yeung Bae vom GC St. Leon-Rot, Frederika Pulte vom Aachener GC und Carolin Moll vom GC München-Riedhof mit jeweils 71 (-1).


 

Bae drückte ihren Score erst auf dem letzten Loch unter Par. Auf dem 403 Meter langen Schlussloch lochte die Spielerin des GC St. Leon-Rot einen Putt aus rund zwölf Metern zum Eagle und rückte damit bis auf den geteilten zweiten Platz vor.


 

Carolin Moll nahm einen deutlich anderen Weg zur 71. Auf ihrer Front Nine gelang der Münchenerin kein Birdie, nach neun Löchern lag sie bei drei über Par. Auf der zweiten Hälfte spielte sie fünf Birdies und schaffte dabei zum ersten Mal in ihrer Karriere drei Schlaggewinne in Serie.


 

Mit 72 (Even) folgen Yoo Jin Bae vom GC St. Leon-Rot und Sara Nüßle vom GC Domäne Niederreutin auf dem geteilten fünften Platz. Nüßle hatte bei der DM AK 18 im vergangenen Jahr mit einer ganz starken Finalrunde noch Platz zwei erobert.


 

Dahinter stehen gleich vier Spielerinnen des GC St. Leon-Rot mit 73 (+1) auf T7: Laetitia Leisinger, Marie Kauder, Yoo Na Bae und Maxima Purkart.


 

Johanna Kirch vom Frankfurter GC, 2025 Dritte der DM AK 18, ist ebenfalls wieder im Feld. Camille Peltier vom G&LC Berlin-Wannsee, die beim Final Four in diesem Jahr ein Hole-in-one gespielt hatte, brachte auf Loch 18 ihr einziges Birdie des Tages unter. Mit 78 (+6) steht die Berlinerin nach der ersten Runde auf Rang 23.


 

Brohl legt vor


 

Bei den Jungen setzte Titelverteidiger Tim Brohl früh die erste Marke. Der Spieler des GC Rhein-Sieg kam mit 69 (-3) ins Recording und unterbot damit die bisherige Bestleistung auf dem neu gerateten Platz um zwei Schläge, hatte dabei das Glück der frühen Startzeit, sodass er vom Regen fast nicht betroffen war.


 

Bei den Clubmeisterschaften des WGC Gütersloh war erst vor einer Woche eine 71 (-1) gespielt worden. Der alte Platzrekord der Männer von den früheren weißen Abschlägen liegt bei 66 Schlägen und stammt von Velten Meyer, der diese Runde bei einem Spieltag der Deutschen Golf Liga gespielt hatte.


 

Brohl verbesserte sich auf Loch 9 mit einem Eagle auf drei unter Par. Auf dem 453 Meter langen Par 5 half der kräftige Wind, sodass dem Titelverteidiger für den Schlag ins Grün ein Eisen 8 genügte.


 

Im selben Flight gelang auch David Süntzenich vom GC Hubbelrath ein Eagle. Süntzenich hatte nach seinem Abschlag sogar nur noch ein Pitching Wedge ins Grün und beendete den Tag mit 73 (+1) auf dem geteilten neunten Platz.


 

Polzhofer zieht gleich


 

Lange allein blieb Brohl mit seiner neuen Bestmarke allerdings nicht. Max Polzhofer vom Hamburger GC war später gestartet und kam ebenfalls mit 69 (-3) zurück ins Clubhaus.


 

Der Falkensteiner lag nach fünf Löchern bereits vier unter Par. Auf Loch 2 hatte er einen Chip zum Birdie eingelocht, auf der fünften Bahn folgte ein Eagle auf ungewöhnliche Weise. Nach einem Eisen 3 auf die linke Seite des Fairways blieben noch 136 Meter zur Fahne. Polzhofer spielte ein Pitching Wedge, der Ball landete kurz hinter dem Stock, zog mit Backspin zurück und verschwand im Loch. Auf den ersten fünf Bahnen hatte der Hamburger damit nur vier Putts benötigt. Später gab er noch einen Schlag ab, egalisierte mit seiner 69 aber den wenige Stunden zuvor von Brohl aufgestellten Platzrekord.


 

Zwei Schläge mehr


 

Zwei Schläge hinter den beiden Führenden stehen Luca Herb vom GC St. Leon-Rot, Lauri Diener vom Hamburger GC und Vincent Fröhlich vom Münchener GC mit jeweils 71 (-1) auf dem geteilten dritten Platz.


 

Konrad Feth vom Lübeck-Travemünder GK, Fredrick Adolf vom GC Rheinhessen und Felix Reiche vom Hamburger GV folgen mit 72 (Even) auf T6. Feth kennt die Anlage bereits bestens: Vor einem Jahr gewann er hier den Titel der Deutschen Meisterschaft AK 16. Ebenso wie Florian Ferger von der GA Landgut Dreihof war er sowohl 2024 als auch 2025 bei den Deutschen Jugendmeisterschaften der jüngeren Altersklassen in Gütersloh am Start.


 

Erinnerung an Kindertage


 

Fredrick Adolf hat eine ganz besondere Verbindung zum Austragungsort. Der heutige Spieler des GC Rheinhessen begann als Kind im Westfälischen GC Gütersloh mit dem Golfsport und kehrte nun für die Deutsche Meisterschaft auf seinen früheren Heimatplatz zurück.


 

Neben Süntzenich stehen Lucas Schmidt vom G&LC Berlin-Wannsee und Luca Kolbe vom GC am Reichswald mit 73 (+1) auf Rang neun.


 

Mit Moritz Küls vom GC Neuhof ist außerdem der frischgebackene Deutsche Meister der offenen Altersklasse im Feld. Küls hatte sich erst zwei Wochen zuvor im GC Teutoburger Wald den Titel gesichert, saß nach der Auftaktrunde in Gütersloh pitschnass im Recording und unterschrieb seine Scorekarte mit 74 (+2) Schlägen.


 

Wind und Regen


 

Schon am Vormittag zogen dunkle Wolken über die Anlage, zunächst blieb es aber trocken. Der kräftige und böige Wind war von Beginn an ein Faktor und nahm im Tagesverlauf weiter zu. Am frühen Nachmittag bewegten sich teilweise sogar Bälle auf den Grüns.


 

Die größere Sorge galt einem sich nähernden Starkregenfeld, in dem auch Gewitter eingelagert waren. Die Gewitter erreichten den Platz nicht, der Regen dagegen schon. Und wie!

Die Jungen bekamen durch teils überaus heftigen Regen deutlich schwierigere Bedingungen ab. Zeitweise schüttete es über Ostwestfalen, während der starke Wind gleichzeitig verhinderte, dass Regenschirme sinnvoll eingesetzt werden konnten.


 

Der Platz nahm die Wassermengen auf, sodass trotzdem ohne Unterbrechung weitergespielt werden konnte. Entsprechend gezeichnet kamen viele Spieler ins Recording. Trotz – oder wegen - der widrigen Bedingungen blieb das Spieltempo hoch. Alle wollten möglichst schnell ins Clubhaus.


 

Vorbildlich sportlich fair


 

Auch abseits der Ergebnisse zeigte sich das sportliche Miteinander. In einer Spielgruppe der Mädchen ließ sich der Score einer Spielerin auf einer Bahn im Nachhinein nicht mehr zweifelsfrei rekonstruieren. Gemeinsam mit den begleitenden Eltern wurde der Ablauf noch einmal nachvollzogen. Am Ende blieb es bei dem Ergebnis, das unmittelbar auf dem Platz notiert worden war, obwohl auch ein Schlag weniger möglich gewesen wäre.


 

Start ab 8.15 Uhr


 

Am Samstag entscheidet sich, welche jeweils 27 Spielerinnen und Spieler den Sprung in die Finalrunde schaffen. Die Jungen starten ab 8.15 Uhr, die Mädchen gehen ab 13.00 Uhr in den Kampf um den Einzug in den Cut und gute Positionen vor der Finalrunde.

 

Livescoring Mädchen >>>


Livescoring Jungen >>>


Turnierspecial DM Jugend >>>

 

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