Renner gewinnt in Wien
Wien/Österreich – Drei Runden, dreimal unter 70 Schlägen und am Ende der Sieg: Sophie Renner spielte bei der Internationalen Österreichischen Amateurmeisterschaft Damen über die gesamten 54 Löcher konstant und ließ nach ihrer starken 68 (-2) zum Auftakt zwei Runden mit jeweils 69 (-1) Schlägen folgen.
Damit hatte sich die Spielerin des Stuttgarter GC Solitude von Beginn an an der Spitze festgesetzt. Nach der ersten Runde teilte sie sich die Führung unter anderem mit Rosalie Stadler vom G&LC Berlin-Wannsee, die ebenfalls sehr gut gestartet war. Der stabilen Form von Sophie Renner konnte an den beiden folgenden Tagen keine Konkurrentin Paroli bieten.
Für die Stuttgarterin ist es der nächste internationale Erfolg innerhalb weniger Wochen. Mitte August hatte Renner bei der Swiss Golf International Championship im Golf Gerre Losone mit Runden von 73, 73 und 69 Schlägen Bronze gewonnen. Auch dieses Turnier wurde für die European Amateur Order of Merit gewertet.
In Wien, beim vorletzten Turnier der Saison mit EAOM-Wertung, legte Renner nun noch einmal nach und sicherte sich den Titel.
Konstanz bringt den Sieg
Das Rezept für den Erfolg war dabei wenig spektakulär, aber wirkungsvoll. Renner traf viele Grüns, spielte bei schwierigen Fahnen und anspruchsvollen Bedingungen bewusst häufig in Richtung Grünmitte und hielt hohe Zahlen weitgehend von der Karte. An allen Tagen brachte die Spielerin des Junior Team Germany jeweils fünf Birdies unter. Auf acht der 18 Löcher gelang Renner im Laufe des Turniers ein Birdie. Entsprechend zufrieden war die Schwäbin nach der Siegerehrung: „Ich habe über die drei Tage sehr konstantes Golf gespielt. Die Runden waren sich sowohl vom Aufbau als auch vom Spielverlauf sehr ähnlich. Ich habe viele Grüns getroffen, meistens eher Mitte Grün gespielt und ziemlich ordentlich geputtet. Gerade weil man bei dem Wind und den harten Grüns nicht jede Fahne direkt anspielen konnte, haben mir auch ein, zwei längere Putts geholfen. Insgesamt habe ich viele Pars gesammelt, relativ wenige Birdies und wenige Bogeys gespielt – am Ende waren es einfach ein paar mehr Birdies als Bogeys.“
Ganz ohne Schwierigkeiten verlief die Woche auch für die spätere Siegerin nicht. Vor allem von der Teebox musste Renner zeitweise arbeiten. Besonders in der zweiten Runde landete der eine oder andere Ball in ungünstiger Position und vereinzelt kamen auch die wenigen Bäume des ansonsten offenen Platzes ins Spiel.
Renner fand aus diesen Situationen aber immer wieder Lösungen: „Ein bisschen Probleme hatte ich teilweise von der Teebox, besonders am zweiten Tag. Da habe ich mich ein-, zweimal in ungünstige Ausgangslagen gebracht und auch den einen oder anderen Baum mitgenommen. Ich konnte mich daraus aber meistens wieder gut befreien. Insgesamt war es über drei Tage grundsolides Golf. Nicht sonderlich aufregend, aber sehr konstant.“
Stadler startet mit 68
Rosalie Stadler sorgte aus deutscher Sicht ebenfalls für einen bemerkenswerten Auftakt. Die Spielerin des G&LC Berlin-Wannsee lag nach ihrer 68 (-2) gemeinsam mit Renner an der Spitze. An den beiden folgenden Tagen konnte sie dieses Niveau nicht halten. Mit 78 und 76 Schlägen kam Stadler bei gesamt +12 auf Rang elf.
Nathalie Hartman vom 1. GC Fürth beendete die drei Runden mit 77, 78 und 80 Schlägen bei +25 auf Platz 23. Sunny Yan Wang vom GC Hof Hausen vor der Sonne steigerte sich nach einer 85 zum Auftakt am zweiten Tag deutlich auf 75 Schläge und schloss das Turnier mit einer 80 ab. Mit gesamt +30 belegte sie Rang 26.
Antonia Burchert, ebenfalls vom 1. GC Fürth, spielte 84, 77 und 82 Schläge und wurde bei +33 auf Platz 30 geführt.
Wind und harte Grüns
Austragungsort der Meisterschaft war der traditionsreiche GC Wien. 16 Bahnen liegen innerhalb einer ehemaligen Pferderennbahn. Das offene Layout mit zahlreichen Bunkern erinnerte Renner in seiner Charakteristik an einen Linksplatz. Dieser Eindruck wurde während der drei Wettkampftage durch den kräftigen Wind noch verstärkt. Der Platz spielte sich dadurch lang, gleichzeitig waren die Grüns hart und schnell. Besonders anspruchsvoll war es, die Bälle bei den Schlägen ins Grün zuverlässig zum Halten zu bringen.
„Die Bedingungen waren durchaus schwierig. Der Platz spielt sich relativ lang und durch den vielen Wind war es teilweise schwer, die Bälle auf den harten Grüns zu halten. Mit den vielen Bunkern und dem offenen Layout hatte das Ganze ein bisschen Links-Charakter. Der Platz war trotz der Dürre und der heißen Temperaturen in einem sehr guten Zustand, vor allem die schnellen Grüns waren richtig gut.“
Für Renner endete die Woche damit nicht nur mit dem nächsten Spitzenresultat in der European Amateur Order of Merit. Der Sieg bringt ihr zusätzlich eine Einladung zur Allegria Ladies Open 2027. Beim Turnier der LET Access Series kann die Stuttgarterin Profiluft schnuppern und weitere internationale Erfahrung sammeln.







